»... den Krieg gründlich verlernen«
Wenn wir uns noch eine geringe Chance bewahren wollen, die Überlebenskrise der Menschheit zu bewältigen, dann müssen wir uns zugleich von jeder militärischen Logik radikal verabschieden.
So lautet die zentrale These, die Bruno Kern hier vertritt. Allein aus ökologischen Gründen können wir uns Rüstung, Militär und Krieg gar nicht mehr leisten. Auch "militärische Verteidigung" führt sich angesichts der Zerstörungskraft der heutigen Waffen selbst ad absurdum.
Anhand einer gründlichen Analyse des Ukrainekrieges entlarvt der Autor die dahinter stehenden geopolitischen Interessen und stellt die "Lüge von der Zeitenwende" bloß.
Er setzt sich mit den wichtigsten Gewaltmythen und bellizistischen Ideologien auseinander und entwickelt eine pazifistische Ethik auf der Höhe der Zeit. In deren Zentrum steht die Unüberbietbarkeit des einzelnen Menschenlebens. Der Autor führt uns exemplarisch auch in die jüdisch-christliche Tradition ein. Das "subversive Unterlaufen der Gewalt" in der Bergpredigt hat eine säkulare politische Entsprechung: soziale statt militärische Verteidigung als einzige aussichtsreiche Antwort auf einen Aggressor.
Zusammenfassung der Kapitel und Leseempfehlung
Bruno Kern (...) kommt der allgegenwärtigen Kriegsertüchtigung mit seinem jüngsten Buchessay in die Quere: Ausblick zu dieser Wegweisung von Bruno Kern: Wir müssen im dritten Jahrtausend die ultimativ aggressive, „Ökonomie – Staat – Militär“ auf unheilvolle Weise zusammenschweißende Zivilisationsmatrix überwinden. Sie ist die Basis einer irrationalen, gleichwohl allerwegen als „Vernunft“ angepriesenen Zerstörung aller Lebensgrundlagen. In einem Teufelskreislauf gebiert dieser Komplex unentwegt auch jenen Überbau einer Militarisierung des gesamten Erdkreises, der die kulturelle Entwicklung eines globalen Kooperationsgefüges und das Gemeinsam-Gewinnspiel einer Menschheit, die sich endlich als Schicksalsgemeinschaft zu verstehen lernt, sabotiert: No Peace – no Future! Von Peter Bürger schiebener.net 05.02.2026
Rezension
Es geht ums Überleben: Bruno Kern rechnet holistisch mit dem Krieg ab – und schießt an einigen Stellen über das Ziel hinaus: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern / und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, / und übt nicht mehr für den Krieg“ (Jes 2,4). Die Vision des alttestamentlichen Propheten Jesaja scheint weiter weg als je zuvor in den vergangenen vier Jahrzehnten. Überall werden vermehrt „Schwerter“ und „Lanzen“ produziert, an vielen Orten „zieht man das Schwert“ und selbst in friedlichen Regionen wie in der EU „übt man für den Krieg“. Wie schön wäre es, stünde mal wieder der Frieden auf dem globalen Stundenplan! Von Josef Bordat joborezensionen.wordpress.com 02.02.2026
Weitere Pressestimmen
»Friedenspolitik darf sich in der Gegenwart nicht auf Proteste beschränken, sondern muss, wie Kern herausarbeitet, auch die scheinbare Notwendigkeit des Zugriffs auf fossile Energien und auch auf die kritischen Materialien für die erneuerbaren Energien reduzieren. Wenn wir entgegen allen herrschenden Trends den Krieg gründlich verlernen wollen, kann uns das Buch von Bruno Kern wichtige Impulse geben.« Annette Schlemm, in CONTRASTE April 2026
»Das Ende 2025 neu erschienene Buch von Bruno Kern „… den Krieg gründlich verlernen“ stellt sich als kompaktes und umfassendes Kompendium friedenspolitischer Erkenntnisse und Forderungen dar. Auf den 148 Seiten des Buches zieht Kern einen Bogen von Kapitalismuskritik über Klimapolitik und aktuellen Analysen von Krieg und Aufrüstung bis hin zu den Forderungen eines radikalen Pazifismus. […] Insgesamt kann Bruno Kerns inhaltlich umfassendes und angesichts der verhandelten Themenbereiche doch kurz gehaltenes Buch sehr zur Lektüre empfohlen werden. Möge es Pazifist*innen beflügeln und (Noch-)Nicht-Pazifist*innen wertvolle Denkanstöße geben!« Martin Singe, FriedensForum, Februar 2026