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Kapitalismus (Thema)
»Was wir jetzt mehr denn je brauchen, ist eine neue Kritik der Technologie, der Erfahrung des technischen Lebens.« Das hat der Philosoph Achille Mbembe bereits 2018 in einem Interview erklärt. Das gilt umso mehr angesichts des Propagandaschauspiels, mit dem uns seit einigen Jahren ein neues Macht- und Profitmittel verkauft wird: die sogenannte künstliche Intelligenz (KI). Mit dieser wurde eine neue Entwicklungsstufe des Kapitalismus eingeleitet, die Folgen für alle Bereiche der Gesellschaft hat und offenbar von niemandem haltmacht.
Nie zuvor herrschte der Kapitalismus so uneingeschränkt. Das kritische Wissen über ihn aber scheint zuletzt in ebendem Maße geschwunden zu sein, in dem er sich vollends über den Globus ausgebreitet hat.
Gegen diesen Trend tragen Haugs "Kapital"-Vorlesungen dazu bei, das marxsche "Kapital" als dasjenige theoretische Werk neu zu erschließen, das einzigartig die Grundlagen unserer Gesellschaftsordnung erklärt.
Die globale Ordnung steht vor einem historischen Bruch. Während westliche Staaten an überholten Dogmen festhalten und ihre eigenen Regeln zunehmend selektiv auslegen, fordert der Globale Süden Mitsprache und Gerechtigkeit ein.
Patrick Kaczmarczyk zeigt in Zerfall der Weltordnung, wie marktliberale Ideologien, neokoloniale Strukturen und massive wirtschaftliche Ungleichgewichte über Jahrzehnte Entwicklung verhinderten - und warum der Frust vieler Länder heute berechtigt ist.
In den kommenden Jahren werden entscheidende Weichen in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz gestellt, die die Entwicklung unserer Gesellschaft maßgeblich beeinflussen. Um politisch in diese Veränderungen eingreifen zu können, braucht es ein Verständnis algorithmischer Systeme als zentrale Treiber dieses Prozesses, eine Beschäftigung mit ihrer Funktionsweise und Wissen darüber, wie sie konkret daran beteiligt sind, unsere Welt zu verändern.
Mithilfe einer Kombination aus praktischen Beispielen und einem Rückgriff auf liberale, marxistische und poststrukturalistische politische Theorien wird diese in aktuellen Debatten vernachlässigte stille Revolution nachvollzogen und gezeigt, welche Kämpfe angenommen werden müssen und was wir zu gewinnen haben.
»Am Anfang geht es darum, das Eis zu brechen. Der folgende Versuch, ins Kapital, die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx, einzuführen, unterscheidet sich von bisherigen Versuchen vor allem dadurch, dass er dessen Lektüre nicht ersetzen, sondern erleichtern soll. Als Motto könnte darüber stehen: Nur für ›Kapital‹-Leser geeignet! … Es soll den Anfänger einführen – aber nicht in die fertigen Lehren, sondern in ihre Verfertigung.« (Aus dem Vorwort zur ersten Auflage von 1974)
Wolfgang Fritz Haugs 1971 erschienene Studie über die politökonomische Funktion der Werbung gilt weltweit längst als Standardwerk. Dabei erscheinen uns Haugs Beispiele, die noch den Geist des fordistischen Massenkonsums atmen, heute angesichts globalisierter Marken und Werbekampagnen geradezu als harmlos. Die Informationstechnologie hat den Produzenten des kommerziellen Imaginären neue, effizientere Zirkulationsmedien zur Verfügung gestellt. Daher hat der Autor seinen Klassiker nun um aktuelle Analysen zur Warenästhetik im transnationalen High-Tech-Kapitalismus ergänzt. Er zeigt, daß die Gedanken aus der Zeit nach 1968 nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Seit einiger Zeit sucht ein neues Gespenst Europa heim: der Islam. Allzu oft stellen selbst wohlmeinende Liberale das moderne Wiederaufleben des Islam als eine neue „invasive Bedrohung“ dar – intolerant, mittelalterlich und barbarisch – die den Kommunismus als Hauptbedrohung für die westliche Zivilisation und Werte abgelöst hat.
Für Aziz Al-Azmeh ist diese orientalistische und rassistische Sicht auf den Islam nichts anderes als ein Spiegelbild der Mythen, die von islamischen Fundamentalisten und Radikalen verbreitet werden. Beide Ansichten teilen eine falsche und ahistorische Vorstellung vom Islam als einer unveränderlichen und monolithischen Einheit. Indem er sowohl seine sozialen Ursprünge als auch seine intellektuelle Genealogie untersucht, überdenkt Al-Azmeh die Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen neu und deckt dabei eine reiche und faktenbasierte Geschichte der Interaktion auf.
Beton verkörpert die kapitalistische Logik und stellt die konkrete Seite der Warenabstraktion dar. Wie diese löscht er alle Unterschiede aus. Als in astronomischen Mengen hergestelltes Industrieprodukt hat Beton die ganze Welt erobert, trotz seiner verheerenden Folgen für Umwelt und Gesundheit. Er hat die traditionellen Bauweisen verdrängt und alle Orte einander gleichgemacht. Monotonie des Materials, Monotonie der damit seriell, nach wenigen Modellen erstellten Bauten und geplante Obsoleszenz unterscheiden ihn von allen anderen Baumaterialien. Beton verwandelt Gebäude in Waren und trägt so zu einer Welt bei, in der wir nicht mehr zu Hause sind.
Wenn die heutige Gesellschaft von Ware, Wert, Geld und abstrakter Arbeit beherrscht wird, welche Subjektform entspricht ihr?
Anselm Jappe verbindet die Erkenntnisse der Wertkritik mit denen der Psychoanalyse, von Freud über Erich Fromm und Herbert Marcuse bis zu Christopher Lasch, und zeigt, dass der Narzissmus das psychische Gegenstück zum Warenfetischismus ist. Das Subjekt ist kein freies und autonomes Individuum, sondern das Substrat der Verinnerlichung kapitalistischer Zwänge und ihrer Tendenz zur Entgrenzung.
Fortschritt für 1%, Kosten für 99% der Menschen
Dieses Buch ist eine schonungslose Abrechnung mit der Tech-Welt und ihrer dominanten Kultur. Es entlarvt die »Techbro«-Mentalität - eine Mischung aus Machtstreben, toxischer Selbstüberschätzung und der Illusion, Fortschritt exklusiv für wenige schaffen zu können. Menschen wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg wollen die Welt nicht retten - sie wollen sie besitzen.
Aya Jaff war einst mittendrin. Nun schaut sie hinter die glänzenden Fassaden der Branche, ...
