Psychoanalyse

Afropessimismus. Von Frank B. Wilderson III

Was es heißt, Schwarz zu sein: Afropessimismus ist ein Aufschrei und eine radikale Antwort auf eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.
Wie erklärt sich die brutale Alltäglichkeit der Gewalt gegen Schwarze Menschen? Warum bestimmt die Geschichte der Sklaverei ihre Erfahrungen bis heute? Wie kommt es, dass Rassismus jeden Aspekt des sozialen, politischen und geistigen Lebens berührt? Frank B. Wilderson III begegnet diesen Fragen in einer Weise, die so komplex ist wie unsere Verstrickungen in sie: Teils einschneidende Analyse, teils bewegendes Memoir, zeugt »Afropessimismus« davon, was es heißt, Schwarz - und das heißt für Wilderson immer zugleich, kein Mensch - zu sein. Er schildert eine nur scheinbar idyllische Kindheit in einem weißen Vorort von Minneapolis, die politisierten 1970er- und 1980er-Jahre, seinen Aktivismus gegen die südafrikanische Apartheid und die Gewalt, die ihm als Wissenschaftler noch heute begegnet.

ISBN 978-3-7518-0333-5     28,00 €  Portofrei     Bestellen

Anna Freud. Gedichte. Prosa. Übersetzungen. Von Brigitte Spreitzer

Die Psychoanalytikerin Anna Freud ist nicht nur Insidern ein Begriff. Als Dichterin aber kennt sie kaum jemand. Brigitte Spreitzer macht die literarischen Texte von Sigmund Freuds jüngster Tochter zum ersten Mal vollständig zugänglich und liest sie in der Einführung zur Edition als paradigmatische Dokumente der Auseinandersetzung einer jungen Frau aus dem assimilierten jüdischen Bürgertum mit den sozialhistorischen und kulturellen Bedingungen im Wien der Jahrhundertwende. Damit können wir sie als Teil eines historischen Prozesses begreifen, der durch das Ringen von Frauen um Zutritt zu Kultur, Bildung und Wissen gekennzeichnet ist.

ISBN 978-3-205-79497-4     35,00 €  Portofrei     Bestellen (nicht gesichert möglich) 

Theorie der Gesellschaft und empirische Sozialforschung. Zur Logik der Aufklärung des Unbewussten. Von Gerhard Stapelfeldt

Die Feststellung Adornos aus dem Jahre 1957, "daß das, worauf es eigentlich ankäme, die Verbindung empirischer Erhebungen mit theoretisch zentralen Fragestellungen, trotz vereinzelter Ansätze bis heute nicht gelungen" sei, ist heutzutage alles andere als überholt. Gerade wo an die Stelle eines bestimmten Begriffs von Gesellschaft die unbestimmte Metapher der "Globalisierung" getreten ist, setzt sich ein verdinglichtes, gesellschaftliche Verhältnisse individualisierendes und fetischisierendes Bewusstsein durch, das die Bewusstlosigkeit seiner Gesellschaftlichkeit ideologisch verdoppelt. Eine Theorie der Gesellschaft, die ihrem Begriff entspricht, ist nur als kritische Theorie möglich, was heißt, sie ist kritisch nur als immanent ansetzende, die gegebene Gesellschaft transzendierende Theorie, die die Differenz zwischen Sein und Schein, Selbstverständnis und Selbsttäuschung, Realität und Utopie freilegt: So ist sie Krisentheorie, Theorie des gesellschaftlichen Widerspruchs von existierender Unvernunft und utopischem Vernunftanspruch, von Irrationalität und Rationalität, von Verdinglichung und vernünftiger Transzendenz.

ISBN 978-3-924627-13-3     31,00 €  Portofrei     Bestellen

Aufstieg und Fall des Individuums. Kritik der bürgerlichen Anthropologie. Von Gerhard Stapelfeldt

Die konformistische Gesellschaft ist, paradox, eine ent-individualisierte, darum atomisierte Gesellschaft durch ihre totale Bewusstlosigkeit: durch ihre Erinnerungs- und Hoffnungslosigkeit. Wenn die Psychoanalyse diesen gesellschaftlichen Autoritarismus im Individuum als verinnerlichte Herrschaft aufklärt, so verweist sie auf die Struktur des zugrunde liegenden logos der societas. Dieser wäre, in der Tradition der Marxschen Kritik, durch eine Dialektik der ökonomischen Rationalisierung aufzuklären, die die Entwicklung des politisch-ökonomischen Fetischismus zu einem gesellschaftlichen Irrationalismus geschichtsphilosophisch nachzeichnete. Gesellschaftstheoretisch entspräche dem eine Kritik der bürgerlichen Anthropologie.

ISBN 978-3-86259-117-6     38,00 €  Portofrei     Bestellen

Zwei Enthüllungen über die Scham. Von Robert Pfaller

Eine scharfsinnige und provokante philosophische Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Debatte um das Thema »Shaming« von SPIEGEL-Bestseller-Autor Robert Pfaller.

In unserer Kultur der sozialen Medien finden viele, dass andere sich schämen sollten: Großkonzerne, Steuerhinterzieher, weiße, männliche Heterosexuelle, Dicke, Hässliche, Gegner. Früher wollte man mit Andersdenkenden diskutieren. Heute versucht man, sie nicht zu Wort kommen zu lassen. Das ist wie bei der Scham. Denn bei der Scham muss immer etwas weg: Jemand möchte im Boden versinken oder am liebsten tot sein.

In seinem neuen Buch »Zwei Enthüllungen über die Scham« untersucht Robert Pfaller die Hintergründe dieses Phänomens.

ISBN 978-3-10-397137-8     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Wilhelm Reich. Leben und Werk. Von David Boadella

Wilhelm Reich (1897-1957) war einer der originellsten Denker des 20. Jahrhunderts. Neben C.G. Jung war er einer der genialsten Kollegen Sigmund Freuds. Heute wird der geistige Vater der Körperpsychotherapie neu entdeckt, denn seine Forschungen machten den Arzt und Psychiater auch zu einem Pionier der Krebs- und Immunologieforschung sowie der Neurobiologie. Seine bahnbrechende Entdeckung einer heilenden Energie wird erst heute in ihrer ganzen Bedeutung erkannt. David Boadella beschreibt Reichs abenteuerliches und tragisches Leben und erschließt sein bedeutendes Werk.

ISBN 978-3-8379-3061-0     39,90 €  Portofrei     Bestellen

Wilhelm Reich – Erforscher des Lebendigen. Eine Biografie. Von Myron Sharaf

Was ist Leben? Diese Frage prägte die Forschungen des österreichischen Psychoanalytikers und Artzes Wilhelm Reich (1897-1987). Dabei überschritt er die engen Grenzen der Fachdisziplinen. Den Sexualwissenschaften, der Psychotherapie, der Säuglingsforschung und der kritischen Analyse des Faschismus gab er neue Impulse. Später richteten sich seine Interessen auch auf Fragestellungen der Human- und Naturforschung, der Mikrobiologie, der Krebs- und Lebensenergieforschung sowie der Meteorologie.

ISBN 978-3-8379-2925-6     49,90 €  Portofrei     Bestellen

»Eichmann schlägt Erschießen vor.« Psychologische Analyse des NS-Verbrechers und kritische Auseinandersetzung mit Hannah Arendt. Von Christian Spengler

Die Debatte über die Person Adolf Eichmanns ist seit den 1960ern von Hannah Arendts Beobachtung des Eichmann-Prozesses in Jerusalem geprägt. Christian Spengler stellt Arendts damalige Einschätzung mithilfe moderner Ansätze der Psychoanalyse erstmals grundlegend und umfassend infrage. Die Studie ist nicht nur eine Bereicherung für die NS-TäterInnenforschung und für die Diskussionen, die auf Arendts Äußerungen über die Tötungsbürokratie folgten. Spengler zeigt auch exemplarisch die Chancen psychoanalytisch fundierter Untersuchungen historischer Persönlichkeiten: Das theoretische Instrumentarium ermöglicht ihm die detaillierte diagnostische Einschätzung einer schweren Persönlichkeitsstörung Eichmanns.

ISBN 978-3-8379-2902-7     59,90 €  Portofrei     Bestellen

Das Verstummen der Götter und die Erfindung des europäischen Denkens. Entwurf einer psychoanalytischen Mentalitätsgeschichte. Von Eberhard Th. Haas

Als die Frühmenschen begannen, ihre Toten zu bestatten, eröffnete sich ihnen das Reich des Übernatürlichen. Mit ihren Ahnen und Göttern standen sie in naturhaft-mystischer Verbindung und Abhängigkeit. Mit der Erfindung der Schrift erfolgte vor dreitausend Jahren ein einschneidender Epochenwechsel, die Achsenzeit. Der sich emanzipierende europäische Geist ließ die Götter verstummen, Menschen entwickelten Individualität und ein sich seiner selbst bewusstes Ich. Eberhard Th. Haas entwirft eine psychoanalytisch orientierte Mentalitätsgeschichte und widmet sich der Frage, vor welche Herausforderungen uns ein digitaler Epochenwechsel stellen könnte.

ISBN 978-3-8379-2979-9     44,90 €  Portofrei     Bestellen

Die zwei Zeiten der Revolution. Würde, Macht und die Politik der Zapatistas. Von John Holloway

Der zapatistische Aufstand in Chiapas ist seit über zehn Jahren eine Inspirationsquelle für die Intellektuellen der westlichen Welt. Angeregt durch die neuen Politikformen der sozialen Bewegung im Süden Mexikos, hat der in Puebla / Mexiko lehrende Soziologe John Holloway ein neues Verständnis von Begriffen wie Macht und Würde in politischen Prozessen entwickelt. Seine Thesen wurden - über das akademische Feld der Sozialwissenschaft hinaus - auch und vor allem in den Reihen der globalisierungskritischen Bewegung breit rezipiert.

ISBN 978-3-98514-025-1     10,00 €  Portofrei     Bestellen

Seiten