Siehe auch
Kapitalismus (Thema)
"Eric Hobsbawm ist das größte Naturtalent seiner Zunft." Tony Judt
Das »lange 19. Jahrhundert«, darunter verstand Eric Hobsbawm die Zeit von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Diese Epoche war geprägt durch den Aufstieg des Kapitalismus und des Bürgertums, den Kampf der Arbeiter um ihre Rechte, den Imperialismus zwischen den Völkern, die Säkularisierung und Rationalisierung bis hin zum ersten industriell geprägten Weltkrieg. Kaum ein anderer Historiker hat diese Epoche so scharfsinnig und zugleich erzählerisch dicht beschrieben wie Eric Hobsbawm.
Ende des 20. Jahrhunderts sehen wir uns vermehrt neuen, postdemokratischen Regierungstechniken ausgesetzt, die Elemente der liberalen Demokratie mit denen totalitärer politischer Systeme verbinden. Das Streben nach Superpower und das Management von Demokratie haben zu diesem "umgekehrten" Totalitarismus geführt, so Sheldon S. Wolin. Den zentralen Unterschied zum klassischen Totalitarismus sieht er darin, dass diese postmoderne Form totaler Herrschaft auf eine weitreichende Entpolitisierung der Bevölkerung und auf weichere, kaum wahrnehmbare Unterdrückungsmechanismen setzt. Wer die zerstörerischen Auswirkungen dieser neuen Machtstrukturen auf unsere Demokratie erkennen und verstehen will, kommt an diesem Klassiker der politischen Philosophie nicht vorbei!
Warum tun gute Menschen Böses? Weshalb werden so viele zu fügsamen Dienern des Unrechts? Und warum rebellieren sie nicht, wenn man ihnen die Freiheit nimmt? Antworten auf diese Fragen erhalten wir, wenn wir erkennen: Es geht tatsächlich ein Virus um - ein verheerendes Virus des Geistes. Ein Virus, das die Menschen zu Anhängern eines Weltuntergangskultes macht, das sie in ängstliche Sklaven verwandelt und ihre Werte ins Lebensfeindliche verkehrt. Wie funktioniert dieser Kult und woher kommt er? Wer ist sein Gott, wer sind seine Priester? Nur wenn wir die Wirkweise dieses Kultes verstehen und uns philosophisch gegen ihn immunisieren, können wir uns ein Leben bewahren, für das es sich zu leben lohnt.
Unser globales Wirtschaftssystem ist kaputt. Es ist geprägt von globalen Umbrüchen, Unsicherheit und mangelnder Nachhaltigkeit. Aber wir können das derzeitige ökonomische System durch ein anderes ersetzen - eine Wirtschaft, die für alle Menschen und den Planeten funktioniert. Was müssen wir dafür tun? Erstens müssen wir die steigende Einkommensungleichheit innerhalb von Gesellschaften beseitigen, in denen sich das Produktivitäts- und Lohnwachstum verlangsamt hat. Zweitens müssen wir die dämpfende Wirkung der monopolistischen Marktmacht großer Konzerne auf Innovationen und Produktivitätssteigerungen reduzieren. Und schließlich muss die kurzsichtige Ausbeutung natürlicher Ressourcen beendet werden, die die Umwelt zersetzt und das Leben vieler Menschen zum Schlechten beeinflusst.
Die Debatte über die Ursachen der kaputten Wirtschaft ist vielfältig - von Laissez-faire-Regierungen, über schlecht gemanagte Globalisierung bis hin zum Aufstieg der Technologie zu Gunsten einiger weniger, um nur einige Punkte zu nennen. Das Buch argumentiert überzeugend, dass unser derzeitiges System uns weiterhin im Stich lassen wird, wenn wir nicht damit beginnen, die wahre Form unserer Probleme zu erkennen.
Der Finanzcrash von 2008 war kein Fehler im System, er war ein Symptom der Finanzialisierung der Wirtschaft. Die Folgen dieser Verschiebung sind tiefgreifend: sinkende Löhne und steigende Schulden für die arbeitende Bevölkerung, hohe Gewinne und niedrige Steuern für die Besitzenden - und eine Politik, die von den Prinzipien des Marktes korrumpiert ist. Grace Blakeley zeigt, dass es eine Alternative zu unserer krisenhaften Wirtschaftsweise gibt, und skizziert, wie wir zu einer stabilen und nachhaltigen Ordnung kommen, die alle Menschen an den Erträgen der Wirtschaft beteiligt. Ein Finanzsystem, das dem Wohl der Vielen dient anstatt den Profiten der Wenigen, ist nicht nur möglich, sondern dringend nötig.
Mit seinem Erscheinen hat das Corona-Virus die bisherige Regierungsführung der Länder, unser Zusammenleben und die Weltwirtschaft als Ganzes gehörig durcheinandergebracht. Die Verfasser Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums, und Thierry Malleret, Autor von Monthly Barometer, befassen sich in Covid-19: Der große Umbruch mit den weitreichenden und dramatischen Auswirkungen auf die Welt von morgen. Vorrangiges Ziel des Buches ist es, den künftigen Entwicklungen in verschiedensten Bereichen Rechnung zu tragen.
›Wir sind die Krise des Kapitals ...‹ basiert auf drei kürzlich gehaltenen Vorlesungen John Holloways am ›California Institute of Integral Studies‹ in San Francisco. Die Vorlesungen befassen sich mit den heutigen Möglichkeiten einer antikapitalistischen Revolution - nach der historischen Niederlage der Idee, der Schlüssel zum radikalen Wandel sei die Eroberung der Staatsmacht - und stellen eine brillante und mitreißende Einführung in die zentralen Themen in Holloways Werk dar. Das Leitmotiv der Vorlesungen - die Idee, dass »wir die Krise des Kapitals und stolz darauf sind« - läuft der Meinung vieler linker Denker*innen entgegen, wonach die Kapitalist*innen die Schuld an der Krise tragen oder die Krise schlichtweg ein Ausdruck des Systemversagens sei.
Es gibt ein Foto von Anna Seghers in einem tropischen Garten, inmitten wild wuchernder Vegetation, ein Notizbuch auf den Knien. Das Bild entstand 1963 im Garten des Hauses von Jorge Amado in Brasilien. Cohen imaginiert einen kurzen Augenblick des Nachdenkens der Dichterin, nicht in die DDR zurückzukehren; die Abwägung zwischen unerfüllten Träumen von einem zwar befreiten, aber als einschnürend empfundenen sozialistischen Alltag und dem scheinbar paradiesischen Traum von Exotik und individueller Befreitheit.
ISBN 978-3-86730-211-1
08.2021
vergriffen
Von der Fleischindustrie über Geldwäsche bis zur Fahrzeugbranche, von Umweltverbrechen über Cum-Ex bis Wirecard - die Headlines über kriminelle Praktiken in der Wirtschaft reißen nicht ab. Alles Einzelfälle, alles nur 'Skandale'? Oder offenbaren diese Vorgänge eine tieferliegende kriminelle Struktur? Eine Struktur, die zu unserer Wirtschaftsordnung gehört? Wie kommt es, dass der Rechtsstaat so oft als Kontrollinstanz versagt? Oder versagt er gar nicht, weil er nicht alles kontrollieren will? Ist es gerade das kapitalistische System, das von der Ausbeutung menschlicher Arbeit und der Natur lebt, dem eine solche kriminelle Affinität eingeschrieben ist?
Widersprüche und Konflikte des Kapitalismus. Dieser Band schlägt den Bogen von den klassischen zu den neueren Konzeptionen der politischen Ökonomie.
Themen sind Triebkräfte und Dynamiken der kapitalistischen Entwicklung, Krisen und Ursachen ökonomischer Instabilität, die Bedeutung von Interessen und Diskursen, Macht- und Herschaftsverhältnisse sowie Formen politisch-institutioneller Regulation.
