Zeit der Oligarchen
Über Wissenschaft, Freiheit und Frieden
Der prophetische Essay über Tech-Oligarchen, Macht und Boy Gangster vom Autor von »Schöne neue Welt«
»Vergessen Sie Orwell, lesen Sie Huxley!« Philipp Blom
Mit gespenstischer Klarsicht nahm Aldous Huxley schon 1946 unsere Gegenwart vorweg: Durch technologischen Fortschritt konzentriert sich politische Macht plötzlich in den Händen weniger. In Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs haben Nationalismus und geopolitische Machtspiele Hochkonjunktur, während Demokratie und Solidarität leiden.
Stilistisch brillant beschreibt Aldous Huxley das aufziehende Zeitalter einer Tech-Oligarchie – einer Welt, in der Boy Gangster in den Regierungen sitzen und das Recht des Stärkeren die Freiheit aller bedroht. Huxleys prophetische Intervention war 80 Jahre lang verschollen. Heute trifft sie mitten ins Mark.
5 Fragen an die Lektorin von »Zeit der Oligarchen«, Annika Domainko
Rezensionen
Krieg als Gangster-Politik: Aldous Huxleys Buch „Zeit der Oligarchen“ geriet zu Unrecht in Vergessenheit, denn es zeigte bereits 1946 mit erstaunlicher Klarheit, wie wissenschaftlicher Fortschritt und oligarchische Machtstrukturen die Freiheit des Menschen bedrohen: Das bekannteste Werk des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1884 bis 1963) ist sicher sein 1932 erschienener Roman „Schöne neue Welt“. Dass sein Essay „Science, Liberty and Peace“ weniger Aufmerksamkeit erhielt, wird dem Text nicht gerecht. Viele Passagen erscheinen dem Leser, als wären sie vor Kurzem geschrieben worden. Der Inhalt ist aktueller denn je. Nachdem der Essay Jahrzehnte verschollen war, wurde er erst letztes Jahr, also 2025, unter dem Titel „Zeit der Oligarchen“ in deutscher Sprache veröffentlicht (1). Das Original „Science, Liberty and Peace“ entstand 1946 im Schatten von Faschismus, Weltkrieg, Hiroshima und dem heraufziehenden Kalten Krieg. In seinem politisch-philosophischen Beitrag stellt Huxley Wissenschaft, Technik, Macht, Freiheit und Krieg in einen engen Zusammenhang und kritisiert fundamental die Fortschritte der Naturwissenschaften unter den Bedingungen von Nationalstaat, Kapitalismus und Machtpolitik. Abgesehen von wenigen veralteten Stellen erscheint der Text wie eine Analyse unserer heutigen Zeit, in der sich die polit-ökonomisch Mächtigen innerhalb der selbst ernannten „westlichen Wertegemeinschaft“ zu einem kriminellen Syndikat gegen Frieden, Einigkeit und Recht und Freiheit zusammengeschweißt haben. Ihr Ziel ist es, eine allumfassende zentralistisch-tyrannische Herrschaftsarchitektur zum Schaden der Völker zu etablieren. In unserer Epoche der digitalen Durchdringung, planvoller gesellschaftlicher Zersetzung und geopolitischer Eskalation sowie technokratischer Heilsversprechen ist Huxleys Text absolut aktuell. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „Wehrdienst und Militarisierung“. Von Ullrich Mies MANOVA 28.05.2026
Über Wissenschaft, Freiheit und Frieden: In „Zeit der Oligarchen“ widmet sich Aldous Huxley technischen Entwicklungen, fehlgeleiteter Wissenschaft und Machtkonzentrationen, die demokratische Strukturen bedrohen. Sein Appell zur Wachsamkeit wirkt heute beklemmend aktuell. Huxleys knapper und dennoch hochspannender Text ist ein Aufruf zu Wachsamkeit und Engagement. [Podcast 5:58] Von Michael Meyer Deutschlandfunk, 17.11.2025
Weitere Pressestimmen
»Ein dicht und brillant komponierter Essay.« Wolfgang Müller-Funk, Die Presse, 03.01.26
»Aus der Erfahrung des Kriegs entwirft Huxley auf knapp hundert Seiten das Bild einer Zeit, die aus den Fugen geraten ist, und warnt vor einer Zukunft, in der sich Macht immer mehr konzentrieren wird.« Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung, 06.12.25
»Wie jeder gute Prognostiker besaß Huxley das Talent zum Hochrechnen aus dem Offensichtlichen.« Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 25.11.25
»Huxleys Analyse liest sich wirklich so als hätte er sie heute Früh auf die Frontseite der New York Times oder des Guardian gestellt.« Susanne Billig, Deutschlandfunk Kultur, 19.11.25
Carl Hanser Verlag (30.06.2026)
Autoreninfos
Übersetzt von
Jürgen Neubauer studierte Anglistik und Germanistik und war als Lektor für das Sachbuchprogramm des Campus Verlags verantwortlich. Heute ist er als freiberuflicher Übersetzer und Buchautor tätig und hat u.a. Yuval Noah Harari, Anne Applebaum, den Dalai Lama und Malcolm Gladwell übersetzt. (Stand: 02.10.2025) Website (30.06.2026): juergenneubauer.wordpress.com