Außenpolitik (Thema)
Der bekannte Menschenrechtsanwalt und Bestseller-Autor Philippe Sands erzählt die skandalöse Geschichte eines Verstoßes gegen die Menschenrechte. Er zeigt, dass der Kolonialismus noch nicht überwunden ist und Großbritannien bis heute internationales Recht bricht.
April 1973. Mitten in der Nacht werden die Bewohner einer Insel im Chagos-Archipel aus dem Schlaf gerissen. Britische Soldaten zwingen sie mit vorgehaltenen Waffen, ihre Häuser zu verlassen, per Schiff werden sie nach Mauritius und in die USA deportiert. Chagos wird zu britischem Territorium erklärt, Großbritannien verpachtet eine der Inseln für eine Militärbasis an die USA.
Seit dem Krieg in der Ukraine wird intensiv über die Rüstungs- und Energiepolitik gestritten. Mit dabei ist der Blick zurück auf die westdeutsche Friedens- und Anti-AKW-Bewegung der 1970er und 1980er Jahre. Die Erinnerung an die beiden größten Protestbewegungen der "alten" Bundesrepublik erfolgt mit eindrücklichen Fotos. Abgedruckt in Medien aller Art waren sie damals Teil beim Kampf um die öffentliche Meinung. So wichtig die Fotos früher waren und so sehr sie heute noch wirken, so wenig fanden bislang deren Produzenten Beachtung.
Am 4. Juli 2026 feiern die USA ein Jubiläum. An diesem Tag vor 250 Jahren wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Darin heißt es, dass »alle Menschen gleich geboren« sind, aber in ihr steht kein Verbot der Sklaverei. Als dann 1787 die Verfassung beschlossen wurde, ist keine Rede mehr davon, dass »alle Menschen gleich geboren« sind. Auch wird nirgends die Sklaverei verboten. Dies gilt bis heute. So wurden die USA als rassistischer, kolonialer Sklavenstaat gegründet – aber sie geben sich als Demokratie aus: Lügen von Anfang an. Denn längst gibt es Formen modernisierter Sklavenarbeit mit weltweit Millionen Niedrigstlohnempfängern.
Sie beobachten sich gegenseitig über den Pazifik hinweg mit Argusaugen und reden übereinander statt miteinander: Längst hat der entscheidende geopolitische Wettstreit des 21. Jahrhunderts zwischen China und den USA begonnen – beides Weltmächte ohne ernsthafte Rivalen.
Kishore Mahbubani, renommierter und hervorragend vernetzter Diplomat und Gelehrter, analysiert die tiefen Verwerfungen in den Beziehungen zwischen Peking und Washington. Mit unverstelltem Blick erläutert er die Stärken, Schwächen, Fehler und Eigenheiten Chinas und der USA.
Israel und Deutschland pflegen – als historische Lehre aus dem Holocaust – ein besonderes Verhältnis. Die deutsche Israelpolitik orientiert sich dabei – besonders seit einer Rede, die Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 vor dem israelischen Parlament hielt – am höchst ambivalenten Konzept der »Staatsräson«. Dieses Konzept gewann mit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 an Bedeutung, um die praktisch bedingungslose deutsche Unterstützung der israelischen Kriegsführung in Gaza und darüber hinaus zu rechtfertigen.
Kai Ambos unterzieht die »Staatsräson« einer historisch-etymologischen Analyse und klärt ihr Verhältnis zu Völkerrecht und Verfassung; er zeigt, dass die Verwendung des Begriffs im deutsch-israelischen Verhältnis viele ungelöste Fragen aufwirft und seine Umsetzung zu rechtsstaatlichen Problemen führt.
Uwe Leuschner war in seinem Berufsleben in vierzehn Unternehmen tätig. Der Logistiker hat in Europa und in Asien gearbeitet, er kennt Länder und Leute. Er sorgte für Handel, weil er an einen Wandel glaubte. Dass zum Beispiel »der Westen« weniger arrogant auf jene Staaten und Völker herabschaute, die nicht seiner Lebensweise und seinen Regeln folgen mochten. Oder dass die andere Art zu leben und die Dinge zu betrachten, wie sie in Asien und in der nicht-westlichen Welt vorherrschten, akzeptiert werden würden. Das jedoch geschah nicht. Das Gegenteil trat ein. Leuschner fragt nach dem Warum. Und bietet als notorischer Optimist Optionen an, das globale Dilemma zu überwinden, in welchem sich die Erde aktuell befindet.
NEUE PERSPEKTIVEN AUF DIE DEUTSCHE KOLONIALGESCHICHTE
Die eigene Zeit als Kolonialmacht sei im Vergleich mit Ländern wie Frankreich oder Großbritannien kurz und relativ unproblematisch gewesen: So sah man es hierzulande lange. Doch das war ein Irrtum. Heute steht die deutsche koloniale Vergangenheit zu Recht im Zentrum kontrovers geführter Debatten über das koloniale Erbe in einer globalen Welt. Dieses Buch beleuchtet mit dem Auswärtigen Amt einen zentralen Akteur des deutschen Kolonialismus und spannt den Bogen vom Deutschen Kaiserreich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Deutschland, sondern auch in die betroffenen Gesellschaften Afrikas, Asiens und Ozeaniens.
Stalin’s Gamble beleuchtet die Ursprünge des Zweiten Weltkriegs in Europa und zielt darauf ab, eine historische Erzählung der Beziehungen der UdSSR zu Großbritannien, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Polen, Deutschland, Italien, der Tschechoslowakei und Rumänien in den 1930er Jahren zu erstellen. Das Buch untersucht die Bemühungen der Sowjetunion, ein Verteidigungsbündnis gegen Nazi-Deutschland zu organisieren und damit faktisch die antideutsche Entente des Ersten Weltkriegs wieder aufzubauen.
Shedding light on the origins of the Second World War in Europe, Stalin’s Gamble aims to create a historical narrative of the relations of the USSR with Britain, France, the United States, Poland, Germany, Italy, Czechoslovakia, and Romania during the 1930s. The book explores the Soviet Union’s efforts to organize a defensive alliance against Nazi Germany, in effect rebuilding the anti-German Entente of the First World War.
Der Zeitraum von September 1939 bis Anfang 1942 war für die sowjetische Außenpolitik von entscheidender Bedeutung und fiel mit den frühen Phasen des Zweiten Weltkriegs, einschließlich des Großen Vaterländischen Krieges, zusammen. In „Stalin’s Great Game“ beleuchtet Michael Jabara Carley die Komplexität der sowjetischen Diplomatie in dieser Zeit und spricht Schlüsselthemen wie den sowjetisch-finnischen Winterkrieg, die sowjetischen Ansichten über den Fall Frankreichs und die Luftschlacht um England, die Bemühungen um Neutralität in Europa, die sowjetischen Beziehungen zu Großbritannien und Nazi-Deutschland sowie die Bildung der Großen Allianz gegen die Achsenmächte an.
The period from September 1939 to early 1942 was crucial for Soviet foreign policy and coincided with the early stages of the Second World War, including the Great Patriotic War. In Stalin’s Great Game, Michael Jabara Carley unpacks the complexities of Soviet diplomacy during this time, addressing key issues such as the Soviet-Finnish Winter War, Soviet views on the fall of France and the Battle of Britain, efforts to remain neutral in Europe, Soviet relations with both Britain and Nazi Germany, and the formation of the Grand Alliance against the Axis powers.
Im Frühjahr 1936 scheiterten die sowjetischen Bemühungen, ein Anti-Nazi-Bündnis aufzubauen. Dennoch unterstützte Stalin weiterhin diplomatische Bemühungen, die Nazi-Aggression in Europa zu stoppen. In Stalin’s Failed Alliance, der Fortsetzung von Stalin’s Gamble, setzt Michael Jabara Carley seine Neubewertung der europäischen Diplomatie während der entscheidenden Ereignisse zwischen Mai 1936 und August 1939 fort.
In the spring of 1936, the Soviet effort to build an anti-Nazi alliance was failing. Stalin continued nevertheless to support diplomatic efforts to stop Nazi aggression in Europe. In Stalin’s Failed Alliance, the sequel to Stalin’s Gamble, Michael Jabara Carley continues his re-evaluation of European diplomacy during the critical events between May 1936 and August 1939.