Wo überall sitzt die Menschenfeindlichkeit?
Eine literarische Intervention gegen die gesellschaftspolitischen Verhältnisse
Ein Mädchen steht vor der Schwimmlehrerin und bettelt, endlich in die Fortgeschrittenengruppe zu dürfen. Dabei kann sie nur am Beckenrand ohne Leine gut schwimmen. Die Lehrerin ist gnadenlos, das Mädchen verzweifelt. Dreißig Jahre später ist Heike Geißler erwachsen und noch immer verzweifelt - aber entschlossen, sich diesem Gefühl zu stellen: ...
Protest (Thema)
1848 - was für ein Jahr: Die Rufe nach Grundrechten und demokratischer Teilhabe wurden lauter, hitzige Debatten wurden zu Barrikadenkämpfen, der politische Status quo geriet endgültig ins Wanken. Letztendlich erreichten die Revolutionärinnen und Freiheitskämpfer ihre Ziele nicht, doch ein entscheidender Anfang war gemacht.
Die Historikerin Alexandra Bleyer erzählt von der einzigartigen Dynamik dieses Revolutionsjahrs in ganz Europa.
Warum die grüne Transformation zu scheitern droht
Vor ein paar Jahren noch gingen Hunderttausende für ambitioniertere Klimaziele auf die Straße. Heute protestieren vor allem jene Gruppen, die von einer solchen Politik belastet würden: Landwirte, Pendler, Hauseigentümer. Das Projekt einer ökologischen Transformation scheint erschöpft. Philipp Staab diagnostiziert eine tiefgreifende Systemkrise.
Bürgerkriegsähnliche Zustände in L.A. und mittendrin eine tote Journalistin. Die einzige Spur: eine Patronenhülse am Tatort.
1992 eskalieren Proteste in den Straßen von Los Angeles, die Stadt versinkt im Chaos. In einer abgeschiedenen Gasse wird die Leiche der dänischen Kriegsberichterstatterin Anneke Jespersen gefunden. Todesursache: ein Kopfschuss aus nächster Nähe. Detective Harry Bosch sichert den Tatort inmitten der Aufstände. Die Indizien sind rar, einzig eine Patronenhülse hat der Täter zurückgelassen. Der Fall bleibt ungelöst, doch an Bosch nagt ein Gedanke, der zur Überzeugung wird: Jespersen war kein zufälliges Opfer.
Investorenmacht, 50+1, Ausverkauf des Spiels: Die Kommerzialisierung des Fußballs ist zu Genüge beklagt. Doch wie lässt sich der 'Ball zurückholen', wie von der Kritik über den Protest zum Widerstand gelangen?
Raphael Molter und Lara Schauland gehen zunächst den treibenden Kräften einer durchkapitalisierten Fußballindustrie nach. Sie beleuchten rassistische Strukturen, ein koloniales Erbe oder ein patriarchales Gefüge auf Rasen und Rängen. Und: Welche Tragweite hat die Konfrontation von staatlichen Organen mit organisierten Fans? Was ist aus Alternativen wie der 'Fußball gehört den Fans'-Kampagne beim FSV Zwickau zu lernen?
Die Bezeichnung «Soziale Bewegung» tauchte erstmals im Zusammenhang der Französischen Revolution auf. Gemeint war damit jener Prozess, in dem Menschen die Überzeugung gewinnen, dass ihr Schicksal nicht von höheren Gewalten, wie Göttern oder klerikalen Herrschern, quasi natürlich festgelegt ist, sondern dass sie es selbst sind, die die gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmen können.
Eine „neu Ordnung machen in der Welt“ (Martin Luther) wollten die Aufständischen in den Bauernerhebungen
des 16. Jahrhunderts. Auch wenn die Bauern ihre Ziele 1525 nicht erreichten: Die Vision einer neuen, gerechteren Gesellschaftsordnung bewegt die Menschheit bis heute. Aufstand und Revolution können insofern auch einen verheißungsvollen Klang haben. Sie künden von der Hoffnung auf eine bessere Welt, in der alle Menschen mit mehr Gleichberechtigung und Menschenwürde leben können. So steht der deutsche Bauernkrieg auch nach 500 Jahren als bewegendes Beispiel und Symbol für weltweite Bemühungen um mehr Menschenwürde, mehr Gerechtigkeit, mehr Mitbestimmung.
Der G20-Gipfel 2017 in Hamburg ist nicht wegen der vielfältigen Protestformen oder der dort verhandelten Themen in Erinnerung geblieben, sondern vor allem wegen der gewaltsamen Ausschreitungen und Konfrontationen mit der Polizei. Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Dynamiken der damaligen Eskalation.
Die Kritik von Arendt und Luxemburg an der Konsumgesellschaft, an Propaganda und an mangelnden politischen Partizipationsmöglichkeiten könnte aktueller nicht sein. Beide waren sie überzeugt von der Notwendigkeit und auch der Möglichkeit fundamentaler Veränderungen, das Weitsichtige ihrer Texte regt zu Wiederlektüre an. Gerade in krisenhaften Zeiten bieten die beiden kritischen Denkerinnen optimistische Fingerzeige.
Agent Orange schrieb als Mittel chemischer Kriegsführung Geschichte: Zur Entlaubung vietnamesischer Wälder versprühte die US-Armee ab 1965 mehr als 45 Millionen Liter des Herbizids, produziert von Unternehmen wie Dow Chemical, Monsanto oder Bayer. Vernichtete Ernten, Missgeburten, Krebserkrankungen: Bis heute leiden in Vietnam mehr als drei Millionen Menschen an Spätfolgen. Und was geschah mit den orangefarbenen Fässern, als man 1971 die Besprühung des Landes infolge massenhaft erkrankter US-Soldaten einstellte? Für deren Inhalt fand man Verwendung an der Pazifikküste der USA. Über den heimischen Wäldern von Oregon stiegen Hubschrauber auf und ließen giftigen Nebel herab: Unkrautvernichtung im Namen der Holzindustrie - einmal mehr mit tödlichen Folgen samt verseuchter Flüsse und Seen.