Literaturwissenschaft

Brecht und Naturwissenschaften. lfb texte 2. Hrsg. Christian Hippe und Volker Ißbrücker

Brechts Affinität zu den Naturwissenschaften greift so tief, dass er sich bisweilen selbst als Naturwissenschaftler zu inszenieren pflegte. Seine Vorliebe für Beweis und Experiment anstelle von Gefühlsappellen oder Erlebnissen führte er ebenso entschieden wie keck darauf zurück, dass er "ursprünglich Naturwissenschaften studiert habe" - eine überaus wohlwollende Auslegung seiner flüchtigen Studienlaufbahn. Später wähnte sich Brecht gar in der Rolle eines veritablen "Einsteins der neuen Bühnenform", zumindest bis er sein Bild des zunächst bewunderten Physikers gründlich revidieren sollte.

ISBN 978-3-95732-156-5     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Laxheit in Fragen geistigen Eigentums. Brecht und Urheberrecht. Hrsg. Annett Gröschner und Christian Hippe

Bekanntlich nahm es Bertolt Brecht, wie viele Künstler der Moderne, mit dem geistigen Eigentum nicht immer so genau. So benutzte er für die "Dreigroschenoper", die 1928 Premiere hatte, einige Lieder von François Villon, die in der Übersetzung von Karl Anton Klammer erschienen waren, ohne die Quelle anzugeben. Das veranlasste Alfred Kerr im Mai 1929 im Berliner Tageblatt zu scharfen Vorwürfen gegen Brecht, der daraufhin seine "Laxheit in Fragen geistigen Eigentums" einräumte. Die Brecht-Erben haben sich diese "Laxheit" im Umgang mit Brechts eigenem Werk bisher nicht zu eigen gemacht.

ISBN 978-3-95732-276-0     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Friedrich Rückert. Lebensbild und Einführung in sein Werk. Von Annemarie Schimmel

Der Dichter und Orientalist Friedrich Rückert (1788-1866) war einer der frühesten Vermittler arabischer und persischer Dichtung in Deutschland. Als Gelehrter und Übersetzer nah- und fernöstlicher Lyrik hat er der deutschen Sprache "einen Schatz geschenkt, den keine andere Sprache besitzt" (Annemarie Schimmel).Auch Rückerts eigenes poetisches Werk ist erstaunlich: Sein (aus dem Nachlass veröffentlichtes) Liedertagebuch ist das größte Poesiewerk des 19. Jahrhunderts. Gustav Mahlers Vertonung der berührenden Kindertotenlieder machte diese Gedichte zum deutschen Kulturerbe.

ISBN 978-3-8353-1763-5     16,90 €  Portofrei     Bestellen

Der junge Verleger und sein zweiter Autor in Briefen - die sich brauchten, verehrten und beleidigten - von Ernst Rowohlt, Max Dauthendey. Von Daniel Osthoff

Die Briefe des jungen Verlegers Ernst Rowohlt an den (fast) arrivierten Autor Max Dauthendey und dessen Briefentwürfe an Ernst Rowohlt zeigen ein wunderbares Bild des aufstrebenden Verlages von 1910 bis 1912. Rowohlt gründete diesen seinen ersten Verlag 1908 und musste aus Gründen der Nicht-Kompatiblität mit seinem stillen Teilhaber Kurt Wolff den Verlag im Dezember 1912 an diesen übergeben. Max Dauthendy wittert in Rowohlt einen aufsteigenden Verlegerstern, und glaubt diesen nach seinen Vorstellungen formen zu können. Der Streit bleibt nicht aus.

ISBN 978-3-935998-22-2     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Schreiben lernen im Sozialismus. Das Institut für Literatur »Johannes R. Becher«. Von Isabelle Lehn, Sascha Macht und Katja Stopka

Zur Geschichte der einzigen staatlichen Schriftstellerhochschule in der DDR und ihrer Funktion und Bedeutung im literarischen Raum der DDR.
Das Leipziger Institut für Literatur "Johannes R. Becher" ist eine Schlüsselinstitution der DDR-Literaturhistorie. 1955 in der DDR gegründet, wurden hier unter den Bedingungen einer normativ dominanten Herrschaftsstruktur Prozesse und Formen des literarischen Schreibens gefördert und vermittelt. Knapp 1000 Absolventen, darunter einige später namhafte DDR-Autoren (Werner Bräunig, Adolf Endler, Rainer und Sarah Kirsch, Erich Loest, Fred Wander), wurden am Becher-Institut zwischen 1955 und 1993 literaturpädagogisch und intellektuell sozialisiert. Die Fäden von fast vierzig Jahren Literaturgeschichte der DDR laufen an einem Ort zusammen, wo ideologische Doktrin, künstlerischer Auftrag und das Streben nach ästhetisch-poetischen Freiräumen im konfliktträchtigen Widerspruch standen.

ISBN 978-3-8353-3232-4     34,90 €  Portofrei     Bestellen