Ein Ausstellungskatalog, der die europäische Moderne in ihrem Verhältnis zum Mittelalter neu betrachtet: Edvard Munch, Max Beckmann, Käthe Kollwitz und andere Zeitgenoss:innen nahmen stilistische oder auch motivische Anleihen am ”gotischen“ Vorbild und übersetzten sie in eine moderne Formensprache. Entstanden sind Kunstwerke von großer emotionaler und gestalterischer Kraft, die bis heute nachwirkt.
Künstler/innen (Thema)
Berlin der 20er-Jahre – George Grosz fand die Bildsprache, um die Triebkräfte einer entfesselten Metropole anschaulich zu machen. Mit den Mitteln der Groteske und einem »messerharten Zeichenstil« seziert er die wüste Realität seiner Zeit – und hat zugleich eine unbändige Freude an der »dollen Sache Leben«.
Grosz hat das Bild der deutschen Gesellschaft der 1920er-Jahre geprägt wie kein anderer Künstler. Seine zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Emigration 1933 entstandenen Werke sind drastische Reflexionen des moralischen Verfalls, der politischen Skrupellosigkeit und der Konsequenzen von Krieg, Gier und Elend. Satirische Angriffe »auf die öffentliche Moral« haben ihn mehrfach vor Gericht gebracht. Das Buch bietet einen Querschnitt durch sein malerisches und zeichnerisches Werk, dessen Aktualität sich in unseren Tagen einmal mehr als ungebrochen erweist.
"Nichts ist schlimmer, als nicht mehr den Überblick über Freund und Feind zu haben." - Hermann Kants brisanter Roman ist ein zur Groteske getriebenes Spiel um Einfluss, Beschränktheit und Arroganz eines Machtapparats. Das Beispiel der jungen DDR dient als Folie für die Ambivalenz des Verhältnisses zwischen Machthabern und Künstlern.
Linus Cord gilt als „aufstrebender Kritiker“, sein Ehrgeiz ist es jedoch, ein „beträchtlicher Essayist“ zu werden. Der Aufsatz, an dem er jetzt, im Frühjahr 1961, schreibt, soll ihm die erhoffte Anerkennung bringen.
Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Eine Geschichte von Liebe und Literatur
Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.
"Wenn ich Geld hätte …“ - Der Stoßseufzer ist so alt wie die Literatur selbst: Dichtung und Geld scheinen einander auszuschließen. Nur selten gelingt es Schriftstellerinnen und Schriftstellern, auch materiell einen Durchbruch zu erleben.
Auf seinem Streifzug durch die Weltliteratur erzählt Roland Leonhardt in 19 brillianten Porträts von armen Poeten, von hoffnungslosen Phantasten, von Schnorrern und von hemmungslosen Verschwendern.
Nicht jedem Künstler wird ein Personalmuseum gewidmet, und weibliche Künstler werden noch seltener damit geehrt. Eine Künstlerin bildet jedoch eine Ausnahme: Käthe Kollwitz (1867–1945), deren Name zwei Museen in Berlin und Köln sowie eine Gedenkstätte in Moritzburg tragen.
Im Jahr 2026 jährt sich die Gründung des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums zum vierzigsten Mal. Aus diesem Anlass stellt die Institution nicht nur ihre Sammlung vor, sondern präsentiert neue Erkenntnisse zum Leben der Künstlerin und erzählt vom Gründer des Museums.
Santa Monica, Pacific Palisades oder Beverly Hills - das sind die klingenden Namen des kalifornischen Idylls, in dem sie Zuflucht gefunden haben: Filmemacher und Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle, die in den 1930er- und 1940er-Jahren vor den Nazis aus Europa fliehen mussten. Sie bilden eine Solidargemeinschaft der Exilierten: Bertolt Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler, Billy Wilder und Vicki Baum, Fritz Lang und William Wyler, Thomas und Heinrich Mann. Wer in Berlin, Wien oder Prag einen Namen hatte, folgte dem Ruf der boomenden Filmindustrie Hollywoods. Doch dieses romantische »Weimar am Pazifik« ist nicht die ganze Geschichte: Noch während sie im beginnenden Krieg ihren mal militärischen, mal moralischen Beitrag aufseiten der Allierten leisten, werden die Geflüchteten zu Verdächtigen.
GIORDANO BRUNO - BEWUNDERT, VERFOLGT, VERBRANNT - LEBEN UND STERBEN DES BERÜHMTESTEN KETZERS
Mehr Freiheit geht nicht, und mehr Verfolgung auch nicht: Giordano Bruno (1548 - 1600) lehrte, dass der unendliche Kosmos einer Vielzahl von Welten Raum bietet und dass auch das menschliche Denken durch nichts begrenzt wird. Mit dieser Botschaft zog er durch Europa, um die in religiöse «Eseleien» zerrissene Welt zu einen. Volker Reinhardt ist ihm dabei auf der Grundlage neuer Quellen gefolgt. Seine Biographie des faszinierenden Freigeistes ist zugleich das Porträt eines inquisitorischen, rechthaberischen Jahrhunderts, das uns gerade heute eine Mahnung sein sollte.
Frankreich im 19. Jahrhundert: eine Zeit der Umbrüche, der Revolutionen, Hungersnöte, Erfindungen - mittendrin Honoré Daumier (1808-1879), der als Zeichner, Lithograf, Maler zu einem der herausragendsten Künstler seiner Zeit wurde. Mit Einsatz für republikanische Ideen und kritischem, zutiefst menschlichem Blick setzt er politische und gesellschaftliche Umstände seiner Zeit unverwechselbar ins Bild.
Das Theater Ost spielt in Berlin-Adlershof auf dem einstigen Gelände des DDR-Fernsehens, genauer: in jenem Gebäude, das 1952 für das Fernsehtheater errichtet worden war. Das Haus steht unter Denkmalschutz und ist stark sanierungsbedürftig. Allerdings kam der »Investor« aus dem Westteil Berlins seiner Verpflichtung nicht nach und trat die Flucht nach vorn an: Er kündigte dem 36-köpfigen Theater-Ensemble den Mietvertrag. In einer beispiellosen Solidaritätsaktion protestierten am 1. November 2025 hunderte Kulturschaffende, Politiker und Theaterbesucher gegen die Willkür, tausende Zuschauer verfolgten live die Konferenz im Internet. In dem vorliegenden Band sind alle Reden enthalten, die dort gehalten wurden.