Für linke Bewegungen in der ganzen Welt verkörpert Rojava die reale Möglichkeit einer besseren Gesellschaft: Im Juli 2012 begann dort die Revolution. In den drei kurdisch geprägten Kantonen Afrîn, Kobanê und Cizîrê wurde eine autonome Selbstverwaltung aufgebaut, die auf den Werten Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit und Ökologie beruht. Mittlerweile kontrolliert die »Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens« etwa ein Drittel des syrischen Staatsgebiets. Unter ihrem Dach vereint sie unterschiedliche Ethnien, Religionen und Sprachen.
Revolution (Thema)
Die Spaltung mit der britischen Workers Revolutionary Party 1985-1986 leitete eine fruchtbare Phase in der Geschichte des Trotzkismus ein, die durch intensive theoretische Arbeit, die Ausarbeitung einer Weltperspektive auf der Grundlage der Prinzipien der permanenten Revolution und des Internationalismus gekennzeichnet war und die Auflösung der stalinistischen Regime vorwegnahm. In der Phase, die in diesem Buch untersucht wird, konnte das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) die »World Socialist Web Site« aufbauen und sich zur Arbeiterklasse hinwenden - in Vorbereitung auf die politischen Kämpfe, die die Welt heute erschüttern.
Im Zuge von Industrialisierung und aufkommender Sozialdemokratie entwickelt sich in Mitteldeutschland bereits vor dem Ersten Weltkrieg ein klassenbewusstes Proletariat. Vielerorts herrschen miserable Arbeits- und Lebensbedingungen, weshalb linke Parteien in den Betrieben der Region sehr viele Anhänger*innen finden und die Revolution gegen Weltkrieg und Monarchie bereits am 7. November 1918 Mitteldeutschland erfasst – während sie Berlin erst zwei Tage später erreicht.
Im Sommer 2012 beginnt die Revolution von Rojava. Ein Teil der kurdischen Bevölkerung setzt in Nordsyrien, mitten im blutigen Bürger_innenkrieg, lang gehegte Ziele der Frauenbefreiung, Demokratie und Pluralität um. Nur kurze Zeit später wird die selbstverwaltete Region vom 'Islamischen Staat' (IS) angegriffen, der durch seine abscheulichen Verbrechen globales Entsetzen erregt. Das Durchbrechen der Belagerung der Stadt Kobanê wird zum Symbol. Es ist der Wendepunkt im Krieg gegen den IS. In langen und verlustreichen Kämpfen befreien kurdische Einheiten Dorf um Dorf, und als es ihnen im Jahr 2019 gelingt, dem IS auch das letzte Stück Land in Syrien abzunehmen, geht ein Aufatmen durch die Welt.
Was damals eine Schlagzeile Wert war – aus heutiger Sicht.
Schlagzeilen in den Zeitungen bestimmen, was wichtig ist – aus Perspektive der Zeitgenossen. Dem historischen Blick zeigt sich ein ganz anderes Bild. Klaus Zeyringer erzählt fulminant von mehr als fünfzig historischen Ereignissen, wie sie damals in der Presse wahrgenommen wurden, und die Historikerin Ursula Prutsch präzisiert deren Bedeutung und Auswirkungen aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ...
Eine historische und anschauliche Antwort auf den heutigen Luther-Kult. In prägnanter Kürze leistet Engels in ›Der Deutsche Bauernkrieg‹ eine klare Durchleuchtung der gesellschaftlichen feudal-klerikalen Verhältnisse am Übergang von Mittelalter zu Neuzeit. Er zeigt die verschiedenen gesellschaftlichen Fraktionen, ihre Interessen, Bündnisse und Vorgehensweisen. Packend geschrieben schildert er den Fortgang dieser gewaltigen Volksbewegung, die immer rascher aufeinander folgenden Erhebungen der Bauern bis hin zum großen Bauernkrieg von 1524/25.
»Komme morgen an.« Mehr steht nicht in dem Telegramm, mit dem der namenlose Gast seinen Besuch bei einer Mailänder Industriellenfamilie ankündigt. Es dauert nicht lange, und der überirdisch gut aussehende junge Mann hat der Reihe nach alle – geschlechter- und klassenübergreifend – verführt: Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Dienstmädchen.
»Jeder Widerspruch enthält ein Glücksgefühl.«
Vierzehn Bände hat die Franz-Jung-Werkausgabe, zusammengestellt in einer grandiosen Ost-West-Gemeinschaftsarbeit über vierzehn Jahre hinweg, abgeschlossen 1996. Ein Großprojekt, gestemmt ganz ohne Wissenschaftsförderung. Einfach aus Euphorie und dem Gefühl der Notwendigkeit.
»Wer in Afrika progressiv denkt, zitiert Sankara«, so ›Der Spiegel‹ 2018. Auch deshalb wird der 1987 ermordete Revolutionär im nachkolonialen Europa oft übergangen. Schließlich hatte sich der ›Che Afrikas‹ aufgemacht, »die Zukunft zu erfinden«, ein »Wagnis«, wie er selbst meinte. Unter seiner Präsidentschaft wurde Obervolta in Burkina Faso (›Land der Gerechten‹) umbenannt, der Name war Programm: Sankara schaffte die Regierungslimousinen ab, verbot Genitalverstümmelung, Polygamie, Brautpreise. Emanzipation und Klimapolitik wurden zu Tagesaufgaben.
Parlamentarische Herrschaft selbst lässt sich durch gerichtliche Verwaltungskontrolle soweit brechen und wird zugleich justiziell derart übertroffen, dass Demokratie insgesamt gestört wird, lautet die Ausgangsvermutung dieser Studie.