Rechte Kräfte wie die AfD, Viktor Orbán oder Steve Bannon verfolgen seit einigen Jahren eine Strategie, die gefährliche Erfolge zeigt. Wenn ihnen vorgeworfen wird, sich rassistischer oder gar neofaschistischer Methoden zu bedienen, haben sie oft eine schnelle Antwort parat: Wer bedingungslose Solidarität mit Israel verkündet, kann kein Nazi sein. Die Beiträger_innen eruieren diese berechnende Rhetorik und zeigen, wie die Instrumentalisierung des Holocaust durch die Neue Rechte die demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft gefährdet.
Ideologiekritik (Thema)
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Zusammenfassung und Infografik
Dieses Dokument fasst die zentralen Argumente eines philosophischen Essays von Fernando Buen Abad Domínguez sowie den umgebenden geopolitischen Kontext zusammen, der in einer Reihe von Nachrichtenmeldungen von Ende 2025 und Anfang 2026 dargestellt wird. Die Analyse ist zweigeteilt: Zuerst wird die ideologiekritische Auseinandersetzung des Autors mit dem Konzept des „Neujahrs“ als Werkzeug des Kapitalismus zur Aufrechterhaltung des Status quo beleuchtet. Anschließend werden diese philosophischen Überlegungen in den Kontext einer schweren internationalen Krise gestellt, die eine militärische Intervention der USA in Venezuela unter der Führung von Donald Trump und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro umfasst.
Rasante Jahre liegen hinter ihm und der Welt, als Max Weber 1920 plötzlich stirbt. Im Krieg war er als politischer Publizist bekannt geworden, der sich liberaldemokratischen Staatsreformen verschrieb. Nach Kräften kämpfte Weber dabei für eine Zentralisierung parlamentarisch kontrollierter Staatsfinanzen - für ein System, das später als »steuerstaatlicher« Standard galt. Dafür halfen Webers tiefe Kenntnisse einer im Wortsinn »politischen« Ökonomie. Denn wie die reichhaltige Literatur meist übersieht: Weber war auch Finanzökonom und Politischer Fiskalsoziologe. Angesichts der Doppelgefahr von revolutionärem Sozialismus auf der einen und reaktionärer Feudalkraft des Hegemonialstaats Preußen auf der anderen Seite standen jedoch 1918/19 die Chancen für eine steuerstaatliche Bundes-Republik schlecht. Umso radikaler stellte sich Weber gegen neuen Raubbau und alten Reichtum. Dieser Aktivismus färbte auf alle Spätschriften ab, wie diese fiskaldemokratische Neuinterpretation aufzeigt.
Von der Kritik der Reproduktionsbedingungen zur Überwindung des Kapitalismus
Das Theorem der Landnahme wird derzeit breit diskutiert. Obwohl der Bereich der Reproduktion fortwährend von solchen Enteignungsprozessen betroffen ist, werden diesbezügliche Landnahmen bisher jedoch wenig thematisiert. Tove Soiland zeigt im Anschluss an Rosa Luxemburg, dass diese an Raub grenzenden Formen der Ausbeutung gerade auch in weit entwickelten kapitalistischen Gesellschaften bestehen und in besonderer Weise den Bereich der Reproduktion betreffen. Sie verdeutlicht, dass die in den letzten Jahrzehnten erfolgten Restrukturierungen in der Reproduktion einen massiven Ressourcenabzug bedeuten. Dieser zeigt sich nicht nur in der Überführung von unbezahlter Care-Arbeit in kommodifizierte Care-Dienstleistungen. Neuere Formen der Landnahme resultieren auch aus der Ersetzung von Care-Arbeit durch technische und digitale Lösungen, für die die Corona-Krise mit ihrem Gesundheitsparadigma einen wesentlichen Katalysator darstellte.
"Unverwertbar" diskutiert den fortschreitenden Zusammenbruch unserer globalisierten Welt aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln: der Eliminierung von Arbeit durch technologische Automatisierung, der Auflösung unserer gemeinsamen sozialen Narrative und der subtilen Durchsetzung einer zunehmend alles durchdringenden ideologischen Ordnung, die kein Außen mehr toleriert.
Seit dem Aufkommen des modernen Proletariats als soziale und politische Kraft zittert die herrschende Kapitalistenklasse vor der latenten Macht, die ihr innewohnt – der Macht, nicht nur die Arbeitskraft zurückzuhalten und die Produktion zum Erliegen zu bringen, sondern das überholte System der ungeplanten Produktion für Profit insgesamt zu stürzen.
Die Oktoberrevolution von 1917 in Russland läutete den Beginn einer neuen sozialistischen Ära ein, in der die Arbeiter die Kapitalisten als Herren der Gesellschaft ablösen werden. In ihrem Bestreben, den Tag des Untergangs hinauszuzögern und an ihrer senilen Herrschaft festzuhalten, haben die Herren des Finanzkapitals unermessliche Ressourcen in alle möglichen Bemühungen gesteckt, um die Masse der besitzlosen Lohnarbeiter zu bestechen, zu zwingen, zu verwirren, abzulenken und zu spalten, in der Hoffnung, sie davon abzuhalten, ihre historische Mission zu verstehen und zu erfüllen
Horst-Eberhard Richter beschreibt die moderne westliche Zivilisation als psychosoziale Störung. Er analysiert die Flucht aus mittelalterlicher Ohnmacht in den Anspruch auf egozentrische gottgleiche Allmacht. Anhand der Geschichte der neueren Philosophie und zahlreicher soziokultureller Phänomene verfolgt er den Weg des angstgetriebenen Machtwillens und der Krankheit, nicht mehr leiden zu können. Die Überwindung des Gotteskomplexes wird zur Überlebensfrage der Gesellschaft und des modernen Menschen.
Im vorgezogenen Wahlkampf 2025 waren Migration und die Migranten nicht bloß das beherrschende Thema: Praktisch war Deutschlands demokratischer Diskurs von dem Konsens bestimmt, dass nichts für die Nation wichtiger sei als die Verminderung der Zahl der Zuwanderer, am besten auf Null oder wenigstens so weit, wie Europas allzu menschenfreundliche Rechtslage es hergibt.
Edition Marxistische Blätter 105. Was der Autor vormals in zwei Flugschriften * unserer Zeitschrift „Marxistische Blätter“ um die Jahrtausendwende veröffentlicht hat, wurde von ihm überarbeitet, aktualisiert und erweitert. Grund für uns, daraus ein Taschenbuch zu machen. Denn sein Anliegen ist und bleibt für heutige Kommunisten hochaktuell: sich der eigenen Geschichte kritisch bilanzierend stellen und daraus neue Kraft für kommunistische Identität schöpfen.
1908 veröffentlichte Lenin sein Werk »Materialismus und Empiriokritizismus«, das später dem Marxismus-Leninismus als der geschichtsphilosophische Grundlagentext überhaupt galt. Es ist eine heftige Kritik an den Anschauungen von Alexander Bogdanow, der den Marxismus mit den Philosophien von Ernst Mach, Wilhelm Ostwald und Richard Avenarius zu verbinden versuchte. Zwei Jahre später erschien Bogdanows Antwort unter dem Titel »Glauben und Wissenschaft«.