Siehe auch
Kapitalismus (Thema)
In den kommenden Jahren werden entscheidende Weichen in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz gestellt, die die Entwicklung unserer Gesellschaft maßgeblich beeinflussen. Um politisch in diese Veränderungen eingreifen zu können, braucht es ein Verständnis algorithmischer Systeme als zentrale Treiber dieses Prozesses, eine Beschäftigung mit ihrer Funktionsweise und Wissen darüber, wie sie konkret daran beteiligt sind, unsere Welt zu verändern.
Mithilfe einer Kombination aus praktischen Beispielen und einem Rückgriff auf liberale, marxistische und poststrukturalistische politische Theorien wird diese in aktuellen Debatten vernachlässigte stille Revolution nachvollzogen und gezeigt, welche Kämpfe angenommen werden müssen und was wir zu gewinnen haben.
»Am Anfang geht es darum, das Eis zu brechen. Der folgende Versuch, ins Kapital, die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx, einzuführen, unterscheidet sich von bisherigen Versuchen vor allem dadurch, dass er dessen Lektüre nicht ersetzen, sondern erleichtern soll. Als Motto könnte darüber stehen: Nur für ›Kapital‹-Leser geeignet! … Es soll den Anfänger einführen – aber nicht in die fertigen Lehren, sondern in ihre Verfertigung.« (Aus dem Vorwort zur ersten Auflage von 1974)
Wolfgang Fritz Haugs 1971 erschienene Studie über die politökonomische Funktion der Werbung gilt weltweit längst als Standardwerk. Dabei erscheinen uns Haugs Beispiele, die noch den Geist des fordistischen Massenkonsums atmen, heute angesichts globalisierter Marken und Werbekampagnen geradezu als harmlos. Die Informationstechnologie hat den Produzenten des kommerziellen Imaginären neue, effizientere Zirkulationsmedien zur Verfügung gestellt. Daher hat der Autor seinen Klassiker nun um aktuelle Analysen zur Warenästhetik im transnationalen High-Tech-Kapitalismus ergänzt. Er zeigt, daß die Gedanken aus der Zeit nach 1968 nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Seit einiger Zeit sucht ein neues Gespenst Europa heim: der Islam. Allzu oft stellen selbst wohlmeinende Liberale das moderne Wiederaufleben des Islam als eine neue „invasive Bedrohung“ dar – intolerant, mittelalterlich und barbarisch – die den Kommunismus als Hauptbedrohung für die westliche Zivilisation und Werte abgelöst hat.
Für Aziz Al-Azmeh ist diese orientalistische und rassistische Sicht auf den Islam nichts anderes als ein Spiegelbild der Mythen, die von islamischen Fundamentalisten und Radikalen verbreitet werden. Beide Ansichten teilen eine falsche und ahistorische Vorstellung vom Islam als einer unveränderlichen und monolithischen Einheit. Indem er sowohl seine sozialen Ursprünge als auch seine intellektuelle Genealogie untersucht, überdenkt Al-Azmeh die Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen neu und deckt dabei eine reiche und faktenbasierte Geschichte der Interaktion auf.
Beton verkörpert die kapitalistische Logik und stellt die konkrete Seite der Warenabstraktion dar. Wie diese löscht er alle Unterschiede aus. Als in astronomischen Mengen hergestelltes Industrieprodukt hat Beton die ganze Welt erobert, trotz seiner verheerenden Folgen für Umwelt und Gesundheit. Er hat die traditionellen Bauweisen verdrängt und alle Orte einander gleichgemacht. Monotonie des Materials, Monotonie der damit seriell, nach wenigen Modellen erstellten Bauten und geplante Obsoleszenz unterscheiden ihn von allen anderen Baumaterialien. Beton verwandelt Gebäude in Waren und trägt so zu einer Welt bei, in der wir nicht mehr zu Hause sind.
Wenn die heutige Gesellschaft von Ware, Wert, Geld und abstrakter Arbeit beherrscht wird, welche Subjektform entspricht ihr?
Anselm Jappe verbindet die Erkenntnisse der Wertkritik mit denen der Psychoanalyse, von Freud über Erich Fromm und Herbert Marcuse bis zu Christopher Lasch, und zeigt, dass der Narzissmus das psychische Gegenstück zum Warenfetischismus ist. Das Subjekt ist kein freies und autonomes Individuum, sondern das Substrat der Verinnerlichung kapitalistischer Zwänge und ihrer Tendenz zur Entgrenzung.
Fortschritt für 1%, Kosten für 99% der Menschen
Dieses Buch ist eine schonungslose Abrechnung mit der Tech-Welt und ihrer dominanten Kultur. Es entlarvt die »Techbro«-Mentalität - eine Mischung aus Machtstreben, toxischer Selbstüberschätzung und der Illusion, Fortschritt exklusiv für wenige schaffen zu können. Menschen wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg wollen die Welt nicht retten - sie wollen sie besitzen.
Aya Jaff war einst mittendrin. Nun schaut sie hinter die glänzenden Fassaden der Branche, ...
Info
1.0 Einleitung: Definition einer neuen globalen Ära
Die Welt befindet sich in einer Phase tiefgreifender geopolitischer Umwälzungen, die durch neue und eskalierende Konflikte gekennzeichnet ist. Um diese Entwicklungen strategisch zu deuten, ist ein neues analytisches Vokabular erforderlich. Der Begriff des Hyperimperialismus beschreibt ein neues, gefährliches und dekadentes Stadium des Imperialismus, das die heutigen globalen Machtverhältnisse prägt. Die strategische Notwendigkeit, dieses Konzept zu verstehen, liegt in seiner Fähigkeit, die Mechanismen hinter den wachsenden Spannungen, wirtschaftlichen Verwerfungen und militärischen Konfrontationen zu entschlüsseln.
In Talkshows, sozialen Medien und Feuilletons wird täglich Kritik geäußert: an Altersarmut, steigenden Mieten, Umweltzerstörung, dem Gender-Pay-Gap oder autoritären Chef:innen. Die Empörung ist allgegenwärtig. Und dennoch verändert sich kaum etwas. Warum bringt Kritik so wenig - obwohl wir so viel davon haben?
Thomas Kobuk nimmt in diesem Essay die Kritik selbst in den Blick.
Der Staat versagt – diese Feststellung kann angesichts der Entwicklung, die seit Jahren zu beobachten ist, schon als Binsenweisheit gelten.
Diese Aussage widmet sich im Schwerpunkt den Erscheinungsformen, aber auch den Ursachen dieses Versagens. Doch da wäre eigentlich zuerst die Frage zu klären, was das ist: der Staat. Ist er eine moderne Form der Machtausübung der herrschenden und besitzenden Klasse? Ist es ein notwendiger Entwicklungsschritt der hochkomplexen, arbeitsteiligen Gesellschaft, um diese zu organisieren und am Laufen zu halten? Und wessen Interessen dient der Staat oder hat er zu dienen? Die Antwort hängt von der Sicht auf seine Funktion ab.
