Dietz Berlin

Geschlecht und Familie bei Marx. Von Heather Brown

Das Verhältnis zwischen Feminismus und Marxismus ist nicht frei von Spannung. Marx, so lautet ein gängiger Vorwurf, habe in seinen Analysen die Geschlechterverhältnisse außen vor gelassen. Die von ihm angesprochene Trennung von Produktion und Reproduktion samt geschlechtlicher Arbeitsteilung habe er kaum näher untersucht, sogar tendenziell ausgeblendet. Die Studie von Heather Brown widmet sich ausschließlich Marx' Perspektive auf Geschlecht und Familie. Ihre akribische Durchsicht seiner Schriften schließt eine signifikante Lücke in der Literatur zu Marx. Die Autorin zeigt: Auch wenn Marx sich selten dezidiert über Geschlechterverhältnisse geäußert hat, sind sie für ihn eine wesentliche Kategorie für das Verständnis der Arbeitsteilung, der Produktion und der Gesellschaft im Allgemeinen.

ISBN 978-3-320-02375-1     29,90 €  Portofrei     Bestellen

Leo Trotzki oder: Sozialismus gegen Antisemitismus. Hrsg. Mario Keßler

Leo Trotzki (Lew Dawidowitsch Bronstein; 1879-1940) war einer der bekanntesten und umstrittensten revolutionären Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der überzeugte Internationalist war zudem einer der produktivsten politischen Schriftsteller der sozialistischen und kommunistischen Bewegung. Er wurde nicht nur als Revolutionär und als Gegner Stalins, sondern auch als Jude angefeindet. Selten wurden bisher Trotzkis persönliche Erfahrungen in Beziehung zu seinen Analysen des Antisemitismus gesetzt. Diese Bezüge stehen im Zentrum des Bandes und sind zum Verständnis der abgedruckten Dokumente unerlässlich, die Trotzki zwischen 1909 und 1940, dem Jahr seiner Ermordung, verfasste und die zum größeren Teil bisher nicht auf Deutsch vorliegen.

ISBN 978-3-320-02395-9     12,00 €  Portofrei     Bestellen

Die schwarzen Jakobiner. Toussaint Louverture und die Haitianische Revolution. Von C.L.R. James

Es war der einzige erfolgreiche Aufstand in der modernen Geschichte, in der versklavte Menschen aus eigener Kraft ihre Freiheit und Unabhängigkeit erkämpften. Die Revolution in der französischen Kolonie Saint Domingue von 1791 ist einmalig in der Geschichte und führte 1804 zur Unabhängigkeit Haitis. Das Buch »Die Schwarzen Jakobiner« gehört immer noch zu den einflussreichsten Darstellungen dieser Ereignisse. Mehr als 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung 1938 ist »The Black Jacobins« weiterhin ein Standardwerk, das seither zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen erlebt hat.

ISBN 978-3-320-02386-7     20,00 €  Portofrei     Bestellen

Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben. Hrsg. Katharina Volk

Mit ihren Vorstellungen von einer »neuen Moral« und »freier Liebe« war Alexandra Kollontai (1872-1952) ihrer Zeit voraus. Sie selbst bezeichnete sich als sexuell emanzipierte Kommunistin, die das Schicksal von Frauen zum Sozialismus geführt habe. Alexandra Kollontai kämpfte in der Russischen Oktoberrevolution und wurde1917 Volkskommissarin für soziale Fürsorge. Weltweit war sie die erste Frau im diplomatischen Dienst, als sie 1922 die junge Sowjetunion im Ausland vertrat. Kollontai war überzeugt, eine Revolution könne nur erfolgreich sein, wenn sie das gesamte Leben revolutioniert. Sie übte nicht nur scharfe Kritik an der monogamen, lebenslangen Ehe, sondern auch am bürgerlichen Verständnis von Elternschaft. 

ISBN 978-3-320-02393-5     12,00 €  Portofrei     Bestellen

Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft / Engels' "Anti-Dühring". Neue Studienausgabe plus Begleitband zur Neuen Studienausgabe. (Zwei Bände im Schuber) Von Friedrich Engels

Die Marx-Engels-Werke (MEW) sind nicht nur Flaggschiff des Karl Dietz Verlags, sondern zugleich internationale Marke und Referenzpunkt des politischen Marx-Diskurses. Die Popularität der Schriften ist ungebrochen, eine überarbeitete Herausgabe von zentralen Texten unabdingbar. Nicht nur neue Erkenntnisse der wissenschaftlich-kritischen Editionsarbeiten der Marx-Engels- Gesamtausgabe (MEGA²) machen das notwendig. Der Verlag möchte die Werke zugleich aus dem Prokrustesbett des erstarrten Marxismus-Leninismus lösen. Die neue Ausgabe von »Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft«, kurz »Anti-Dühring« (MEW 20), macht dabei den Anfang. Friedrich Engels setzte sich darin auf dringende Bitten von Zeitgenossen unter anderem mit dem Werk »Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus« von Eugen Dühring auseinander, eine mitunter nicht ganz leicht verdauliche Aufgabe.

ISBN 978-3-320-02371-3     35,00 €  Portofrei     Bestellen

Objekt der Rendite. Zur Wohnungsfrage, oder: was Engels noch nicht wissen konnte. Von Andrej Holm

Wohnen ist alles andere als eine Privatangelegenheit. Als Ausdruck sozialer Verhältnisse und Gegenstand politischer Auseinandersetungen hat das Wohnen einen zutiefst gesellschaftlichen Charakter. Im Spannungsfeld von Markt, Staat und Alltagspraxen spiegeln sich in den Wohnverhältnissen die grundlegenden Konflikte unserer Gesellschaft. Friedrich Engels hat sich in seinem 1872 veröffentlichtem Text »Zur Wohnungsfrage« mit den wohnungspolitischen Debatten seiner Zeit beschäftigt und die regelmäßigen Wohnungskrisen aus der Perspektive der Politischen Ökonomie analysiert. Viele Überlegungen sind bis heute aktuell und helfen, scheinbar spezifische Konstellationen der Stadtentwicklung als grundlegende Strukturprinzipien zu erkennen. Die Wohnungsfrage im 21. Jahrhundert zu stellen bedeutet aber, über Engels hinauszudenken.

ISBN 978-3-320-02388-1     16,00 €  Portofrei     Bestellen

Ausschluss. Das Politbüro vor dem Parteigericht. Die Verfahren 1989/1990 in Protokollen und Dokumenten. Hrsg. Gerd-Rüdiger Stephan und Detlef Nakath

3. Dezember 1989: Nacheinander treten das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und das schier allmächtige Politbüro der Partei zurück. Gleichzeitig werden Erich Honecker und einige seiner engeren Mitstreiter aus der Partei geworfen. Mitte Dezember wird aus der SED die SED-PDS. Ihr neuer Vorsitzender heißt Gregor Gysi. Doch noch immer gehören die verbliebenen 18 ehemaligen Angehörigen des Politbüros dieser Partei an - bis zum 20. Januar 1990. In einer mehr als zwölfstündigen Nachtsitzung der Zentralen Schiedskommission der SED-PDS werden die meisten von ihnen ausgeschlossen.

ISBN 978-3-320-02365-2     49,90 €  Portofrei     Bestellen

Der Lehrling und sein Meister. Liberale Tradition und Faschismus. Von Ishay Landa

Der europäische Faschismus wird üblicherweise als ein Angriff auf die liberale Politik, Kultur und Wirtschaft beschrieben. Ishay Landa, Professor für Geschichte an der Open University of Israel, betont hingegen die lange vernachlässigte Wesensverwandtschaft zwischen liberaler Tradition und Faschismus. Weit davon entfernt, die Antithese des Liberalismus zu sein, war der Faschismus sowohl in seiner Ideologie als auch in seiner Praxis dialektisch dem Liberalismus, insbesondere seiner wirtschaftlichen Variante, verhaftet. Landa untermauert seine These durch eine prägnante Lesart politischer Denker von Locke und Burke bis hin zu Proudhon, Bagehot, Sorel und Schmitt. 

ISBN 978-3-320-02383-6     20,00 €  Portofrei     Bestellen

Die unsichtbare Hand des Plans. Koordination und Kalkül im digitalen Kapitalismus. Hrsg. Timo Daum und Sabine Nuss

Der Markt soll es richten, heißt es immer, dabei plant das Kapital doch selbst, was das Zeug hält. Die Produktion und Distribution von Waren im Weltmaßstab geschieht mit Kalkül und koordiniert. Geplant wird - meist im Verborgenen - für den Verkauf mit dem Ziel, Gewinn zu realisieren. Dank Künstlicher Intelligenz, Big Data und Algorithmen können Kundenwünsche nun in Echtzeit ermittelt und antizipiert werden, von »Voraussage-Kapitalismus« ist die Rede. Diese Entwicklung setzt Debatten über Plan versus Markt neu auf die Tagesordnung, lässt diese allgegenwärtige Dichotomie allerdings auch fragwürdig erscheinen. Entsteht im digitalen Kapitalismus womöglich etwas Drittes?

ISBN 978-3-320-02382-9     18,00 €  Portofrei     Bestellen

Louise Michel oder: Die Liebe zur Revolution. Hrsg. Florence Hervé

Louise Michel (1830-1905) - für die einen »die blutrünstige Wölfin«, für die anderen »die rote Jungfrau« - gilt als Symbolfigur der Pariser Kommune im Frühjahr 1871. Zum ersten Mal in der Geschichte übernahmen Arbeiterinnen und Arbeiter die Macht. Louise Michel organisierte nicht nur die Versorgung der Hungernden und Verwundeten, sie beteiligte sich an den Klub- Debatten und auch am bewaffneten Kampf. Als außereheliches Kind eines Dienstmädchens wurde sie im Geist der Aufklärung von den Großeltern erzogen. Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune machte man Louise Michel den Prozess und deportierte sie 1873 in die Strafkolonie Neukaledonien östlich von Australien. Dort erlernte sie die Sprache der Kanak und vermittelte in zwei Schriften deren Mythen und Kultur. 

ISBN 978-3-320-02381-2     12,00 €  Portofrei     Bestellen

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