Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90. Band 2: Umbau. Von Yana Milev

Seit das «Ende des Kommunismus» auf 1990 festgeschrieben und der «Unrechtsstaat DDR» der Justiz übergeben wurde, inszenieren neue Institutionen, Stiftungen und Behörden auf Bundesebene den ökonomischen, kulturellen und moralischen Erfolg des Rechtsstaates. Dabei wird die Mehrheit der Neubürger mit Schockereignissen des krassen sozialen Wandels und der gesellschaftlichen Stigmatisierung konfrontiert. Konzepte wie «Transformation», «Modernisierung» und «Demokratisierung» treten als Euphemismen auf, die über eine neoliberale Annexion der «Neuländer» hinwegtäuschen. Das Investmentprojekt «Aufschwung Ost» ist ein Laborfall der Globalisierung. Über eine Aufarbeitung der DDR im Totalitarismus- und Diktaturenvergleich hinaus ist eine politische Soziologie der Landnahme, des Gesellschaftsumbaus und des strukturellen Kolonialismus in Ostdeutschland längst überfällig. Das Forschungsprogramm «Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90. Ein soziologisches Laboratorium» will im dreißigsten Jahr der «Einheit» diesem Thema mit einer mehrbändigen Publikation Rechnung tragen.

ISBN 978-3-631-79844-7     79,95 €  Portofrei     Bestellen

Der Band «Umbau» analysiert das Einrücken der Gesetzeskraft des Kernstaates in das Beitrittsgebiet und belegt die Vollstreckung und Verwerfung der ostdeutschen Gesellschaft. Entgegen herrschender Meinung wurde die Ermächtigung für die Übernahme der DDR durch die BRD nicht von der DDR-Bevölkerung erteilt. Der vorliegende Band leitet die Zusammenhänge einer bis heute wirkenden Kulturkatastrophe her, deren Aufarbeitung erst am Anfang steht.

Der Band "Umbau" belegt den Gesellschaftsumbau in Ostdeutschland ab 1990 als eine neoliberale Übernahme der DDR durch die BRD. Der Kernstaat legitimierte die Vollstreckung des Volkseigentums sowie die Ungleichbehandlung einer Bevölkerungsmehrheit im Beitrittsgebiet. Die soziologischen Folgen entsprechen denen einer Kulturkatastrophe.

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Inhaltsverzeichnis

Die Autorin:

Yana Milev ist Soziologin, Ethnografin und Kuratorin. Im Anschluss an ethnografische Studien in Japan promovierte sie zur Dr.phil. Seit 2009 ist Milev Research Associate am Seminar für Soziologie der Universität St. Gallen (SfS-HSG). 2014 habilitierte sie sich und wurde zur Privatdozentin für Kultursoziologie der Universität St. Gallen (HSG) ernannt. Sie ist Initiatorin und Leiterin der Forschung „Entkoppelte Gesellschaft" sowie seit 2017 Founder und CEO des Think Tank AGIO Gesellschaftsanalyse + Politische Bildung mit Sitz in St. Gallen und Berlin. 

 

Erstellt: 22.03.2021 - 06:48  |  Geändert: 17.06.2021 - 07:22