Die eine Menschheit
Appelle für den Frieden

Ein Manifest für Vertrauen, Toleranz und Ethik - aktueller denn je

Was bedeutet Frieden? Und wie können wir ihn dauerhaft erreichen? Die Appelle in Viktor Frankls Reden sind über 70 Jahre alt, verhallt sind sie längst nicht. Angesichts der aktuellen Kriege und Krisen in der Welt - nicht zuletzt mitten in Europa - lohnt es sich, Frankls Gedanken und Ideen intensiv zu lesen.

ISBN 978-3-7109-0167-6 1. Auflage 21.04.2023 24,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)


- Was bedeutet Frieden? Die wichtigsten Reden Viktor Frankls in einem Band

- Nachdenken und Diskutieren über Menschlichkeit und Wege zu Frieden und Versöhnung in der Welt

- Mit einem Vorwort von Österreichs Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel

- Mit kommentierenden und reflektierenden Texten prominenter Persönlichkeiten

- Frankls Aufruf zum Frieden: Historische Einordnung durch seine Weggefährtin Elisabeth Lukas

Gedanken zum Frieden: Trotzdem ja zum Leben sagen mit Vergebung und Menschlichkeit

Dokumente, die sich mit Humanität befassen, sind in diesen Tagen unverzichtbar. Aus all diesen Friedenstexten ragen die Worte Viktor Frankls (1905-1997) heraus. Denn er, der seine Familie im Holocaust verlor und selbst dem Tod im KZ nur knapp entkam, hätte wohl allen Grund gehabt, verbittert zu sein. Doch Frankl hat es geschafft, solchen Gefühlen nie Raum in seinem Herzen zu geben. Er verwandelte das Unfassbare seiner Erlebnisse in Vergebung. Schon kurz nach dem Krieg forderte der Begründer der Logotherapie, im Sinne des Friedens nicht mehr nach Völkern zu unterscheiden. Er wünschte sich "eine Menschheit, die nur mehr eine Unterscheidung kennt: die Unterscheidung zwischen Menschen und Un-menschen."

Seine Appelle an Psychologie und Politik wurden neu aufgelegt und lesen sich wie für unsere Zeit geschrieben. Auch und gerade heute ist dieses inspirierende Buch mit Frankls Ansätzen ein wichtiger Impuls für eine bessere Zukunft dieser Welt.

Vorwort von Wolfgang Schüssel.

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Inhaltsverzeichnis

Autoreninfos

Viktor Frankl (1905–1997) war ein österreichischer Neurologe, Psychiater, Philosoph und Autor sowie der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Bereits als Jugendlicher beschäftigte er sich mit Psychologie, korrespondierte mit Sigmund Freud und bewegte sich später zeitweise im Umfeld Alfred Adlers. Während seines Medizinstudiums rückte er die Frage nach dem Sinn des Lebens immer stärker ins Zentrum seiner Arbeit. Ende der 1920er Jahre gründete er in Wien Jugendberatungsstellen zur Suizidprävention; später leitete er den sogenannten Selbstmörderinnenpavillon eines psychiatrischen Krankenhauses und behandelte dort Tausende suizidgefährdeter Frauen.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs durfte Frankl als Jude nur noch jüdische Patienten behandeln. Im Wiener Rothschild-Spital versuchte er durch ärztliche Gutachten, psychisch kranke Menschen vor der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zu bewahren. 1942 wurde er mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert, später nach Auschwitz und in Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Sein Vater, seine Mutter, sein Bruder und seine erste Frau wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Frankl selbst wurde 1945 in Türkheim befreit. 

Nach seiner Rückkehr nach Wien verarbeitete er seine Lagererfahrungen in dem 1946 erschienenen Buch … trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, das unter dem englischen Titel Man’s Search for Meaning weltweit bekannt wurde. Frankl beschreibt darin nicht nur die seelischen Folgen der Lagerhaft, sondern entwickelt die These, dass Menschen selbst unter extremen Bedingungen eine innere Freiheit bewahren können: die Freiheit, zur gegebenen Situation Stellung zu nehmen. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und zählt zu den international einflussreichsten Werken über Sinnsuche, Leiden und menschliche Widerstandskraft. 

Frankls Logotherapie beruht auf der Annahme, dass der Mensch nicht in erster Linie nach Lust oder Macht, sondern nach Sinn strebt. Sinn wird nach Frankl nicht beliebig erfunden, sondern in konkreten Lebenssituationen entdeckt: durch eine schöpferische Leistung, durch die Begegnung mit einem Menschen oder durch die Haltung, die jemand gegenüber unabänderlichem Leiden einnimmt. Dabei betonte er ausdrücklich, dass Leiden nicht notwendig sei, um Sinn zu finden; nur unvermeidbares Leiden könne durch eine verantwortliche Haltung in eine menschliche Leistung verwandelt werden. Freiheit war für ihn deshalb immer an Verantwortung gebunden. 

Zu den zentralen Begriffen seiner Lehre gehören Selbsttranszendenz und Selbstdistanzierung. Selbsttranszendenz bezeichnet die Fähigkeit, über sich selbst hinaus auf eine Aufgabe, einen anderen Menschen oder einen Sinn ausgerichtet zu sein. Selbstdistanzierung ermöglicht es, sich von Ängsten, Zwängen und Symptomen innerlich abzusetzen. Daraus entwickelte Frankl therapeutische Verfahren wie die paradoxe Intention, bei der ein Mensch das Gefürchtete bewusst und möglichst humorvoll übersteigert, sowie die Dereflexion, die die Aufmerksamkeit vom eigenen Symptom auf eine sinnvolle Aufgabe umlenkt. 

Nach dem Krieg leitete Frankl bis 1971 die Wiener Neurologische Poliklinik. Er erhielt eine Professur für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und lehrte als Gastprofessor unter anderem in den Vereinigten Staaten. Sein Werk umfasst mehr als 30 Bücher, darunter Ärztliche Seelsorge, Der unbewusste Gott, Theorie und Therapie der Neurosen, Der leidende Mensch und seine Autobiografie Was nicht in meinen Büchern steht. Seine Logotherapie wurde als „dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ neben Freuds Psychoanalyse und Adlers Individualpsychologie bekannt. 

Frankls Bedeutung reicht über die Psychotherapie hinaus. Seine Schriften verbinden medizinische Erfahrung, Existenzphilosophie, Anthropologie und Ethik. Im Mittelpunkt stehen die Würde des Menschen, seine Entscheidungsfähigkeit und seine Verantwortung auch unter schwierigen Bedingungen. Zugleich wurde sein Werk kritisch diskutiert, etwa wegen der Gefahr, die Sinnfrage könne als moralische Forderung an Leidende missverstanden werden. Frankl selbst wandte sich jedoch gegen jede pauschale Verherrlichung des Leidens und gegen die Vorstellung, der Überlebenswille allein entscheide über Leben und Tod. Sein Ansatz beeinflusste Psychotherapie, Seelsorge, Pädagogik, Palliativmedizin und die moderne Resilienz- und Sinnforschung. 

Wikipedia (DE): Viktor Frankl  |  Wikipedia (EN): Viktor Frankl  |  Viktor-Frankl-Institut

Erstellt: 07.06.2023 - 07:49  |  Geändert: 03.08.2026 - 15:08