Menschheit (Thema)
Der prophetische Essay über Tech-Oligarchen, Macht und Boy Gangster vom Autor von »Schöne neue Welt«
»Vergessen Sie Orwell, lesen Sie Huxley!« Philipp Blom
Mit gespenstischer Klarsicht nahm Aldous Huxley schon 1946 unsere Gegenwart vorweg: Durch technologischen Fortschritt konzentriert sich politische Macht plötzlich in den Händen weniger. In Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs haben Nationalismus und geopolitische Machtspiele Hochkonjunktur, während Demokratie und Solidarität leiden.
Israel und Deutschland pflegen – als historische Lehre aus dem Holocaust – ein besonderes Verhältnis. Die deutsche Israelpolitik orientiert sich dabei – besonders seit einer Rede, die Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 vor dem israelischen Parlament hielt – am höchst ambivalenten Konzept der »Staatsräson«. Dieses Konzept gewann mit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 an Bedeutung, um die praktisch bedingungslose deutsche Unterstützung der israelischen Kriegsführung in Gaza und darüber hinaus zu rechtfertigen.
Kai Ambos unterzieht die »Staatsräson« einer historisch-etymologischen Analyse und klärt ihr Verhältnis zu Völkerrecht und Verfassung; er zeigt, dass die Verwendung des Begriffs im deutsch-israelischen Verhältnis viele ungelöste Fragen aufwirft und seine Umsetzung zu rechtsstaatlichen Problemen führt.
Die Autoren diskutieren kontrovers die drängenden Fragen der aktuellen Zeit - zur sogenannten Zeitenwende, zu Aufrüstung und Wehrpflicht, zu geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine und im Nahen Osten, zu gesellschaftlichen Prozessen und zur Politik der Europäischen Union.
In dieser Anthologie kommen Autoren aus unterschiedlichen Bereichen zu Wort, die sich kritisch zu politischen und gesellschaftlichen Themen äußern und mögliche zukünftige Entwicklungen aufzeigen. Schwerpunkte hierbei sind die Rolle des Menschen im Sinne eines neuen Bewusstseins, die Einordnung in die europäische Geistesgeschichte, insbesondere, was wir aus der ästhetischen Erziehung im Sinne von Schiller lernen können, aktuelle geopolitische Entwicklungen und deren Folgen sowie Erkenntnisse über verpasste Chancen nach den politischen Umbrüchen in Deutschland 1945 und 1989. Abschließend wird darauf eingegangen, wie sich die Bundesrepublik an ihren eigenen Idealen erneuern kann.
Wird Künstliche Intelligenz wenigen Menschen enorme Macht über alle anderen geben? Oder wird sie allen Teilhabe an einem besseren Leben eröffnen? Wird sie dem Menschen dienen oder ihn beherrschen? Und wie lässt sich das Menschliche bewahren?
Leo XIV. zeigt: Die Antwort hängt nicht vom Schicksal ab, sondern von unseren Entscheidungen.
»Nicht die Technik als solche steht zur Debatte, sondern die Machtverhältnisse, unter denen sie entworfen und eingesetzt wird. Damit begleitet dieser päpstliche Text die Menschheit an einer wirklichen Zeitenwende.« Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ
Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vornehmsten und wichtigsten Eigenschaften des Menschen: Sie ermöglicht es, eine ganze Welt zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen - und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn wir uns von einer Sprachmaschine die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist.
Das einem Marstheater zugedachte Drama, mit dem Karl Kraus Wesen und Wirklichkeit des Ersten Weltkriegs einzufangen suchte, bildet ungeachtet seines Umfangs, der jedes Theatermaß sprengt, die bündigste Darstellung dieser ersten Katastrophe der europäischen Kultur im 20. Jahrhundert. Im Rückblick sind aber auch die Bedingungen der Möglichkeit des zweiten Weltkriegs zu erkennen.
Die neue Vision für eine Gesellschaft jenseits von Fortschrittsglauben und Klimaschutz-Optimismus
In seinem neuen Buch zieht Kohei Saito eine ernüchternde Bilanz: Teile der Umwelt, die unseren Wohlstand zuverlässig sicherte, sind bereits zerstört. Autoritäre Kräfte und Kriege überziehen die Welt, und gleichzeitig stagniert das Wirtschaftswachstum im globalen Norden. Der Kapitalismus scheitert an einer von Techno-Oligarchen beherrschten Welt. Krise als Chance? Nein, sagt Saito, was nun folgt, ist eine Ära chronischer Notlagen.
Die Menschheit im Vernichtungsrausch: ein Panorama des Schreckens, ein literarisches Fanal, Mahnmal und Monument.
Einem »Marstheater« hat Karl Kraus seine Weltkriegstragödie zugedacht – weil sie mit ihren über 200 Szenen nicht nur im Umfang über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Die Tragödie findet hier nicht nur auf dem Theater statt, sie ist eine Katastrophe von apokalyptischen Dimensionen. Der Krieg, gegen den Karl Kraus mit satirischem Furor und moralischer Beschämung Krieg geführt hat, endet hier nicht mit einem Frieden, denn: »Er hat sich nicht an der Oberfläche des Lebens abgespielt, sondern im Leben selbst gewütet. Die Front ist ins Hinterland hineingewachsen. Sie wird dort bleiben.«
Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt. Er kommt zu dem Schluss, dass jene Lebewesen erfolgreicher überleben, die dieses Prinzip umsetzen.
