Die Identitätsfalle. Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt. Von Amartya Sen

Die Identitätsfalle von Amartya SenWarum es keinen Krieg der Kulturen gibt. Sen plädiert dafür, zu erkennen, dass Menschen nicht nur eine Identität besitzen, sondern mehrere, denn jeder Mensch ist Mitglied in einer Vielzahl von Gruppen. Während die Welt zunehmend aufgeteilt wird in Blöcke aus Religionen, Kulturen oder Zivilisationen, geraten uns andere Faktoren des menschlichen Daseins wie Klasse, Geschlecht, Bildung, Beruf, Sprache, Kunst, Wissenschaft, Moral oder Politik immer mehr aus dem Blick. Globale Bemühungen, der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten, scheitern zudem an einer Konzeptlosigkeit, die das direkte Resultat dieser undifferenzierten und eindimensionalen Konstruktion von Identität ist. Wenn die Beziehungen zwischen menschlichen Individuen auf einen "Krieg der Kulturen" reduziert werden, dann schnappt die "Identitätsfalle" zu. Menschen, die eine Fülle von Identitätsmerkmalen haben, werden auf ein einziges reduziert und verschwinden in kleinen übersichtlichen Schubladen.

ISBN 978-3-406-55812-2     9,90 €  Portofrei     Bestellen


Das Geschäft der Fundamentalisten besteht in dieser Miniaturisierung menschlicher Existenz, mit der alle Ideologie der Gewalt ihren Anfang nimmt. Doch Amartya Sen zeigt nicht nur, wie die Spirale aus Identität und Gewalt entsteht, sondern auch, wie sie durchbrochen werden kann. Denn niemand ist zu einer einzigen Identität verdammt, jeder kann seine Persönlichkeit gestalten und mitbestimmen. Sens brillante Analyse von Multikulturalismus, Postkolonialismus, Fundamentalismus, Terrorismus und Globalisierung macht vor allem eines klar: Die Welt kann sich ebenso in Richtung Frieden bewegen, wie sie jetzt auf Gewalt und Krieg hinzusteuern scheint.

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Inhaltsverzeichnis

Man stirbt nicht an Hunger, sondern an Armut. Amartya Sen Friedenspreis Mit seinen Ideen von Freiheit und Gleichheit hätte Amartya Sen Moralphilosoph werden können, blieb aber Wirtschaftswissenschaftler. (Foto: imago images/Hindustan Times) Der Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen bringt in seinem Werk Moral und Wirtschaftswissenschaft zusammen - mit Analysen statt frommer Appelle. → SZ 17.06.2020

Das leise Gewissen der Ökonomie. Der indische Wirtschaftsnobelpreisträger Sen hat sich sein ganzes Leben lang für eine gerechte Ökonomie eingesetzt - und erhält nun dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. → Tagesschau.de 17.06.2020

Amartya Sen auf Wikipedia

Erstellt: 17.03.2013 - 10:08  |  Geändert: 02.12.2020 - 18:04

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