Mit genialem Spürsinn und großer Treffsicherheit hat Franz Hinkelammert erkannt, dass im Programm der abendländischen Rationalität ein Virus am Werk ist, der den Text dieser Rationalität immer wieder in sein Gegenteil verkehrt: der tödliche Kreislauf des Menschenopfers und seiner zwanghaften Rechtfertigung als ebenso unumgänglich wie nützlich und effizient. Menschenopfer sind leider notwendig, damit Gesellschaften vor tödlichen Bedrohungen gerettet werden können. Dieser, was in der griechischen Tragödie sehr richtig gesehen wurde, schicksalhafte Opferkreislauf bildet einen großen Bogen vom Krieg gegen Troja bis zu den Kriegen der Nato, der Bombardierung Serbiens und des Iraks. Dem gegenüber steht eine klare Alternative aus der Frühgeschichte der Tradition Israels: die endgültige Beendigung aller Menschenopfer, so wie sie in der Geschichte von Abraham und Isaak (Genesis 22,1-19) mitgeteilt wird.

ISBN 978-3-905577-02-0 22,00 € Portofrei Bestellen

Alles scheint noch vertraut in Hülkendonck, einem Dorf am Niederrhein. Als wären die dreißig Jahre, in denen der Erzähler hier nicht mehr lebt, nie gewesen. Sein Besuch bei den Eltern beschwört die Vergangenheit wieder herauf: die idyllische Weltfremdheit der 70er Jahre, den Beginn einer industriellen Landwirtschaft, die das bäuerliche Milieu verdrängt. Und den geplanten Bau des "Schnellen Brüters", eines neuartigen Atomkraftwerks, das die Menschen im Ort genauso tief spaltet wie im ganzen Land.

ISBN 978-3-630-87596-5 22,00 € Portofrei Bestellen

Ein skandalöses Faktum der europäischen Politik gerät periodisch aus dem Blick: an die EU-Außengrenze stößt ein aus der Zeit gefallenes Land - das von Machthaber Lukaschenko autoritär regierte Belarus, die frühere weißrussische Sowjetrepublik. In einem fesselnden Essay, der profunde historische Analyse mit provokanten Thesen verbindet, befasst Valentin Akudowisch sich mit den Ursachen der notorisch schwachen Identität seines Landes.

ISBN 978-3-518-12665-3 15,00 € Portofrei Bestellen

Sie ist die Zeitgenossin von Victor Hugo (1802-1885) und George Sand (1804-1876), aber längst nicht so bekannt wie diese. Doch im Gegensatz zu George Sand war Flora Tristan (1803-1844) keine bloße Salonsozialistin, sondern eine leidenschaftliche und engagierte Kämpferin für die Rechte und Menschenwürde der Frau und der Proletarier gleichermaßen: In ihrem Buch „Spaziergänge in London“ (1840) nannte sie die Schattenseiten der industriellen Revolution in England - Verarmung weiter Kreise der Bevölkerung und Menschenhandel - beim Namen, ein halbes Jahrzehnt vor Friedrichs Engels Untersuchung „Zur Lage der arbeitenden Klasse in England“, zeitgleich mit Bettine von Arnims „Armenbuch“, das die Misere der schlesischen Weber vor den Toren Berlins beschreibt.

ISBN 978-3-86841-074-7 vergriffen

Ein "schwuler" Außenminister in Deutschland und ein "schwarzer" US-Präsident repräsentieren nicht nur Staatsmacht, sondern zugleich einen Etappensieg der "Gutmenschen". Die qualmenden und hinternklopfenden Mad Men von einst werden in Gender-Ausschüssen in die Mangel genommen, während es für muslimische Frauen Bikini-Burka-Kreuzungen zu kaufen gibt. Das gesellschaftliche Leben scheint weder länger ohne "politisch korrekte" Nachjustierungen noch ohne die selbstheroisierenden Entrüstungen über angeblichen Tugendterror auszukommen.

ISBN 978-3-518-12645-5 16,00 € Portofrei Bestellen

La Chine en folie, 1925: China-Reise. Londres, mittlerweile ein großer Reporter, reist quer durch den chinesischen Bürgerkrieg: Zerrüttung und Grauen, große und kleine Räuber, Tschangtsolin und Kulis und vor allem Shanghai, die Kapitale des internationalen Jobbertums: 'Es gibt Städte, wo man Kanonen macht oder Stoffe oder Schinken. In Shanghai macht man Geld.' Er schreibt heitere, unabhängige und autoritätenverachtende Reportagen, er schildert die Kapriolen der Korruption und ist dabei stets sozialkritisch und investigativ. 'Der ewige Jude am Ziel': 1929 reist Frankreichs mittlerweile bekanntester Reporter über London und Prag in die Karpaten und weiter via Czernowitz, Lemberg und Warschau nach Palästina, um seinen Landsleuten die Lage der Juden zu schildern.

ISBN 978-3-8477-0348-8 38,00 € Portofrei Bestellen

Die zahlreichen Utopien, die neue Gesellschaften beschrieben, beschränkten sich nicht auf die Darstellung der grundlegenden politischen und wirtschaftlichen Ordnung, sondern entwickeln oft auch sehr konkrete Vorstellungen, wie das alltägliche Leben "morgen" organisiert sein sollte: Wie sehen die zukünftigen Wohnverhältnisse aus? Wie und was wird gekocht und gegessen? Wie gestalten sich die erotischen Beziehungen?
Rudolf Stumberger durchforstet dazu die fiktionale Utopie: Von Utopia des Thomas Morus überdie Werke der Frühsozialisten und William Morris' News from Nowhere bis zu den feministischen Utopien wie bei Charlotte Perkins Gilman und jene aus den 1970er Jahren.

ISBN 978-3-86569-306-8 15,00 € Portofrei Bestellen

Indien hat in den letzten 70 Jahren eine erstaunliche wirtschaftliche und politische Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Zugleich herrschen in der größten Demokratie der Erde weiterhin krasse soziale Ungleichheit und großes Elend in den Unterschichten vor. Amartya Sen und sein Schüler Jean Drèze gehen in ihrer brillanten Analyse den Ursachen dieser Widersprüchlichkeiten auf den Grund. Diese durchaus kritische Betrachtung behandelt die allgemeine ökonomische, politische und gesellschaftliche Entwicklung Indiens von seiner Unabhängigkeit bis heute. Besondere Aufmerksamkeit erfährt hierbei die Rolle, welche die Einführung eines demokratischen Systems auf die Wirtschaft und das soziale Gefüge des einstigen Entwicklungslandes spielte.

ISBN 978-3-406-67029-9 29,95 € Portofrei Bestellen

Das Buch hebt einen wahren Schatz an Widerstandsgeschichten, der von den Partisanenkämpfen gegen die deutschen Besatzer in Italien bis hin zu den Brigadisten reicht, die im Indochinakrieg an der Seite der Vietminh kämpften. Der Roman gibt den Partisanen dieser Welt die Würde zurück.

ISBN 978-3-86241-459-8 26,00 € Portofrei Bestellen

Günter Pelzl wuchs mit dem Leitsatz auf: "Nie wieder Krieg!" Dafür wollte er etwas tun. Schon als Schüler ließ er sich als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des MfS anwerben und wurde überzeugter Kandidat zur Mitgliedschaft in der SED. Nach dem Studium und seiner Promotion im Fach Chemie trat er als hauptamtlicher Mitarbeiter dem Staatssicherheitsdienst bei, wo er von 1976 bis 1990 im Operativ-Technischen Sektor tätig war. 1982 wurde er von der Abteilung "Markierung und Geheimschriften" in die Abteilung 35, "Analyse, Reproduktion und Produktion von Dokumenten", versetzt und stieg dort bis zum Abteilungsleiter auf. Hier wurden unter anderem argentinische, chilenische, vietnamesische, israelische, libanesische, vor allem aber auch europäische Pässe hergestellt. Es war die Zeit, in der es in der BRD Bestrebungen gab, einen angeblich fälschungssicheren Personalausweis einzuführen.

ISBN 978-3-95841-114-2 19,99 € Portofrei Bestellen