Aus den Lehrjungen der ehemaligen Würzburger Räuberbande sind tüchtige Gastwirte, Gärtner, Lokomotivführer, Lederhändler und Familienväter geworden. Aber die Folgen des ersten Weltkrieges haben sie um ihre Existenzgrundlage gebracht. Als Männerquartett hoffen sie, sich eine Weile über Wasser halten zu können. Unerwartete Hindernisse sind zu überwinden, ehe sie in Ochsenfurt ihren ersten - und einzigen - Auftritt erleben. Hoffnungsträger sind ihre Kinder Thomas und Hanna, die sich für eine vernünftige und sozial gerechte Weltordnung engagieren. Leonhard Frank zeigt sich auch in diesem Roman als vorzüglicherErzähler und Zeitchronist.
1.Weltkrieg (Thema)
Ein außergewöhnliches literarisches Dokument des Krieges aus der Perspektive eines Soldaten
Wie viele junge Männer seiner Generation drängt es den Studenten Adolf Reisiger, sich in den Stahlgewittern des Weltkriegs zu bewähren. Er erlebt seine Schrecken an beiden Fronten, und dabei wachsen seine Zweifel am Sinn dieses Krieges. Edlef Köppen greift in diesem Buch auf eigene Erfahrungen zurück und schafft auf faszinierende Weise einen zeitgeschichtlichen Hintergrund, indem er Originaldokumente in seinen Text integriert. Neben Remarques »Im Westen nichts Neues« ist Köppens »Heeresbericht« einer der eindrücklichsten Kriegsromane der deutschen Literatur.
In Zeiten wie diesen, in denen die Festen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weltweit bedroht und erschüttert werden, ist die Neuauflage des 1998 erschienenen Buches von Ludwig Biró ein erschreckend aktuelles warnendes Zeitdokument. Denn es zeigt, wie schnell und grundlegend sich eine Zivilgesellschaft in neuen politischen Zeiten verändern kann.
Afrika - mit 54 Staaten, über 2000 Sprachen und der jüngsten Bevölkerung der Welt - ist bunt und vielfältig. In Europas Erzählung vom "schwarzen Kontinent" klingt diese Vielfalt selten an. Lutz van Dijks Geschichte Afrikas will es anders und beleuchtet unzählige Facetten des Kontinents.
Sie beginnt bei der Entstehung des Erdteils und den ersten Menschen, die von hier aus in alle Welt wanderten. Sie erzählt von den frühen Hochkulturen im islamischen Norden und den christlichen und traditionell-afrikanisch geprägten Kulturen im Süden, vom Leben in der Steppe und in den modernen Großstädten.
Kriege entstehen nicht zufällig.
Sie folgen Mustern.
Vom Krieg zur Weltordnung versammelt die zentralen Reden und Essays Wolfgang Effenbergers der Jahre 2009 bis 2026 mit weitführenden Schlussfolgerungen. Was zunächst wie einzelne Krisen erschien, zeigt sich hier als Muster: Strategische Planungen, geopolitische Interessen und politische Narrative greifen ineinander und bereiten Konflikte vor - lange bevor sie offen ausbrechen.
Die wichtigsten Werke des großen österreichischen Erzählers und Essayisten endlich in der Textgestalt der Erstdrucke.
Joseph Roth hat wie kein anderer den »Mythos Österreich« in seinen Romanen festgehalten. Seine Figuren sind geprägt von der Gefühlsunsicherheit, Melancholie und nihilistischen Verzweiflung, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der »Welt von gestern« die Menschen erfasste. Mit sicherem erzählerischen Instinkt und einem unverwechselbaren Stil zeichnet Roth das Leben im alten Europa. Er zeigt, wie tief sich der Untergang der Habsburgermonarchie in der »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« auf traumatische Weise in die Psyche der Völker eingegraben hatte.
NEUE PERSPEKTIVEN AUF DIE DEUTSCHE KOLONIALGESCHICHTE
Die eigene Zeit als Kolonialmacht sei im Vergleich mit Ländern wie Frankreich oder Großbritannien kurz und relativ unproblematisch gewesen: So sah man es hierzulande lange. Doch das war ein Irrtum. Heute steht die deutsche koloniale Vergangenheit zu Recht im Zentrum kontrovers geführter Debatten über das koloniale Erbe in einer globalen Welt. Dieses Buch beleuchtet mit dem Auswärtigen Amt einen zentralen Akteur des deutschen Kolonialismus und spannt den Bogen vom Deutschen Kaiserreich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Deutschland, sondern auch in die betroffenen Gesellschaften Afrikas, Asiens und Ozeaniens.
Karl Kraus gilt als einer der bedeutendsten Satiriker der Weltliteratur und als eine herausragende Gestalt der Wiener Moderne.
Bruno Kern legt zum 150. Geburtstag des Schriftstellers eine ebenso fundierte wie gut lesbare Biografie vor. Die treffend ausgewählten Originalzitate machen Appetit auf die Lektüre von Kraus. Für alle Wien-Kenner und Wien-Liebhaber ist der bebilderte Stadtrundgang auf den Spuren des großen Schriftstellers besonders reizvoll.
Das einem Marstheater zugedachte Drama, mit dem Karl Kraus Wesen und Wirklichkeit des Ersten Weltkriegs einzufangen suchte, bildet ungeachtet seines Umfangs, der jedes Theatermaß sprengt, die bündigste Darstellung dieser ersten Katastrophe der europäischen Kultur im 20. Jahrhundert. Im Rückblick sind aber auch die Bedingungen der Möglichkeit des zweiten Weltkriegs zu erkennen.
Die Menschheit im Vernichtungsrausch: ein Panorama des Schreckens, ein literarisches Fanal, Mahnmal und Monument.
Einem »Marstheater« hat Karl Kraus seine Weltkriegstragödie zugedacht – weil sie mit ihren über 200 Szenen nicht nur im Umfang über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Die Tragödie findet hier nicht nur auf dem Theater statt, sie ist eine Katastrophe von apokalyptischen Dimensionen. Der Krieg, gegen den Karl Kraus mit satirischem Furor und moralischer Beschämung Krieg geführt hat, endet hier nicht mit einem Frieden, denn: »Er hat sich nicht an der Oberfläche des Lebens abgespielt, sondern im Leben selbst gewütet. Die Front ist ins Hinterland hineingewachsen. Sie wird dort bleiben.«
