Hrsg. Sebastian Gräber, Henning Gutfleisch, Tarek Probst, Anna-Josepha Stahl, Patrick Viol und Max Wevelsiep

Halbbildung
Kritische Theorie der Pädagogik

Halbbildung ist das Gegenteil von Bildung und die aller Aufklärung zum Trotz herrschende Form des gegenwärtigen Bewusstseins. Sie ist eins mit Konformismus, Ressentiment und stereotypem Denken. Dass sich Universitäten und der Kultur betrieb nach dem 7. Oktober 2023 als Nährboden für Antisemitismus erweisen, ist kein Zufall. Wo narzisstische Selbstvergewisserung selbstständiges Denken abgelöst hat, wird Halbbildung total. 

ISBN 978-3-95732-599-0 1. Auflage 13.03.2025 20,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Die Frage nach dem Warum erfordert Theorie und Kritik der Pädagogik wie der Gesellschaft. In »Halbbildung« fokussieren sich die Autor_innen darauf, was Bildung und Erziehung unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen zu leisten beansprucht - und was auch durch diese systematisch verhindert wird. Dabei wird eine Rettung desjenigen anvisiert, was die von der Barbarei ergriffene bürgerliche Gesellschaft nur beschädigt hinterließ. 

Die Beiträge verhandeln den Zusammenhang von Psychologie und Pädagogik, kritisieren das Konzept von Empowerment, fragen nach der Möglichkeit von Bildung nach Auschwitz und zeigen, warum die herrschende Kultur der Mitmenschlichkeit eine wesentliche Erscheinungsform bürgerlicher Kälte ist.

Mit Beiträgen von Ulrich Mathias Gerr, Anne Gräf, Henning Gutfleisch, Enrico Pfau, Thassilo Polcik, Nadine Randak, Michael Schüßler, Anna-Josepha Stahl und Patrick Viol.

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Das Buch und Pressestimmen bei der Gesellschaft für kritische Bildung

Theodor W. Adorno als Autor bei Neuer Weg

Rezension

Minimierte Subjekte: Es ist Zeit, über den Faschismus nachzudenken. Der Sammelband »Halbbildung – Kritische Theorie der Pädagogik« aktualisiert Adornos Bildungstheorie: Was haben der Bologna-Prozess, Pisa-Studien, antisemitische Universitätsproteste und die deutsche Wiederaufrüstung gemeinsam? Sie alle sind Symptome dessen, was Theodor W. Adorno bereits vor Jahrzehnten als »Halbbildung« diagnostizierte – eine Bildung, die Menschen nicht zu selbstständigen, reflektierten Subjekten entwickelt, sondern sie zu funktionierenden Rädchen im gesellschaftlichen Getriebe macht. In einer Zeit, in der Bildung zunehmend auf ihre ökonomische Verwertbarkeit reduziert wird und gleichzeitig autoritäre Bewegungen in Europa erstarken, könnte die Wiederentdeckung von Adornos kritischer Bildungstheorie kaum dringlicher sein. Von Maren Romstedt Neues Deutschland 17.07.2025

Erstellt: 07.02.2026 - 08:17  |  Geändert: 07.02.2026 - 08:41