I:DES

Friedensbewegung und Befreiungstheologie. Von Gerhard Oberkofler

Friedensbewegung und Befreiungstheologie werden von der vom herrschenden System korrumpierten Kirchenhierarchie und von dem ihr ergebenen theologischen Personal als kommunistische Gespenster wahrgenommen. Wie sich christlicher Glaube in der historischen Realität aber widerspiegeln kann, zeigen die befreiungstheologisch handelnden US-Priester Daniel Berrigan SJ und Philip Berrigan. Unter Inkaufnahme vieler persönlicher Risiken kämpfen sie aktiv gegen den Völkermord der USA in Indochina, sie engagieren sich in der internationalen Friedensbewegung gegen Kriegsrüstung und Krieg, gegen Unterdrückung, Versklavung und Elend von Abermillionen Menschen. In der Verbindung christlicher und marxistischer Elemente des Humanismus wird die revolutionäre Umkehrung der Verhältnisse zur Hoffnung der Gegenwart.

ISBN 978-3-86464-139-8     13,80 €  Portofrei     Bestellen

Otto Weidt. Von Robert Kain

Der Kleinfabrikant Otto Weidt (1883-1947) betrieb zu Beginn der 1940er Jahre in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte eine als wehrwichtig eingestufte Besenmacherwerkstatt. Seine Belegschaft bestand überwiegend aus blinden und gehörlosen Juden, die er so vor Verfolgung und Deportation zu schützen versuchte. Für seinen Einsatz wurde er 1971 posthum als "Gerechter unter den Völkern" geehrt.
Weniger bekannt ist das frühere Leben Weidts: In der Kaiserzeit war er in der anarchistischen Arbeiterbewegung aktiv und wurde von der Politischen Polizei überwacht. Den Ideen und Idealen des Anarchismus blieb er aber auch später verbunden. Zeitlebens war er ein strikter Gegner von Militarismus, Nationalismus und staatlicher Bevormundung.
Robert Kain nähert sich zunächst dem Anarchisten Weidt und zeichnet ein detailliertes Bild der anarchistischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

ISBN 978-3-86732-271-3     34,90 €  Portofrei     Bestellen

»Schießen Sie mich nieder!« Hrsg. Christin Sandow

Im November 1941 wird die zwanzigjährige Jüdin Käte Frieß mit ihrem Mann Georg von Nürnberg nach Riga deportiert. Sie übersteht den Aufenthalt in verschiedenen Haftstätten in Lettland, bis man sie im Februar 1945 zurück nach Deutschland, nach Hamburg, "evakuiert". Aus dem dortigen Polizeigefängnis Fuhlsbüttel treibt die SS die Häftlinge auf einem Fußmarsch in das "Arbeitserziehungslager Nordmark" bei Kiel. Dort endlich wird Käte Frieß Anfang Mai 1945 von den "Weißen Bussen" des Dänischen Roten Kreuzes befreit und nach Schweden gebracht. Als sie im Sommer 1945 erfährt, dass ihr Mann in Bergen-Belsen umgekommen ist, fließen Trauer und Schmerz über diesen Verlust in ihren Erinnerungsbericht mit ein. Ihr überliefertes Zeugnis "Meinem Gori gewidmet" ist somit nicht allein eine Rekonstruktion der Lagererfahrungen, sondern auch und vor allem der Versuch, den gewaltsamen Tod eines geliebten Menschen zu bewältigen.

ISBN 978-3-86732-273-7     19,80 €  Portofrei     Bestellen

Der Dirigent, der nicht mitspielte. Von Matthias Sträßner

Am 26. Mai 1945 gibt Leo Borchard als frisch ernannter Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters sein erstes Konzert im Berliner Titania-Palast. Es ist zugleich das allererste Konzert der Philharmoniker nach dem Zweiten Weltkrieg. Sowohl die russischen Besatzer als auch die später in Berlin eintreffenden Amerikaner und Briten huldigen dem sechsundvierzig Jahre alten Dirigenten. Ist in ihm vielleicht schon der Nachfolger Wilhelm Furtwänglers gefunden? Aber schon das Konzert am 25. August dirigiert Borchard nicht mehr. Amerikanische Soldaten erschießen ihn zwei Tage zuvor, als er in dem Fahrzeug eines britischen Offiziers am heutigen Bundesplatz die Sektorengrenze passieren will.

ISBN 978-3-86732-272-0     24,90 €  Portofrei     Bestellen

Der Wald war ein letzter Ausweg. Von Katrin Reichelt

Für Zinaida Krasner war die unbekannte Frau ihre letzte Hoffnung. Als sie zaghaft an die Tür von Varvara Kosokovskajas bescheidener Hütte klopfte, hoffte sie nur auf ein wenig zu essen. Die unbekannte Frau bat sie herein und befragte sie nach ihrem Leben im Ghetto von Berezino. Überwältigt von dem Elend nahm sie das kleine Mädchen zu sich. Sie wusste, dass sie damit ihr eigenes Leben und das ihres Mannes riskierte. Dieser schüttelte nur den Kopf und erwiderte: "Was soll's. Du hast sie ja schon aufgenommen." In den darauffolgenden Jahren mussten sie täglich um ihr Leben zittern. Alle überlebten wie durch ein Wunder.Familie Kosokovski waren nicht die Einzigen, die einen solchen Schritt wagten. Dieses ist nur ein Beispiel, wie sich Bewohner des besetzten Weißrusslands der Verfolgung der Juden widersetzten.

ISBN 978-3-86732-275-1     25,00 €  Portofrei     Bestellen

Papa Weidt. Von Inge Deutschkron. Illustriert von Lukas Ruegenberg

Schindlers Liste en miniature und zugleich ein kleines, aber eindrucksvolles Beispiel von Zivilcourage. Inge Deutschkron setzt mit diesem Buch einem ihrer rettenden Helfer, dem Besenbinder Otto Weidt, ein eindrucksvolles Denkmal.

ISBN 978-3-7666-2423-9     14,95 €  Portofrei     Bestellen

Der Rote Stoßtrupp. Von Dennis Egginger-Gonzalez

Die zeitweilig bis zu fünfhundert Personen umfassende antifaschistische Widerstandsgruppe Roter Stoßtrupp war aufgrund ihrer Bündnispolitik und Existenzdauer durchaus bedeutend, ist aber heute nahezu vergessen. Ein Grund dafür mag sein, dass sie - anders als die "Rote Kapelle" oder die Weiße Rose - weder in Ost- noch in Westdeutschland ins Grundmuster der praktizierten Erinnerungskultur passte.

ISBN 978-3-86732-274-4     34,90 €  Portofrei     Bestellen

Die Gedanken sind nicht frei. Von Georg Steinmeyer

Settings, in denen der Klient durch gezielte Fragen und Interventionen eines Coachs lernen soll, Probleme oder Konflikte selbständig zu lösen, um leistungsfähiger zu werden oder eigene Ziele besser erkennen und umsetzen zu können, erleben einen beispiellosen Boom. Dabei nehmen Coachings längst nicht mehr nur die berufliche Situation in den Blick, sondern bieten sich als Hilfe in nahezu jeder Lebenslage an. Die Methoden und deren Risiken sind indes den meisten, die sich darauf einlassen, kaum bekannt.
Der Politikwissenschaftler Georg Steinmeyer hat Websites und Selbstzeugnisse von Coachs ausgewertet, Befragungen durchgeführt, Lehrbücher von Ausbildern studiert und Publikationen von Dachverbänden analysiert. Drei derzeit dominierende Coachingtechniken werden im Detail untersucht: Das Neurolinguistische Programmieren (NLP), die umstrittene "Positive Psychologie" sowie "The Work of Byron Katie". Das beunruhigende Ergebnis: Coachings erfolgen nach wie vor ohne wissenschaftliche Fundierung. Statt von Methoden sollte man besser von Ideologien sprechen. Dies gilt oft auch für Angebote, die sich als seriöser Flügel der Branche ausweisen.

ISBN 978-3-86732-307-9     19,80 €  Portofrei     Bestellen

Deutsche auf der Flucht. Hrsg. Francis W. Hoeber und Achim Bonte

Der Band dokumentiert die nervenzehrende Fluchtgeschichte eines jungen, regimekritischen Akademikerpaares, wie sie im nationalsozialistischen Deutschland zahllose Menschen zu bestehen hatten. Während Johannes Höber dank eines glücklichen Zufalls bereits im November 1938 in die Vereinigten Staaten auswandern konnte, durften ihm seine Frau und die neunjährige Tochter Susanne erst im September 1939, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, folgen. Regelmäßige, im Atlantikverkehr beförderte Briefe bildeten in der Zwischenzeit die wesentliche Verbindung.
Ende der 1980er Jahre fand ihr Sohn Francis die Briefe wieder auf, die das Paar nach dem Start in ein neues Leben selbst vor seinen Kindern niemals mehr erwähnt hatte.

ISBN 978-3-86732-305-5     14,90 €  Portofrei     Bestellen

"Wahrscheinlich wird das unser Untergang sein." Von Kurt Schilde

Der Jude und blinde Bankangestellte Erich Frey lebte mit seiner Frau Elsbeth und ihren Töchtern Liselott und Marie Anne im nationalsozialistischen Berlin. Die Kinder wanderten 1939 nach Großbritannien bzw. in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina aus. Leider ist es den Eltern nicht gelungen, ihnen zu folgen. Zur Informationen ihrer Kinder über ihr Leben seit deren Auswanderung verfasste Erich Frey mit Unterstützung seiner Frau im April und Mai 1942 einen zwölfseitigen, eng beschriebenen Bericht. Eine von vier ursprünglichen Fassungen ist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an die Töchter gelangt.

ISBN 978-3-86732-304-8     19,80 €  Portofrei     Bestellen

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