"Das Privileg, den ersten Prozess in der Geschichte wegen Verbrechen gegen den Frieden der Welt zu eröffnen, bringt eine schwere Verantwortung mit sich. Die Vergehen, die wir verurteilen und bestrafen wollen, waren so kalkuliert, so bösartig und so verheerend, dass die Zivilisation es nicht tolerieren kann, wenn sie ignoriert werden, denn sie kann es nicht überleben, wenn sie sich wiederholen. Dass vier große Nationen, berauscht vom Sieg und verletzt durch das erlittene Unrecht, die Hand der Rache zurückhalten und ihre gefangenen Feinde freiwillig dem Urteil des Gesetzes unterwerfen, ist eine der bedeutendsten Ehren, die die Macht der Vernunft je erwiesen hat."
Zeitgeschichte (Thema)
»Wenn unser Überleben auf der Tagesordnung steht, dann werden Bücher, wie die von Günther Anders, benötigt, die das Bewusstsein verbreiten und stärken, dass wir – vielleicht – die Grenze unserer Existenz erreicht haben« Aus der Urkunde des Theodor-W.-Adorno-Preises 1983
Im Vorwort der Erstausgabe schrieb Günther Anders: „Nicht unmöglich, dass sich durch das Gelingen der vietnamesischen Offensive die Lage radikal zum Guten wendet, oder – wer weiß? – durch den Einsatz taktischer nuklearer Waffen radikal zum Schlimmen wenden werde. Und durchaus nicht undenkbar, dass sich unter Umständen die Frage erheben wird, ob denn die hier vorgelegten Analysen (unterstellt, sie seien zur Zeit ihrer Niederschrift gültig gewesen) auch heute noch gültig seien.“
Die vornehme Pariser Gesellschaft hat sich oft gefragt: Woher kommt der ungeheure Reichtum der Familie de Lanty? Die abenteuerlichsten Gerüchte umgeben vor allem jenen mysteriösen, geisterhaften Greis auf dem luxuriösen Ball, der durch seine extreme Magerkeit, seine altmodische, feminine Koketterie alle Blicke auf sich zieht. Sein Geheimnis jedoch ist verborgen in einer ganz anderen Geschichte: Viele Jahre zuvor reist der junge Bildhauer Sarrasine zur Ausbildung nach Rom. Beim abendlichen Theaterbesuch packt ihn unsterbliche Liebe zu Zambinella, der Primadonna, deren engelgleicher Sopran ihn verzaubert. Seine Leidenschaft bleibt nicht unbemerkt – doch spielt Zambinella wirklich nur mit ihm, als sie ihn zurückweist und ihn warnt, sich ihr nicht zu nähern?
Ein SS-Offizier wird unter falschem Namen zum Universitätsrektor und Vorzeigedemokraten. Der Fall Schneider / Schwerte zeigt die paradoxe Rolle von NS-Akteuren beim Aufbau der Bundesrepublik.
Der gefeierte Germanist und ehemalige Rektor der RWTH Aachen Professor Hans Schwerte lebte 50 Jahre lang mit einer gefälschten Identität. Nach seiner Enttarnung 1995 zeigte sich: Hinter dem linksliberalen Hochschulreformer verbarg sich der ehemalige SS-Hauptsturmführer Hans Ernst Schneider, der den »Germanischen Wissenschaftseinsatz« der SS geleitet hatte. Wie konnte aus einem NS-Wissenschaftsorganisator eine Identifikationsfigur der demokratischen Nachkriegsgermanistik werden?
30 Jahre Fake News im Westen
Was sind die Tatsachen, dass der Islamische Staat versucht, einen Bürgerkrieg in Frankreich auszulösen; dass der syrische Präsident Bashar al-Assad chemische Waffen einsetzte; dass Wladimir Putin versucht, unsere Demokratien zu destabilisieren; dass der Terrorismus Frankreich nicht wegen seiner Taten getroffen hat, sondern wegen dessen, was er ist; dass der Völkermord in Darfur 400.000 Opfer gefordert hat?... Im wahrsten Sinne des Wortes keine, aber diese Behauptungen reichen aus, um die Außenpolitik westlicher Länder zu begründen. Der Autor, ein ehemaliger Agent des Schweizer strategischen Nachrichtendienstes, untersucht die wichtigsten aktuellen Konflikte, die westliche Länder in den letzten dreißig Jahren mit Fake News bewältigt haben.
Als die 1951 in New York herausgebrachte LOST LIBRARY als DIE VERLORENE BIBLIOTHEK. AUTOBIOGRAPHIE EINER KULTUR erstmals in deutscher Sprache erschien, schrieb Walter Mehring über die Entstehung des Buches: „Der Entschluß, die Lebensgeschichte einer Literatur – genauer gesagt: die Fabel einer mir verwandten Bibliothek – zu erzählen, kam mir auf der anderen Erdhälfte in Amerika, auf einer New England-Farm, deren Entlegenheit… mich wieder lehrte, Schritt für Schritt des Gelesenen mich zu erinnern.“
Zum 100. Geburtstag von Siegfried Unseld
Für Siegfried Unseld waren Briefe nicht nur eine Arbeits-, sondern auch eine Lebensform. In ihnen ordnet er seine Gedanken. Sie begleiten und festigen Freundschaften. Sie helfen auf seinem beispiellosen Weg. Wichtige Förderer wie Hermann Hesse oder Peter Suhrkamp lernen ihn zunächst schriftlich kennen. Auch später, als das Reisen und Telefonieren leichter, üblich wird, legt der berühmte Verleger größten Wert auf seine Korrespondenz.
1933 erschien das abstoßende Machwerk »Juden sehen dich an« des Rassisten Johann von Leers. Ein Jahr später erscheint in Paris - aus gutem Grund anonym - das Buch »Nazi-Führer sehen dich an«, geschrieben von dem damals 38-jährigen jüdischen Exilanten Walter Mehring.
Das Buch des großen Romanciers Mehring ist leider kein fiktionales Buch. Vielmehr enthält es 33 biographische Porträts (mit zeitgenössischen Fotos) von damaligen Größen des Nationalsozialismus - zugespitzt, satirisch, geschliffen. Profunde politische Analyse und sein großartiger Stil machen aus dem Band ein erstaunliches, geradezu seherisches Buch.
Thomas Stöltings Essay über Gewalt, Erinnerung und historische Verantwortung handelt vom Spanischen Bürgerkrieg, seinen Ursachen, seinem Verlauf und wie er bis heute (nicht) erinnert wird. Es wird deutlich, wie sehr Hitler-Deutschland diesen Bürgerkrieg erst ermöglichte.
Ein besonderes Augenmerk widmet er exemplarisch der Gewaltgeschichte der kanarischen Insel La Palma.
EIN ZEITGEMÄSSER BLICK AUF DIE WELTGESCHICHTE - HERAUSGEGEBEN VON ZWEI VORDENKERN DER NEUEN GLOBALGESCHICHTE
Weltgeschichte ist lange Zeit als eine Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs einer kleinen Zahl von ,Hochkulturen' geschrieben worden. Unter diesen Kulturen schienen Europa oder der atlantische ,Westen' während der letzten Jahrhunderte nach den Kriterien Macht, Wohlstand und kulturelle Kreativität zu dominieren.
Das neue sechsbändige Werk zur Weltgeschichte, das von einem Team von Historikerinnen und Historikern vorwiegend aus den USA und Deutschland erarbeitet wird und das gleichzeitig bei C.H.Beck und Harvard University Press erscheint, verabschiedet sich von diesen Traditionen. Es leugnet die Errungenschaften des Westens nicht, stellt sie aber in den größeren Zusammenhang gleichzeitiger Entwicklungen in anderen Teilen der Welt. Dadurch wird das allmähliche, dabei aber krisenhafte Entstehen des heutigen dicht integrierten und pluralistischen Weltzusammenhangs sichtbar.