Vorwort von Franz M. Wuketits

Gegenseitige Hilfe
in der Tier- und Menschenwelt

Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt. Er kommt zu dem Schluss, dass jene Lebewesen erfolgreicher überleben, die dieses Prinzip umsetzen.

ISBN 978-3-86569-305-1 3. Auflage 04.2021 18,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Kropotkin illustriert seine Thesen nicht nur auf gelehrte Weise anhand von Quellen aus Biologie, Geschichts- oder Kulturwissenschaft der damaligen Zeit, sondern fügt auch eigene Beobachtungen an, die er auf seinen zahlreichen Reisen gemacht hat.

Peter Kropotkin (1842-1921), gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich doch bald für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit. Zahlreiche Reisen durch Asien und Europa erweiterten seinen Horizont. Er verfasste Artikel für The Times, Nature und die Encyclopaedia Britannica. Seine Beerdigung 1921 wurde von mehreren zehntausend Menschen besucht und war die letzte Massenveranstaltung oppositioneller Kräfte in der Sowjetunion bis 1990.

Mehr Infos

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Wikipedia (DE): Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt

Rezensionen

Seine [Kropotkins] Prophezeiung jedoch, dass Fortschritte im wissenschaftlichen Instrumentarium wie etwa der Mikroskopie noch viele weitere Belege für die natürliche „gegenseitige Hilfe” als Motor der Evolution bringen würden, hat sich ein Jahrhundert später mehr als bestätigt. Wie die US-amerikanische Mikrobiologin Lynn Margulis mit ihren anfangs radikal abgelehnten und mittlerweile allgemein akzeptierten Forschungen gezeigt hat, konnte „höheres Leben” nur durch die Kooperation und nicht durch die Konkurrenz von Bakterien und Mikroorganismen entstehen. Und mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der Biologen nicht eine neue Symbioseform entdecken   – was die neodarwinistischen/neoliberalen Theorien von Egoismus und Konkurrenz als Allheilmittel ernsthaft unterminiert. Insofern sollte es an der Zeit sein, auch die gesellschaftstheoretischen und genossenschaftlichen Analysen des wissenschaftlichen Visionärs Kropotkin wiederzuentdecken. Von Matthias Bröckers 07.02.2013 seniora.org 18.04.2013

Man könnte Kropotkins Sozialgeschichte weiter fortschreiben. Viele der von ihm beschriebenen sozialen Strukturen sind in der neoliberalen Privatisierungswelle der letzten zwei Jahrzehnte zum Nutzen weniger zerstört worden. Aber auch neue soziale Strukturen, wie z.B. die Bürgerinitiativen, haben sich gebildet, um sich gegen über die Köpfe der Bürger hinweg getroffene, politische Entscheidungen zu wehren. Es gibt daher durchaus einen „Kampf“ in der Geschichte der Menschheit. Dies ist aber nicht der Kampf aller gegen aller, sondern der Kampf einiger weniger, auf ihre a-sozialen Privatinteressen bedachter Herrschender, gegen die große Gruppe der Beherrschten. Früher pflegte man diesen Kampf den Klassenkampf zu nennen. Kropotkin belegt in seiner Sozialgeschichte nicht nur die große Solidarität der Menschen untereinander, sondern auch die fortdauernde Existenz dieses Kampfes. [PDF] Von Thomas Heinrichs Zeitschrift für Kultur und Weltanschauung 2011

Autoreninfos

Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, in deutschen Buchausgaben oft Peter Kropotkin, (1842 - 1921) war ein russischer Anarchist, Geograph und Schriftsteller sowie Fürst.

Wikipedia (DE): Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Vorwort von

Franz Manfred Wuketits (1955 - 2018) war ein österreichischer Biologe (Zoologe), Wissenschaftstheoretiker, Hochschullehrer und Schriftsteller. Seine Arbeitsgebiete waren hauptsächlich Geschichte und Theorie der Biowissenschaften, Evolutionstheorie, evolutionäre Ethik, evolutionäre Erkenntnistheorie und Soziobiologie. Quelle: Wikipedia (DE)

Übersetzt von

Gustav Landauer (geboren am 7. April 1870 in Karlsruhe; ermordet am 2. Mai 1919 im Gefängnis Stadelheim in München): Anarchist, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer, Philosoph, Antipolitiker und Antimilitarist. Gustav Landauer wurde in ein liberales jüdisches Elternhaus geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf. Er gilt als bedeutendster Vertreter des anarchistischen Sozialismus im deutschsprachigen Raum. Bis 1917 war er als Redakteur, Redner und Organisator zahlreicher libertärer Projekte hauptsächlich in Berlin aktiv. Hier lernte er u.a. Fritz Mauthner, Bruno Wille, Hedwig Lachmann, Erich Mühsam und Martin Buber kennen. Landauer war Redakteur der Zeitschrift "Der Sozialist", Mitbegründer u.a. der Neuen freien Volksbühne (1892), der Konsumgenossenschaft "Befreiung" (1895), des Sozialistischen Bundes (1908) und der Zentralstelle Völkerrecht (1916). Im November 1918 ging er auf Einladung Kurt Eisners nach München, wo er in den Revolutionären Arbeiterrat kooptiert wurde. Während der ersten Räterepublik vom 7. bis 13. April 1919 war er "Volksbeauftragter für Volksaufklärung" (ehem. Kultusminister). Im Zuge der Niederschlagung der zweiten, kommunistischen Räterepublik wurde Landauer verhaftet und am 2. Mai 1919 bei seiner Einlieferung in das Gefängnis Stadelheim von einer Soldateska gelyncht.

Wikipedia (DE): Gustav Landauer  |  Website: gustav-landauer.org Gustav Landauer Initiative  |  Youtube: Playlist "Gustav Landauer" von cbartolf

Verlag

Erstellt: 07.05.2026 - 11:26  |  Geändert: 07.05.2026 - 12:18