Das weiße Denken. Von Lilian Thuram

Was bedeutet es, weiß zu sein? Der frühere französische Fußballstar Lilian Thuram engagiert sich seit langem in der antirassistischen Bildungsarbeit. Anschaulich beschreibt er, wie die europäischen Gesellschaften die Kategorien Schwarz und weiß erfunden haben, um Kolonialismus, Versklavung und Ausbeutung zu rechtfertigen. Bis heute zementiert das weiße Denken Herrschaftsverhältnisse und Ungleichheit in der ganzen Welt. In vielen Beispielen, auch aus seiner persönlichen Erfahrung, zeigt Thuram, wie diese Deutungsmuster funktionieren und wie sie allgemeingültig werden konnten.

ISBN 978-3-96054-288-9     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Thuram bezieht sich immer wieder auf postkoloniale Diskurse, auf Frantz Fanon und Aimé Césaire, James Baldwin und Maya Angelou, Toni Morrison und Achille Mbembe. Sein Buch ist ein zutiefst humanistischer Appell, eingeschliffene Denkstrukturen zu hinterfragen, um so das Fundament für neue Solidaritäten zu legen. Nur dann können wir einander endlich wieder als Menschen begegnen - und die Krisen der Gegenwart gemeinsam bewältigen.

Mehr Infos...

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

... eines der Grundprinzipien von Thurams Buch: Es ist die Aufforderung, alles, was wir für selbstverständlich gegeben halten, aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und zu bewerten. Oder anders ausgedrückt: die Perspektive des weißen Denkens in Frage zu stellen. → SWR2 22.05.2022

„Weiß ist vor allem ein Denken, nicht die Realität.“ Seit seinem Karriereende klärt Lilian Thuram über koloniale Kontinuitäten auf. Dabei kritisiert er auch Europas Flüchtlingspolitik und den Profifußball. Von Inga Hofmann → Tagesspiegel 18.05.2022

«Ich habe ja nicht das Recht, wütend zu sein.» Erst Welt- und Europameister, dann antirassistischer Aktivist und Autor: Der frühere Fussballer und französische Rekordnationalspieler Lilian Thuram erläutert im Interview, warum er ein Buch über das «weisse Denken» geschrieben hat – und wieso er sich als Schwarzer Gefühlsausbrüche versagen muss.Von Daniel Hackbarth und Franziska Meister → WOZ 31.03.2022

Lilian Thuram und sein Kampf gegen Rassismus. Das große Thema des Lilan Thuram – Ex- Spitzenverteidiger der Nationalelf Frankreichs – ist der Rassismus. Kein Wunder, er verbrachte seine Jugend in einer der Vorstädte von Paris, deren Bewohner Nicolas Sarkozy, damals Präsident der Republik, als "Gesindel" verunglimpfte. Von: Thies Marsen → BR 14.03.2022

Presse:

»Das weiße Denken ist ein großes Werk. Nicht nur ›gut für einen Fußballer‹, wie mancher vielleicht abfällig sagen würde, sondern ein hervorragender und detailliert recherchierter Beitrag zu postkolonialen Debatten.« Alina Schwermer, taz

»Lilian Thuram ist unerbittlich in seiner Haltung und scharf in den Diagnosen. Aber er zeigt sich, das beweist sein Buch, als ein Humanist mit universellen Werten. Werten, mit denen sich das weiße Denken bis heute schmückt.« Christoph Schröder, SWR2 Lesenswert

»Das ist die Stärke dieses gut dokumentierten und extrem lehrreichen Essays: Thuram zeigt geduldig und in zahlreichen Beispielen, wie die europäischen Gesellschaften die Weißen erfunden haben, indem sie die Schwarzen erfunden haben.« Le Monde

Der Autor:

Lilian Thuram, geboren 1972 in Guadeloupe, ist ehemaliger Profifußballer, französischer Rekordnationalspieler, Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000. Seit Jahrzehnten engagiert er sich in der antirassistischen Aufklärungsarbeit. 2008 beendete er seine sportliche Karriere und gründete die Stiftung »Éducation contre le racisme, pour l’égalité«. Er ist Autor mehrerer Bücher und wurde für sein Engagement mit diversen Preisen und Ehrendoktorwürden ausgezeichnet.

Der Autor auf Wikipedia

White Thinking in sport and beyond: an evening with Lilian Thuram

White Thinking in sport and beyond: an evening with Lilian Thuram
UCL Youtube 17.05.2022

Lilian Thuram | "Racism is a political issue, not societal" | His racial awakening

Lilian Thuram | "Racism is a political issue, not societal" | His racial awakening
Off the ball Youtube 28.01.2022

 

Erstellt: 26.05.2022 - 06:22  |  Geändert: 26.05.2022 - 06:36