Fünfzig Jahre nach der Nelkenrevolution blickt Portugal auf einen umfassenden Transformationsprozess zurück. Was hat sich verändert? Inwiefern steht die politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Konfiguration des Landes in direktem Zusammenhang mit dem 25. April 1974 und den zwei revolutionären Jahren danach? Und wie gestaltete sich Portugals Neuverortung?
Nelkenrevolution (Thema)
Als am 25. April 1974 in Portugal ein Militärputsch gegen die Diktatur des Estado Novo losschlägt, befindet sich der junge Linke Phil Mailer als Englischlehrer im Land. Wie der Großteil der Bevölkerung wird auch er von den Ereignissen überrascht - eher zufällig erlebt er mit, was als Nelkenrevolution in die Geschichte eingehen würde. Die linksgerichteten Militärs des Movimento das Forças Armadas beendeten mit ihrem Putsch nahezu gewaltfrei fast 50 Jahre faschistischer Herrschaft - unterstützt von der breiten Bevölkerung, die die Gewehrläufe der Soldaten mit den namensgebenden Nelken schmückte.
Lissabon 1975, nach der Nelkenrevolution: Der Patriarch einer großbürgerlichen, weitverzweigten Familie liegt im Sterben, und die Familienmitglieder eilen herbei, um sich auf das Erbe zu stürzen, das der Alte jedoch schon längst durchgebracht hat. Eine halluzinatorisch-witzige Satire auf Dummheit, Lüge und Gier.
Prinzipien der direkten Demokratie und der kollektiven Selbstverwaltung ziehen sich durch alle revolutionären Epochen, von der Französischen Revolution über den Mai 1968 bis zur Besetzung der ZAD heute. Charles Reeve zeigt die revolutionären Phasen der sozialistischen Bewegung aus der Perspektive häretischer Sozialismuskonzeptionen, jener Strömungen, die die offiziellen und offiziösen Geschichtsschreibungen als "extreme Überschreitungen" bezeichnen: die "Enragés" während der Französischen Revolution, den Kampf der Sowjets in der russischen Revolution, die sich die Macht über die Neugestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft nicht nehmen lassen wollten.
Ein Roman über den Terror aus weiblicher Sicht. Eine reaktionäre Terrorgruppe, die "Krokodile", plant ein Attentat. Nach dem Sturz Salazars sind in Portugal Mitte der siebziger Jahre die Kommunisten an der Macht, und dagegen wollen sie aufbegehren.
Drei Jahre nach Beginn der Ereignisse in Nordafrika und dem Nahen Osten, die mit dem Namen Arabischer Frühling belegt wurden, ist die damalige Aufbruchstimmung weitgehend verflogen. Einige autoritäre Regime wurden gestürzt.
Lobo Antunes' "Schicksalslied" über den portugiesischen Machismo. Zehn Jahre nach der Nelkenrevolution von 1974, die in Portugal die Demokratie einläutete, treffen sich fünf Kriegsveteranen zu einem Abendessen mit anschließendem Besäufnis im Rotlichtbezirk Lissabons.
Sparen, sparen, sparen ist die Devise der meisten europäischen Politiker, denn nur dadurch sei die Krise zu bewältigen und der Wohlstand zu sichern. In Wirklichkeit geht es aber um etwas ganz anderes: Unter dem Deckmantel der Krisenbewältigung findet ein stiller Putsch gegen die europäischen Bürger statt.
Vor vierzig Jahren wurde die europäische Öffentlichkeit von der portugiesischen Nelkenrevolution überrascht. Revolutionäre Militärs hatten eine faschistische Diktatur gestürzt und schienen entschlossen, im Bündnis mit einer kämpferischen ArbeiterInnenbewegung in einem Land der NATO eine sozialistische Gesellschaft zu errichten.
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Das Signal zur Revolution kommt am 25. April 1974 um 0:25 Uhr Ortszeit über den Rundfunksender Radio Renascenca: „Grândola, Vila Morena“, das verbotene antifaschistische Lied des Musikers Jose Alfonso, wird innerhalb von Stunden zur Hymne des Aufstands.