Aktuell
Editorial
Der 11. September ist der Weltfriedenstag bzw. der Antikriegstag. Trotz allen Engagements für Frieden scheint es derzeit fast unmöglich, den
drohenden großen Krieg in Europa zu verhindern. Er wird kommen, »wenn denen, die ihn in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden«, warnte Bertolt Brecht schon 19521952. Es bleibt die Frage, wie das gelingen und das kriegerische Treiben gestoppt werden kann. Aber wahrscheinlich ist die einzige Antwort darauf das Nein der vielen, das der Schriftsteller Wolfgang Borchert bereits 19471947 einforderte, wenn wieder zum Krieg gerufen wird. Doch wo ist die Friedensbewegung, wie sie einst zu Millionen auf die Straßen ging?
Hier gehen wir sicher zugrunde und drüben nur vielleicht. In diesem Sinne wollen die drei arbeitslosen Wanderer ihrem Elend davonlaufen. Am liebsten würden sie nach Amerika aufbrechen. Aber gerade darin liegt das Problem: zu Fuß kann man den anderen Kontinent nicht erreichen, und ihr Geld reicht nicht einmal für einen Rettich. Da aber geschieht das Unfaßbare. Einer bekommt eine Hundertpfundnote geschenkt. Nun ist der Ozean kein unüberwindbares Hindernis mehr. Das große Abenteuer beginnt schon auf dem Schiff, erreicht seinen Höhepunkt in Buenos Aires und endet - in Würzburg.
Aus den Lehrjungen der ehemaligen Würzburger Räuberbande sind tüchtige Gastwirte, Gärtner, Lokomotivführer, Lederhändler und Familienväter geworden. Aber die Folgen des ersten Weltkrieges haben sie um ihre Existenzgrundlage gebracht. Als Männerquartett hoffen sie, sich eine Weile über Wasser halten zu können. Unerwartete Hindernisse sind zu überwinden, ehe sie in Ochsenfurt ihren ersten - und einzigen - Auftritt erleben. Hoffnungsträger sind ihre Kinder Thomas und Hanna, die sich für eine vernünftige und sozial gerechte Weltordnung engagieren. Leonhard Frank zeigt sich auch in diesem Roman als vorzüglicherErzähler und Zeitchronist.
Marcus Rediker beweist erneut seine überragende Kompetenz in der Geschichtsforschung von unten und begibt sich auf eine spannende Reise entlang der Küsten des Atlantiks, auf den Spuren derer, die bei ihrer Suche nach Freiheit alles riskierten.
»Freiheitsschiffe« beschreibt die dramatische Geschichte versklavter Afroamerikaner, die sich auf Schiffen versteckten, die sie in die Freiheit brachten. Bis zu 100.000 versklavten Menschen gelang die Flucht aus der Knechtschaft in den Südstaaten.
Arbeit – das ist die Mathematik von Fleisch in Bewegung, schreibt Phil A. Neel und macht sich daran, die schweißtreibende Tätigkeit in den Logistikzentren der US-amerikanischen Warenwirtschaft aufzuschlüsseln, in denen er selbst gearbeitet hat: Verausgabte Kalorien pro Schicht werden mit dem Durchschnittslohn in Verbindung gesetzt, dieser wiederum umgerechnet in die Einheit des erschwinglichsten und verfügbarsten Energielieferanten – des Big Macs. Mehr als die Hälfte ihrer wöchentlich hartverdienten Burger müssen die Arbeiter*innen essen, um überhaupt die Kalorien zum Arbeiten aufzubringen.
Solche konkreten und alltäglichen Erfahrungen sind es, die Phil A. Neels Essays so radikal, materiell und körperlich machen.
Seit Jahrzehnten versuchen Geheimdienste, Militärs und Konzerne, den Menschen lesbar und steuerbar zu machen. Der programmierte Mensch führt von den Nürnberger Ärzteprozessen über Operation Paperclip, Fort Detrick und MKULTRA bis zu geheimen Experimenten mit LSD, Hypnose, Isolation und psychologischer Zersetzung.
Was damals in abgeschirmten Laboren begann, verschwand nicht mit dem Kalten Krieg. Die Methoden wechselten, das Ziel blieb: menschliches Verhalten vorherzusagen, Widerstand zu brechen, Entscheidungen unbemerkt zu beeinflussen.
Die weitgehend friedliche oder zumindest übersichtliche Weltordnung der langen 1990er Jahre ist Vergangenheit: Weder internationale Organisationen noch die vormalige alleinige Supermacht USA können heute militärische Konflikte wie in der Ukraine eindämmen. Der Westen wirkt gespalten. Neue Mächte betreten die Bühne, Handelskriege stellen exportorientierte Staaten wie die Bundesrepublik vor Probleme.
Volker Perthes, ehemaliger UN-Diplomat und langjähriger Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, bietet mit seinem Essay Einordnung und Überblick.
Maximilien de Robespierre (1758-1794) gehört zweifellos zu den umstrittensten Akteuren der Französischen Revolution. Mit dem Juristen, brillanten Redner und politischen Theoretiker sind sowohl soziale Errungenschaften verbunden als auch die Gräuel der revolutionären Umwälzungen in Frankreich. Auf der einen Seite stand er für Menschenrechte und gegen die Sklaverei ein, auf der anderen war er mitverantwortlich für eine "Schreckensherrschaft" mit unzähligen Hinrichtungen. Guido Braun arbeitet diese schillernde Ambivalenz Robespierres präzise und kontrastreich heraus und ordnet ihn in den historischen Kontext ein.
Während die Weltmächte in einem rasanten Tempo ökonomisch davonziehen, verharrt die Bundesrepublik in einer bleiernen, selbstverschuldeten Agonie. Seit 2019 verzeichnet Deutschland eine ökonomische Auszehrung, die sich in einem beschämenden Wachstum von lediglich 0,3 Prozent manifestiert. Zum Vergleich: Die Volksrepublik China legte im selben Zeitraum um 26 Prozent zu, die USA um über 15 Prozent. Doch hinter der Fassade dieser wirtschaftlichen Stagnation verbirgt sich kein Zufall, sondern ein gezieltes Projekt. Die 2025 gebildete Bundesregierung ist angetreten, um unter dem Deckmantel der „Kriegstüchtigkeit“ einen beispiellosen Generalangriff auf die Arbeiterklasse und den Sozialstaat zu exekutieren. Es ist die moralische Bankrotterklärung einer Elite, die Milliarden in Waffensysteme pumpt, während das soziale Gefüge des Landes sehenden Auges geopfert wird.
Dieser Beitrag basiert auf der Zeitschrift Rotfuchs Ausgabe 340 „Krieg nach innen und außen" und wurde mithilfe von NotebookLM (Gemini Notebook) erstellt.
Dr. Alexander Neu gehört zu der Gruppe von Politikern, welche offensichtlich für den heutigen Politikbetrieb überqualifiziert sind. Mit eigenen Ideen, mit einem hervorragenden Verständnis für Geschichte, und einem guten Gespür für die Folgen politischer Entscheidungen, kommentiert Neu seit seinem Ausscheiden aus dem deutschen Bundestag und der Linkspartei mit scharfer Feder deutsche und europäische Politik. Er legt Finger in Wunden, die von den üblichen Medien zugepflastert werden, zeigt deutlich die Fehler auf, und erklärt Alternativen, die leider nicht zur Anwendung kamen.





