Nationalsozialismus

Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte. Von Alexandra Senfft

Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken bis heute nach. Still prägen sie als "vererbtes" Leid das Leben vieler, wirken sich auf Biografien und Beziehungen aus, beeinflussen die Politik. Alexandra Senfft verdeutlicht, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr Buch stellt unbequeme Fragen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham, gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt dieses Buch Wege, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen - und macht das Erinnern zum gegenwärtigen Auftrag für die Zukunft.

ISBN 978-3-492-31213-4     11,00 €  Portofrei     Bestellen

Bayern in der NS-Zeit. Bd.2 Herrschaft und Gesellschaft im Konflikt. Hrsg. Martin Broszat und Elke Fröhlich-Broszat

Was bedeutete NS-Herrschaft für Provinzzeitungen in der Bayerischen Ostmark, für die Münchener Kammerspiele, für katholische Jugendorganisationen in Eichstätt oder für die bayerische Industriewirtschaft? Wie verhielten sich Verleger, Künstler, Jugendliche und Unternehmer bei der Verteidigung ihres beruflichen Ansehens, ihrer Interessen oder Überzeugungen? Mit der realistischen Darstellung dieser ausgewählten Konfliktfelder der NS-Zeit, eingebettet zwischen Anpassung und Widerstand, eröffnet der Band eine Serie von repräsentativen Untersuchungen der politischen Alltagswirklichkeit des Dritten Reiches.

ISBN 978-3-486-49371-9     29,95 €  Portofrei     Bestellen

Das Haus des Paul Levy. Rothenbaumchaussee 26. Von Michael Batz

Anfang der 1920er-Jahre tun sich einige wohlhabende, liberale, jüdische Bürger und Bürgerinnen zusammen und errichten in der Rothenbaumchaussee 26 das erste baugenossenschaftliche Projekt Hamburgs. Das zunächst als Skandal empfundene Gebäude der Architekten Gebr. Gerson mit der modernen dunklen Klinkerfassade vis-à-vis zum Curiohaus wird bald zu einem einzigartigen Schauplatz der Zeitgeschichte. Bewohnt von prominenten Bankern, Sportlern, Künstlern und in direkter Nähe zu Grindelviertel und Bornplatzsynagoge, spiegelt das Haus das Selbstverständnis deutscher Juden wider - bis zu ihrer Ausgrenzung, Vertreibung und »Arisierung« der Wohnungen. In einer Fülle von Details wird Familienschicksalen nachgespürt, verblüffende Zusammenhänge werden in Hamburg und der ganzen Welt aufgezeigt.

ISBN 978-3-86218-146-9     32,00 €  Portofrei     Bestellen

Besichtigung eines Unglücks. Von Gert Loschütz

Deutscher Buchpreis 2021
Im Dezember 1939 kommt es vor dem Bahnhof von Genthin zum schwersten Zugunglück, das sich jemals auf deutschem Boden ereignet hat. Zwei Züge prallen aufeinander, zahlreiche Menschen sterben. In einem davon sitzt Carla, die schwer verletzt überlebt. Verlobt ist sie mit Richard, einem Juden aus Neuss, aber nicht er ist ihr Begleiter, sondern der Italiener Giuseppe Buonomo, der durch den Aufprall ums Leben kommt. Das Ladenmädchen Lisa vom Kaufhaus Magnus erhält den Auftrag, der Verletzten, die bei dem Unglück alles verloren hat, Kleidung zu bringen. Aber da gibt Carla sich bereits als Frau Buonomo aus. Was versucht sie zu verbergen?

Rezension von Manfred Kurz

ISBN 978-3-89561-157-5     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Vom Hass zum Genozid. Das Dritte Reich und die Juden. Von Léon Poliakov

Ein frühes Standardwerk über die Judenvernichtung, das in viele Sprachen übersetzt wurde, aber erst 70 Jahre danach auch auf Deutsch erscheint. Aus dieser ersten auf Dokumenten basierten Studie geht hervor, dass es sich bei der Judenvernichtung um einen beispiellosen Vorgang handelt oder, wie es Hannah Arendt ausdrückte, um »die schrecklichste Erfahrung unserer Generation«.

Rezension von Erich Dürschmied

ISBN 978-3-89320-277-5     34,00 €  Portofrei     Bestellen

Das Haus des Paul Levy. Rothenbaumchaussee 26. Von Michael Batz

Anfang der 1920er-Jahre tun sich einige wohlhabende, liberale, jüdische Bürger und Bürgerinnen zusammen und errichten in der Rothenbaumchaussee 26 das erste baugenossenschaftliche Projekt Hamburgs. Das zunächst als Skandal empfundene Gebäude der Architekten Gebr. Gerson mit der modernen dunklen Klinkerfassade vis-à-vis zum Curiohaus wird bald zu einem einzigartigen Schauplatz der Zeitgeschichte. Bewohnt von prominenten Bankern, Sportlern, Künstlern und in direkter Nähe zu Grindelviertel und Bornplatzsynagoge, spiegelt das Haus das Selbstverständnis deutscher Juden wider - bis zu ihrer Ausgrenzung, Vertreibung und »Arisierung« der Wohnungen. In einer Fülle von Details wird Familienschicksalen nachgespürt, verblüffende Zusammenhänge werden in Hamburg und der ganzen Welt aufgezeigt.

ISBN 978-3-86218-146-9     32,00 €  Portofrei     Bestellen

Deutscher Herbst. Von Stig Dagerman

Stig Dagerman (1923-1954) wurde 1946 von der schwedischen Zeitung »Expressen« beauftragt, Deutschland zu bereisen und ein Bild des zerstörten Landes nach dem Weltkrieg zu geben. Ein Reisebericht in 13 Stationen über Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet, Frankfurt, Heidelberg und München, aber auch über die dazwischenliegenden ländlichen Regionen, über Zugfahrten, Politikerauftritte und Gerichtsprozesse entstand in diesem regnerischen Herbst 1946, der geprägt ist von Ruinen und Hunger, unterdrückter Kontinuität nationalsozialistischen Denkens und dem erhofften Aufbruch durch die alliierte Demokratisierung. Stig Dagerman begegnet den Menschen auf seiner Reise nie mit moralischer Überlegenheit - sondern mit Interesse und Mitgefühl, im Versuch, die gesellschaftliche wie persönliche Situation jedes Einzelnen zu verstehen.

ISBN 978-3-945370-31-5     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Der Kopflohn. Roman aus einem deutschen Dorf im Spätsommer 1932. Von Anna Seghers

Anna Seghers' erster Exilroman in der maßgeblichen Werkausgabe.Sein Steckbrief hängt öffentlich in der Kreisstadt aus, als Johann Schulz in einem rheinhessischen Dorf Zuflucht sucht. Man beschuldigt ihn, bei einer Demonstration einen Polizisten getötet zu haben. Der ausgesetzte Kopflohn wird zur Versuchung, und es ist eine Frage der Gesinnung, wer ihn schließlich denunziert. Denn im Dorf werben die Nazis ... Anna Seghers' erster Exilroman erschien 1933 in Amsterdam, kurz nach ihrer Flucht aus Deutschland, und bietet eine bestechend scharfe Analyse des Aufstiegs der NSDAP. 

ISBN 978-3-351-03452-8     34,00 €  Portofrei     Bestellen

Meine Familie und ihr Henker. Der Schlächter von Polen, sein Nürnberger Prozess und das Trauma der Verdrängung. Von Niklas Frank

Hans Frank, genannt "Der Schlächter von Polen", war Angeklagter im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess, wo Tag für Tag die entsetzlichsten NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelt wurden. Am 1. Oktober 1946 verurteilte das Gericht ihn zum Tod durch den Strang. Plötzlich waren die Franks herausgerissen aus Reichtum und Selbstherrlichkeit, in Armut und Verachtung gestürzt. Wie ging die Familie damit um? Und wie ging der daran Hauptschuldige Hans Frank damit um? Erstmals wird durch seinen Sohn Niklas die private Seite dieses Prozesses aufgezeigt, der die Weltgerichtsbarkeit auf eine neue Stufe stellte.

ISBN 978-3-8012-0610-9     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde. Von Thomas Mann

Auf der Grundlage des Faust-Stoffes hat Thomas Mann in seinem 1947 erschienenen Musiker-Roman eine Parabel für die Verstrickung des Künstlertums in die politische Katastrophe des Nationalsozialismus geschaffen.
Textgrundlage für diesen Band ist die sogenannte Wiener Ausgabe von 1948, die zahlreiche Detailfehler der bisherigen Drucke korrigiert.

ISBN 978-3-596-90403-7     18,00 €  Portofrei     Bestellen

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