In ihrer »Antipathie gegen das Treiben unserer 'liberalen' Presse« fanden sie 1899 zusammen: Karl Kraus und Wilhelm Liebknecht. Für seine Zeitschrift 'Die Fackel' konnte der erst 25-jährige Publizist den fast 50 Jahre älteren Mitgründer der deutschen Sozialdemokratie in dessen letztem Lebensjahr als Autor gewinnen. Beide legten die Diskrepanz zwischen moralischem Anspruch und der Anpassung an bestehende Verhältnisse offen. Deshalb wandten sie sich sogar gegen die Kampagne für das Justizopfer Alfred Dreyfus.
Heute steht die Presse auch für die Gesamtheit aller Zeitungen und Zeitschriften in jeglicher Form sowie für das damit zusammenhängende Nachrichten- und Meinungswesen. In gewissen Wortverbindungen (wie etwa Pressearbeit, Pressesprecher, Pressekonferenz etc.) steht der Wortteil „Presse“ in einem erweiterten Sinne für die Gesamtheit aller öffentlichen Medien (einschließlich Rundfunk (das ist Hörfunk und Fernsehen) und Internet), also der Massenmedien. Die Institution der Presse wird häufig auch als Bestandteil der „vierten Gewalt“ bezeichnet. Das deutsche Bundesverfassungsgericht bezeichnet in seiner Rechtsprechung eine freie Presse als „schlechthin konstituierend“ für die Demokratie.
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