Die Angst ist ein Bindemittel menschlicher Beziehung. Sie konstituiert und stabilisiert die bestehenden Machtverhältnisse. Sollen diese nicht gefährdet werden, darf sie an Bedeutung nicht verlieren. Der gängige Diskurs, der Beziehungen definiert und etabliert, ist ein hierarchischer. Die Angst hat in diesem Narrativ eine beachtliche Hebelfunktion. Als Folge der Entmachtung der Aggressionen im Dienste des Ich bleibt sie unentbehrlich für die Regulierung hierarchischer Beziehungen. Die Entbehrung dieser Aggressionen bedeutet Ohn(e)macht – und das ist Angst.
Sozialpsychologie (Thema)
Ist die Zukunft unserer Demokratie populistisch?
Die Strategie, sich als etablierte Politik nur gegen den Rechtspopulismus abzugrenzen, kann ihre Wirkung verfehlen und gesellschaftliche Spaltungen beschleunigen statt lindern. Die aktuellen Nervositäten der Gesellschaft und die Auswirkungen auf die Politik, die zu diesem Befund führen, stellt Fedor Rose in seinem Buch dar. Selbst Repräsentant des politischen Mainstreams hinterfragt er, was falsch gelaufen ist, dass der Einfluss der etablierten Kräfte sinkt und kaum noch Vertrauen in Personen und Institutionen besteht.
Dieses Buch ist ein Experiment. Es unternimmt den Versuch, eine Geistesgeschichte der geistigen Beeinträchtigung zu schreiben, indem es die Debatten über den Wert behinderten Lebens nachzeichnet, wie sie in den letzten 150 Jahren geführt wurden.
Abgrund dieser Epoche war ein schier unvorstellbares Massenmordprojekt, das eine komplexe Vorgeschichte hat und eine erstaunlich lange Nachgeschichte. Die Eugenik zu verlernen, hat sich in Deutschland als ein außerordentlich zäher Prozess erwiesen, der bis heute nicht abgeschlossen ist.
Häusliche Gewalt gegen Kinder ist ein Problem mit gesellschaftlichen Ursachen - bildgewaltig illustrierter Sachcomic
"Von Kindern, Eltern und Gewalt" ist ein Sachcomic für Erwachsene, in dem häusliche Gewalt, die Kinder durch einen Elternteil gegen den anderen bzw. gegen sich selbst erleben, von zwei Seiten aus in den Blick genommen wird. Das Herzstück des Buches sind gewaltvolle Episoden und Szenen, die Kinder in ihrem Zuhause erfahren - und welche in Form von Graphic Short Stories über das ganze Buch hinweg für die Leser_innen miterlebbar werden.
Böse ist das Gegenteil von gut - oder nicht?
Kriminalpsychologin Julia Shaw gibt in ihrem lesenswerten Sachbuch über die Abgründe unserer Psyche überraschende Antworten darauf. So findet sie das Böse nicht nur in den Gehirnen von Massenmördern, sondern in jedem von uns.
Standardwerk der Kommunikationswissenschaft
Kommunikation ist eine Conditio sine qua non [notwendige Bedingung] menschlichen Lebens und gesellschaftlicher Ordnung. Man kann - in der klassischen Formulierung dieses Buches - "nicht nicht kommunizieren".
Was sind Konflikte? Die Definition ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint, bereits die Lektüre der Tageszeitung eröffnet eine Vielzahl von Antworten auf diese Frage. So findet man den Konfliktbegriff in Bezug auf Auseinandersetzungen zwischen Nationen oder Völkergruppen in Form von Kriegen, Verhandlungen oder militärischer Abschreckung mit einer oft jahrzehntelangen Dauer. Als Konflikte gelten aber auch Auseinandersetzungen zwischen Personengruppen, zum Beispiel der Streit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen. Systemtheoretisch betrachtet, ist ein Konflikt nichts anderes als eine bestimmte Art der Kommunikation, die sich als ein eigenes System etabliert hat.
Wir wohnen in unseren Gefühlen wie in Häusern. Diese inneren Landschaften prägen unsere Entscheidungen und sind das Ergebnis zahlreicher Einflüsse von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Wenn gewohnte Sicherheiten bröckeln, eine als gegeben vorausgesetzte Welt verschwindet, verunsichert das die Menschen zutiefst, ohne dass sie recht wissen, warum. Das nutzen Antidemokraten aus und schüren Angst, denn Demokratie setzt Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht voraus.
Scham ist eine Emotion, die jeder kennt und die Menschen im Innersten verletzt und bedroht. Aus diesem Grund sprechen wir so selten über sie. Dabei hat Scham viele Gesichter: Selbst so extreme Taten wie sogenannte »Ehrenmorde« und Selbstmordattentate beruhen auf dem Mechanismus von Scham und Scham-Abwehr. Der Sozialwissenschaftler Stephan Marks beschreibt anhand vieler Beispiele aus Familie, Beruf und Gesellschaft, wie Scham entsteht, welche Auswirkungen sie hat und wie wir konstruktiv mit dieser - bisher tabuisierten - Emotion umgehen können.
Ob Anti-Atomkriegsbewegung in den 1980er Jahren, Corona-, Klima- oder Flüchtlingskrise etc. - alle verbindet eine Mobilisierung von Angst. Realistische Angst, jedoch auch neurotisch-paranoide Angst, unter deren Dominanz eine gefährliche Drift zu Autoritarismus, Machismo und cäsaristischen Bewegungen zu konstatieren ist. Wie geht man politisch, wie gehen wir damit um?