Die ökonomische Vernunft der Solidarität
Perspektiven einer demokratischen Sozialpolitik
Viele Ökonomen sehen im Sozialstaat nur einen Kostenfaktor. Sie befassen sich kaum mit Sozialpolitik, obwohl das diesbezügliche Budget in Deutschland fast ein Drittel des BIP umfasst. Die ökonomischen Eigenarten des Sozialstaats passen nicht in die Welt des Neoliberalismus, der alle sozialen und ökonomischen Beziehungen in seine Kosten-Nutzen-Relationen presst.
Dieser Ignoranz stehen Klagen über eine Ökonomisierung des Sozialen gegenüber, die übersehen, dass die Sozialpolitik sich nicht mehr auf Umverteilung beschränkt, sondern auch eine wachsende Branche von gesundheitlichen und sozialen Diensten steuert.
Hartmut Reiners zeigt, dass das Sozialversicherungssystem trotz aller Reformbedürftigkeit in seinen Grundzügen eine hohe volkswirtschaftliche Vernunft aufweist. Die Privatisierung der von ihm abgesicherten sozialen Risiken ist nicht nur aus sozialer, sondern auch aus ökonomischer Perspektive gesellschaftlich schädlich.
Rezensionen
Aus ökonomischer Perspektive erläutert das Buch, warum das deutsche Sozialversicherungssystem effizient und effektiv ist, auch wenn dies künftig steigende Beiträge bedeutet. Das Ende der Privatisierung in der Sozialpolitik ist für den Autor die konsequente Forderung. [Inkl. Zusammenfassungen der Kapitel] Von Andreas Meusch socialnet.de 04.08.2023
„Die ökonomische Vernunft der Solidarität“ – eine Rezension in sieben Zeilen: Egoisten sind wirtschaftlich – vermutlich – durchaus erfolgreich. Im sozialen Miteinander dürften sie dagegen eher pathologische Beziehungen pflegen. Und ob es volkswirtschaftlich klug ist, wenn jeder nur an sich selbst denkt, weil dann, so ein Bonmot, an jeden gedacht ist? Von Joseph Kuhn scienceblogs.de 16.07.2023
