Was macht radikale Weltbilder so attraktiv? Und wie lässt sich die Renaissance des Extremismus kultur- und sozialwissenschaftlich erklären? Sprach man bis vor Kurzem noch davon, dass Großerzählungen auf dem Schrottplatz der Geschichte liegen, finden sie neuerdings mit der Wiederkehr des Fundamentalismus den Weg zurück in den Diskurs.
Politikwissenschaft (Thema)
In der globalisierten Welt im Umbruch zeigt die Europäische Union Ermüdungserscheinungen. Ökonomische Konflikte und Identitätskrisen zehren an ihrem Selbstverständnis. Die Leitidee des Staatenverbundes als "einer immer engeren Union der Völker Europas" scheint aus der Zeit gefallen, der Rückzug ins Nationale nicht zukunftsfähig. Wenn das Europäische Einigungsprojekt noch Chancen haben soll, muss es neu begründet werden. "Europa erneuern!" soll heißen, eine Vision für das 21. Jahrhundert zu entwickeln, welche euro-skeptische Mythen ebenso wie Wunschbilder entzaubert und Europas Potentiale stärkt.
"Hope dies - Action begins" - so lautet das Motto der neuen weltweiten Umweltbewegung "Extinction Rebellion" (XR). XR will uns alle dafür sensibilisieren, endlich radikale Maßnahmen gegen das gigantische Artensterben und die Klimakatastrophe zu ergreifen.
In diesem Buch kommen XR-Aktivist innen zu Wort, die XR-Forderungen, XR-Prinzipien & Werte und XR-Aktionen aus ihrer je eigenen Sichtweise erläutern. Dadurch sollen Leser innen ermutigt werden, sich mit dieser Bewegung und ihren Zielen auseinanderzusetzen.
XR bedeutet Rebellion für das Leben.
Im Internet tobt ein neuer Kulturkampf. Auf der einen Seite steht die Neue Rechte (Alt-Right), die von einst obskuren neoreaktionären und rechtsextremen Bewegungen über nerdige Subkulturen wie 4chan bis hin zu Medienstars wie Milo Yiannopoulos reicht und entschieden zu Donald Trumps Wahlsieg 2016 beigetragen hat. Auf der anderen Seite birgt die therapeutische Sprache von "Triggerwarnungen" und "safe spaces" die Gefahr einer Kultur des öffentlichen Tribunals und des demonstrativen "Gutmenschentums".
Angela Nagle erkundet die kulturelle Genealogie dieser Ästhetiken und Subkulturen und zieht Parallelen zu vergangenen politischen Phänomenen. Ihre emphatische Botschaft: Der permanente cultural turn - die Verlagerung von Politik ins Kulturelle in Form von Kulturkämpfen, die die ganze Gesellschaft spalten - muss aufgehalten werden!
Ideengeschichte ist die Grundlage jeder Ideenpolitik. Sie ist nur interessant durch ihren grundsätzlichen Gegenwartsbezug. Ideen können gefährlich sein, denn sie haben Konsequenzen, wenn sie die Wahrnehmungen leiten. Darin liegt eine der großen Provokationen. Ideen haben eine weltgestaltende Energetik. Dadurch sind sie alles andere als bloße Derivate. In der Ideengeschichte haben wir es immer auch mit der Politik selbst zu tun, wie sie uns in der Empirie der Texte gegenübertritt. Politische Ideen und Begriffe wie Reform, Anarchie oder Heimat leiten überhaupt erst die Auswahl der Fakten und Belege, die dann mit diversen Methoden erfasst werden können.
Dieses Handbuch bietet eine umfassende, systematische Übersicht zu zentralen Aspekten der Friedensethik, einen interdisziplinären Zugang zum Stand der Forschung sowie zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es versammelt einerseits zahlreiche Beiträge zur Ideengeschichte und zu den theoretischen Grundlagen der Friedensethik. Andererseits suchen Expertinnen und Experten aus den relevanten Fachgebieten eine realitäts- und problembewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer konfliktbeladenen Gegenwart und nehmen dabei die Spannungen zwischen normativer und erklärender Theorie sowie zwischen Theorie und lebensweltlicher Erfahrung in den Blick. Somit ist dieses Buch ein unentbehrlicher Helfer sowohl in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre als auch in der Politik und der zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Friedensarbeit.
Dieses Buch zeichnet die Entwicklungsgeschichte strategischen Denkens von Clausewitz bis zu den "neuen Kriegen" des 21. Jahrhunderts nach. Dabei verfolgt es eine doppelte Zielsetzung: Zum einen soll der analytische Mehrwert strategietheoretischer Beiträge in Bezug auf Erklärung und Analyse kriegerischer Gewalt sowie die Erarbeitung von handlungsleitenden Strategien für Prävention und Bewältigung kriegerischer Konflikte anhand exemplarischer Fallbeispiele demonstriert werden. Zum anderen versteht sich das Buch insgesamt als Plädoyer für eine strategische Perspektive als Grundlage staatlicher und internationaler Sicherheitspolitik, die bisher trotz des offensichtlich vorhandenen Bedarfs an strategischer Orientierung in Deutschland nur in unzureichendem Maße in der Debatte vertreten ist.
Steckt unsere Demokratie in einer Krise? Fühlt sich die Politik nicht mehr an das allgemeine Wohl als ihr oberstes Ziel gebunden? Die wechselseitige Entfremdung zwischen Bürgerschaft und politischen Akteuren sollte in einer funktionierenden Demokratie ausgeschlossen sein. Dennoch hat sich scheinbar eine solche Entfremdung eingeschlichen - demokratische Strukturen sind nur noch eine Formalität zur Legitimation der existierenden Machtstrukturen. Parteieliten und Wirtschaftsmächtige scheinen gleichgeschaltete Interessen zu haben. Heinz Kruse kreist um die Frage, mit welchen Mitteln unsere Politik wieder demokratisiert werden könnte.
Das Vokabular der "Zivilgesellschaft", das in den 80er und 90er Jahren für starke Impulse zur Erneuerung einer kritischen Theorie der Politik sorgte, hat sich in ein ideologisches schwarzes Loch, ein Passepartout für nahezu beliebige Anliegen verwandelt. Um das Profil dieses gewiss auch in Zukunft brisanten Vokabulars zu schärfen, versucht Heins, den Gehalt des alten Begriffs zu bergen, indem er die Kontrastphänomene entziffert, gegen die einst "Zivilgesellschaft" reklamiert wurde: die Phänomene des Fanatismus und der Barbarei, der Beamtenherrschaft oder auch des Aufstiegs einer Gesellschaft der Produzenten, derer sich die Gesellschaft der Bürger zu erwehren suchte. Mindestens "zwei Gefahren", so vermutet der Autor im Anschluss an Paul Valéry, "bedrohen unaufhörlich die Welt: die Ordnung und die Unordnung".
Sozialrevolutionärer Terrorismus in seiner Breite und ideologischen Bezügen ist zu einem Stiefkind der Forschung degeneriert. Waren die relevanten Organisationen der sechziger und siebziger Jahre (RAF, Bewegung 2. Juni, Rote Brigaden, Tupamaros) eins der dominante Faktor der Berichterstattung, so fristen sie heuten ein Schattendasein neben dem die Agenda beherrschenden transnationalen Netzwerkterrorismus. Im Mittelpunkt des Sammelbandes steht dabei nicht allein die historische Analyse der wichtigsten europäischen wie überseeischen sozialrevolutionären Gruppierungen, sondern deren ideologischer Bezugsrahmen sowie gemeinsame Entstehungs- und Zerfallsbedingungen. Wie an taktischen und ideologischen Grenzfällen deutlich wird, findet sich aber auch im Terrorismus moderner Prägung sozialrevolutionäres Gedankengut.