Ethnologie

Staatsfeinde. Studien zur politischen Anthropologie. Von Pierre Clastres

"Die schriftlosen Völker sind ... nicht weniger erwachsen als die anderen. Ihre Geschichte reicht ebenso weit zurück wie die unsere, und falls man nicht dem Rassismus huldigt, besteht keinerlei Grund, sie für unfähig zu halten, über ihre eigene Erfahrung nachzudenken und für ihre Probleme die angemessenen Lösungen zu finden."

Gesellschaftsorganisation und Staatenbildung gehen nicht zwangsläufig miteinander einher, denn es gibt politische Gemeinwesen, die sich gegen den Staat formieren. Mit Pierre Clastres Staatsfeinden ist ein Klassiker der politischen Anthropologie wiederzuentdecken, der den Hauptströmungen der politischen Wissenschaften seiner Zeit entschieden widersprach. Das 1974 in Frankreich veröffentlichte Werk hat u. a. Gilles Deleuze, Eduardo Viveiros de Castro, Philippe Descola, James C. Scott, David Graeber und Tim Ingold maßgeblich beeinflusst und ist nach wie vor eine zentrale Quelle für das Verständnis und die Kritik politischer Herrschaft.
Pierre Clastres tritt in seinem Buch über die Staatsfeinde der weit verbreiteten Annahme entgegen, dass diejenigen Völker, die ohne Staat und Institutionen der Herrschaft leben, "primitiver" seien als andere.

ISBN 978-3-8353-9121-5     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Eskimoland. Ein Bericht aus der Arktis. Von Niko Tinbergen

Der Verhaltensforscher Niko Tinbergen verbrachte 1932/33 vierzehn Monate bei den grönländischen Inuit, die damals noch als Jäger und Sammler lebten. Sein faszinierender Bericht, der 2017 wiederentdeckt wurde, fesselt bis heute durch die genaue Beobachtung von Menschen und Tieren in einer lebensfeindlichen Umgebung und ist zugleich ein Lehrstück über die Beschränktheit des modernen Europäers.

ISBN 978-3-406-74171-5     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Die Aborigines Australiens. Von Gerhard Leitner

Im Mittelpunkt dieser Geschichte der Aborigines von der Urzeit bis heute stehen die materielle, geistige, künstlerische und religiöse Kultur sowie politische Fragen, die besonders in den letzten Jahrzehnten aufgeworfen wurden. Das Buch ist zwangsläufig aus europäischer Perspektive geschrieben, vermeidet aber weitgehend Werturteile und lässt Aborigines authentisch zu Wort kommen, wo immer das möglich ist.

ISBN 978-3-406-72993-5     9,95 €  Portofrei     Bestellen

In welcher Welt leben? Ein Versuch über die Angst vor dem Ende. Von Eduardo Viveiros de Castro und Deborah Danowski

Die Vorstellungen vom Ende der Welt sind so vielfältig und zahlreich wie ihre Kulturen. Von der Sintflut über nukleare Katastrophen bis zur Vernichtung der Menschheit durch ein Supervirus reichen die Fantasien, die nicht nur die Science-Fiction durchziehen, sondern auch ganze Philosophien und Religionen begründen. Die Philosophin Deborah Danowski und der Ethnologe Eduardo Viveiros de Castro beleuchten in diesem Buch die wichtigsten und verbreitetsten Variationen des Themas vom Ende der Welt vor dem Hintergrund der globalen Umweltkrisen im Anthropozän. Die gegenwärtigen Katastrophenszenarien sind zumeist auch Gedankenexperimente über den drohenden Niedergang der westlichen Zivilisation. Es wird klar: Das Ende der Welt muss nicht gleich das Ende aller Zeiten bedeuten.

ISBN 978-3-95757-566-1     25,00 €  Portofrei     Bestellen

Kannibalische Metaphysiken. Elemente einer post-strukturalen Anthropologie. Von Eduardo Viveiros de Castro

Ethnologie als spekulative Metaphysik: Nach seinen Feldforschungen bei den Araweté im Norden Brasiliens entwirft Eduardo Viveiros de Castro in Anknüpfung an Claude Lévi-Strauss, Gilles Deleuze und Félix Guattari einen »Anti-Narziss« als begriffliche Kriegsmaschine. So werden Kannibalismus, Multinaturalismus und Perspektivismus als neue Bilder des Denkens mobilisiert, als Bilder eines anderen Denkens, das es ermöglicht, die noch immer vom Erbe des Kolonialismus heimgesuchte ethnologische Anthropologie als »Theorie und Praxis der permanenten Dekolonisierung des Denkens« philosophisch neu zu entwerfen.

ISBN 978-3-88396-384-6     26,00 €  Portofrei     Bestellen

Traurige Tropen. Von Claude Lévi-Strauss

Mit seiner Verbindung von Poesie und Wissenschaft, Reiseroman und ethnologischer Reflexion nimmt dieses Buch eine einzigartige Stellung im Werk von Claude Lévi-Srauss und in der ethnologischen Literatur insgesamt ein. "Traurige Tropen" meint das Aussterben der "primitiven" Kulturen in ihrer Konfrontation mit dem zivilisatorischen sogenannten "Fortschritt", mit seiner imperialistischen Zerstörungswut und seinen Krankheiten - in diesem Falle das Aussterben der Indianervölker im Mato Grosso (Brasilien).

ISBN 978-3-518-27840-6     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Was uns zusammenhält. Von Mark W. Moffett

Wie Menschen es schaffen zusammenzuleben - die epische Naturgeschichte von der Affenhorde bis zur Weltgemeinschaft.

Wenn sich ein Schimpanse in das Gebiet einer anderen Gruppe wagt, wird er ziemlich sicher getötet. Aber ein New Yorker kann angstfrei durch Los Angeles streifen. Wie ist das möglich, wo Psychologen doch behaupten, die ideale Größe für friedliches Zusammenleben seien Gruppen von maximal 200 Personen? Wie schaffen wir Menschen es, als Weltgemeinschaft zusammenzuleben?

ISBN 978-3-10-002385-8     26,00 €  Portofrei     Bestellen

Geschichte matriarchaler Gesellschaften und Entstehung des Patriarchats. Von Heide Göttner-Abendroth

Die moderne Matriarchatsforschung hat durch vergleichende Untersuchungen aktuell bestehender matriarchaler Gesellschaften den Begriff "Matriarchat" neu bestimmt. Heide Göttner-Abendroth betrachtet durch diese grundlegenden Erkenntnisse die menschliche Kulturgeschichte neu und schafft so eine überzeugende Erklärung bisher unverstandener gesellschaftlicher Muster.

ISBN 978-3-17-029630-5     36,00 €  Portofrei     Bestellen

Vom Geben und Nehmen. Zur Soziologie der Reziprozität. Hrsg. Frank Adloff und Steffen Mau

Reziprozität heißt so viel wie Gegenseitigkeit. Die Gabe - das Geben, Nehmen und Erwidern - ist ein zentrales Prinzip vormoderner Gesellschaften. Mit dem Übergang zur modernen Gesellschaft verbinden viele die Auflösung dieses Systems zugunsten einer strikten Marktlogik einerseits und einer kulturellen Logik des strategischen Schenkens andererseits. Im Gegensatz dazu unterstreichen die Autoren dieses Bandes die große Bedeutung von Reziprozität auch für moderne Gesellschaften.

ISBN 978-3-593-37757-5     24,90 €  Portofrei     Bestellen

Gewalt und Altruismus. Hrsg. Annette Kämmerer, Thomas Kuner, Thomas Maissen und Michael Wink

Gewalt und Altruismus sind alltägliche Phänomene der meisten Lebewesen. Hinter beiden Begriffen stehen komplexe Verhaltensstrategien, die tief in der Natur verwurzelt sind, aber auch in den menschlichen Kulturen. Dies wirft zahlreiche empirische und normative Fragen von hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz auf. Wie haben sich Gewalt und Altruismus evolutionär und historisch-kulturell verändert oder angepasst? Welchen spezifischen Nutzen haben Gewalt und Altruismus für diejenigen, die sie anwenden? Sind sie möglichweise sogar komplementär auf ähnliche Ziele ausgerichtet? Welche neurobiologischen Prozesse lassen sich erkennen? Ist Gewalt eine psychische Krankheit? Welche gesellschaftlichen Lernprozesse vermitteln Gewalt und Altruismus? Der vorliegende Band nähert sich diesen Fragenkomplexen in einer multi- und interdisziplinären Herangehensweise. Er vereint Aufsätze und Kommentare aus den Fächern Biologie, Medizin, Psychologie, Ethnologie, Soziologie, Geschichtswissenschaften und Philosophie. Diese Perspektiven- und Methodenvielfalt ermöglicht ein besseres Verständnis der komplexen Phänomene und soll dazu anregen, auch im öffentlichen Diskurs differenzierter über Gewalt und Altruismus zu handeln.

ISBN 978-3-8253-6441-0     48,00 €  Portofrei     Bestellen

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