Hinter der vermeintlichen Ideologiefreiheit der liberalen Demokratien versteckt sich in Wahrheit ein Welt- und Menschenbild, das in seinem totalen Machbarkeitswahn die Humanität bedroht. Markus Vahlefeld deckt auf, warum das, was momentan politisch und soziologisch wie blanker Irrsinn erscheint, die logische Folge jahrzehntelang propagierter Grundannahmen ist. Denn die liberalen Demokratien waren in ihrer praktischen Ausprägung nie liberal. Und nun verwandeln sie auch die Demokratie in eine Lüge.
Humanität (Thema)
"Abgeschoben. Ausgegrenzt, unerwünscht und illegalisiert – seit Jahren treffen wir Roma nach der Abschiebung in Serbien. Vor 10 Jahren erschienen die ersten Recherchebände zur Situation in Serbien, Kosovo oder Nordmazedonien. Sie sind Produkt eines interdisziplinären Recherche-Projektes von Anwält:innen, Journalist:innen und Ärzt:innen, alle bleiben!, Landesflüchtlingsräten, unterstützt Pro Asyl.
Schwerpunkt dieser Ausgabe: Aufrüstung, Sicherheit, Sozialstaat, Hetze gegen Russland und die humanitäre Katastrophe in Gaza.
„Auch heute gilt die Parole: Kanonen statt Butter“ – das erklärte der „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Heß den Deutschen im Oktober 1936. Was dem folgte, ist bekannt: ein Weltkrieg mit Millionen Opfern, zerstörten Ländern und eine lange blutlose Zeit der Aufrüstung nach Kriegen. Geblieben ist bis heute diese Redewendung, an die immer wieder erinnert wird, wenn es um Aufrüstung und den Preis dafür geht, den die Gesellschaft zahlen muss.
»Ich will mittendrin sein, genau hinsehen, Partei ergreifen. Nicht in der Distanz erfrieren.« Peggy Parnass
Als »Ikone im Kampf für die Gerechtigkeit« wurde die Hamburger jüdische Autorin, Schauspielerin und Aktivistin Ruth »Peggy« Sophie Parnass (11.10.1927 - 12.3.2025) immer wieder bezeichnet. Sie war ein Liebling der Medien, fotogen, liebenswert, erfrischend emotional. Das Echo auf ihren Tod war überwältigend.
Dieser Sammelband erschließt die kleineren Schriften von Leo N. Tolstoi (1828-1910) über die Verweigerung des Mordhandwerks sowie Darstellungen zur Geschichte der Gegner des Militärdienstes in Russland: "Wenn du in Wahrheit Gottes Willen erfüllen willst, kannst du nur eines tun, den schmachvollen und gottlosen Beruf eines Soldaten abwerfen und bereit sein, alle Leiden, welche dir dafür auferlegt werden, geduldig zu ertragen." (1901)
»Alles kann besser werden, außer dem Menschen«, so steht es in einer der Keuner-Geschichten von Bertolt Brecht. Diese Phrase pointiert die eigenwillige, historisch wie pragmatisch angelegte Anthropologie des marxistischen Dramatikers: Stets sucht er nach Ansatzpunkten, um gesellschaftliche Veränderung ohne moralische Verbesserung der Menschen zu denken und praktisch zu organisieren.
Humane Bewährung in bedrohenden Zeiten - so könnte man das Leben Victor Klemperers (1881-1960) resümieren. Der namhafte Romanist hinterließ bei seinem Tod neben dem legendären LTI und weiteren wissenschaftlichen Texten auch tausende Seiten persönlicher Tagebuchnotizen aus mehr als sechs Jahrzehnten, ...
Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Gabun in Zentralafrika: Der Arzt Dr. Albert Schweitzer betreibt hier ein Krankenhaus, das sich auf die Behandlung von Lepra spezialisiert hat. Ende der 1940er-Jahre reist er in die USA. Dort trifft er Albert Einstein, der ihn dazu ermutigt, auf die Gefahren der Wasserstoffbombe hinzuweisen. Daraufhin starten die amerikanischen Behörden eine großangelegte Verleumdungskampagne, die ihn zum Schweigen bringen soll...
Angesichts der »neuen Flüchtlinge« aus dem Globalen Süden und mit Ende des Nachkriegsbooms zeichnete sich in den westlichen Gesellschaften seit den 1970er-Jahren eine restriktive Wende in der Asyl- und Migrationsfrage ab. War es in dieser Konstellation denkbar, eine emanzipatorische Asylpolitik »von unten« zu praktizieren? Jonathan Pärli untersucht diese Frage am Beispiel der »anderen Schweiz«, einer innovativen und international vernetzten Solidaritäts- und Protestbewegung.