Friedensbewegung (Thema)
Das Leben einer Jahrhundertgestalt: die erste umfassende Biographie.
Der Pfarrer Martin Niemöller (1892-1984) ist als Mitbegründer der Bekennenden Kirche und durch seine Reden zur Schuld der Deutschen nach 1945 bekannt. Dabei war er als Student in völkischen und antisemitischen Parteien und Verbänden aktiv und begrüßte 1933 die NS-Machtergreifung. Auch nach 1945 trat seine Judenfeindschaft wiederholt hervor. Benjamin Ziemann rekonstruiert die Biographie eines streitbaren Kirchenpolitikers und Nationalisten, der die Weimarer Republik ebenso ablehnte wie Adenauers Politik der Westbindung und den Parteienstaat der Bundesrepublik. Nach 1945 wurde Niemöller zum Pazifisten - und blieb doch dem Habitus des kaiserlichen Marineoffiziers treu.
Aus Furcht vor Russland, als Reaktion auf den Irrsinn eines "America first" oder aus Angst vor Gewalt und Terror kommen die Gespenster des Kalten Krieges zurück. Der neue Rüstungswettlauf ist keine Drohung mehr, sondern bereits harte Realität. Deutschland kann in der Entspannungspolitik zwischen Ost und West im Rahmen der Europäischen Union eine führende Rolle einnehmen. Dafür muss Frieden wieder zu einem zentralen Thema unserer Gesellschaft werden.
Die erste große Biographie über den Hoffnungsträger des Nahen Ostens.
Bald ein Vierteljahrhundert liegt das Attentat auf dem Platz der Könige in Tel Aviv (heute Jitzchak-Rabin-Platz) zurück, das den Anfang vom Ende des hoffnungsvoll begonnenen Friedensprozesses im Nahen Osten bedeutete. Das Opfer, Jitzchak Rabin, hatte eine der Hauptrollen in diesem Prozess gespielt und wurde dafür 1994 gemeinsam mit Schimon Peres und Jassir Arafat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bezahlt hat er dafür mit seinem Leben, ermordet von einem jüdisch-israelischen Rechtsextremisten. Rabins Rolle als Friedenskämpfer ist seither vakant geblieben, die Fronten haben sich beständig verhärtet und radikale Haltungen befeuern sich gegenseitig - auf beiden Seiten.
Die EU befindet sich seit zehn Jahren im Krisenmodus, der Rechtspopulismus erstarkt in vielen Ländern, der Bruch mit der Türkei erscheint irreparabel, Grenzen werden nicht mehr eingerissen, sondern eine "Festung Europa" neu errichtet, die sich latent verschärfende Konfrontation mit Russland und Aufrüstungspläne wirken verunsichernd, als gemeinsam verstandene "europäische Grundwerte" erodieren allenthalben.
Das alles geschieht in einem internationalen Umfeld, das immer unübersichtlicher und konfliktträchtiger wird. Die Liste der besorgniserregenden Zustände ist lang und wirft Fragen auf:
Dieses Handbuch beinhaltet das aktuelle Wissen zu Frieden, Friedenspolitik und zur Friedens- und Konfliktforschung. Die Beiträge behandeln den Friedensbegriff systematisch aus wissenschaftlicher und politischer Perspektive. Dabei werden die vielfältigen inhaltlichen Dimensionen und Bezüge des Begriffsfeldes Frieden verdeutlicht. Die Befunde der insgesamt 51 AutorInnen bieten ein umfassendes Bild der aktuellen und künftigen Herausforderungen von Friedensforschung und Friedenspolitik und beziehen die Praxis der Friedensarbeit ein.
Friedensbewegung und Befreiungstheologie werden von der vom herrschenden System korrumpierten Kirchenhierarchie und von dem ihr ergebenen theologischen Personal als kommunistische Gespenster wahrgenommen. Wie sich christlicher Glaube in der historischen Realität aber widerspiegeln kann, zeigen die befreiungstheologisch handelnden US-Priester Daniel Berrigan SJ und Philip Berrigan. Unter Inkaufnahme vieler persönlicher Risiken kämpfen sie aktiv gegen den Völkermord der USA in Indochina, sie engagieren sich in der internationalen Friedensbewegung gegen Kriegsrüstung und Krieg, gegen Unterdrückung, Versklavung und Elend von Abermillionen Menschen. In der Verbindung christlicher und marxistischer Elemente des Humanismus wird die revolutionäre Umkehrung der Verhältnisse zur Hoffnung der Gegenwart.
Die Welt ist schlecht? Du hältst Veränderung in vielen Bereichen für
DRINGEND notwendig?
Dann sag nicht: "Der Einzelne kann ja eh nichts tun."
Sage: "Mir ist bis jetzt nicht eingefallen, was ich als Einzelner tun kann."
Die deutsche Außenpolitik sieht sich mit "internationalen Erwartungen" konfrontiert, massiv aufzurüsten und als Ordnungsmacht in Afrika, im Nahen Osten und in Europa regelmäßig Kriege zu führen. Nach jahrelangem Zögern gibt die deutsche Bundesregierung dem Druck zunehmend nach. Aktuelle Entscheidungen und Ankündigungen lassen Schlimmes befürchten. Wer interessiert daran ist, den Frieden in Europa und in der Welt zu bewahren, der kommt nicht daran vorbei, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen. Es möchte die Bevölkerung, aber auch Wissenschaft und Politik wachrütteln, und stellt friedenspolitische Handlungsempfehlungen zur Diskussion. Es sollte überall dort gelesen und diskutiert werden, wo Politik vermittelt und wo Politik gemacht wird. Es geht uns alle an, ob Deutschland zu einer Kriegsmacht wird oder nicht.
Ohne Brille liest der 92-jährige Mikis Theodorakis auf einem Tablet Nachrichten, kommentiert sie, erzählt Analogien zu gelebter Geschichte. Theodorakis war Partisan, Verbannter, er überlebte brutale Folter und Weggefährten wie Fidel Castro und Mosche Dajan. In seinem Wohnhaus herrscht reger Besucherverkehr. Politiker, Musiker, Freunde und Journalisten holen sich Rat bei Griechenlands lebender Legende. Von ihren einstigen Herrchen ausgesetzte Hunde finden hier ihre Herberge. "Die sind wie ich, alt und gebrechlich", sagt der mit seinem Tod Kokettierende.
Die Angst vor der Atombombe hat bislang einen neuen Weltkrieg verhindert – gleichzeitig ist die Bombe noch immer die größte Bedrohung. Erst wenn diese Widersprüchlichkeit mit historischen und theoretischen Kenntnissen durchdrungen wird, können wirkliche Abrüstungsschritte formuliert werden. Es fällt schwer, sich zu vergegenwärtigen, was es heißt, im atomaren Zeitalter zu leben – angesichts der uns bedrängenden globalen Probleme. Deshalb spielt die Atombombe in der öffentlichen Wahrnehmung keine große Rolle mehr, sie ist ihr regelrecht entrückt. Dieser Umstand steht jedoch im Widerspruch zu ihrer Bedeutung für die Sicherheit der Weltbevölkerung.
