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Thomas Stöltings Essay über Gewalt, Erinnerung und historische Verantwortung handelt vom Spanischen Bürgerkrieg, seinen Ursachen, seinem Verlauf und wie er bis heute (nicht) erinnert wird. Es wird deutlich, wie sehr Hitler-Deutschland diesen Bürgerkrieg erst ermöglichte.
Ein besonderes Augenmerk widmet er exemplarisch der Gewaltgeschichte der kanarischen Insel La Palma.
»Am Anfang geht es darum, das Eis zu brechen. Der folgende Versuch, ins Kapital, die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx, einzuführen, unterscheidet sich von bisherigen Versuchen vor allem dadurch, dass er dessen Lektüre nicht ersetzen, sondern erleichtern soll. Als Motto könnte darüber stehen: Nur für ›Kapital‹-Leser geeignet! … Es soll den Anfänger einführen – aber nicht in die fertigen Lehren, sondern in ihre Verfertigung.« (Aus dem Vorwort zur ersten Auflage von 1974)
EIN ZEITGEMÄSSER BLICK AUF DIE WELTGESCHICHTE - HERAUSGEGEBEN VON ZWEI VORDENKERN DER NEUEN GLOBALGESCHICHTE
Weltgeschichte ist lange Zeit als eine Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs einer kleinen Zahl von ,Hochkulturen' geschrieben worden. Unter diesen Kulturen schienen Europa oder der atlantische ,Westen' während der letzten Jahrhunderte nach den Kriterien Macht, Wohlstand und kulturelle Kreativität zu dominieren.
Das neue sechsbändige Werk zur Weltgeschichte, das von einem Team von Historikerinnen und Historikern vorwiegend aus den USA und Deutschland erarbeitet wird und das gleichzeitig bei C.H.Beck und Harvard University Press erscheint, verabschiedet sich von diesen Traditionen. Es leugnet die Errungenschaften des Westens nicht, stellt sie aber in den größeren Zusammenhang gleichzeitiger Entwicklungen in anderen Teilen der Welt. Dadurch wird das allmähliche, dabei aber krisenhafte Entstehen des heutigen dicht integrierten und pluralistischen Weltzusammenhangs sichtbar.
Von der Altsteinzeit bis zur Spätantike reicht das große Panorama, das im ersten Band der Geschichte der Welt entworfen wird - eine grandiose Darstellung von mehr als 2,7 Millionen Jahren Kultur- und Ereignisgeschichte der Menschheit. Sie reicht von den Anfängen der Menschwerdung über den Beginn des Ackerbaus, das Aufblühen der frühen Hochkulturen bis zur Epoche der griechisch-römischen Welt und dem Ende der Gupta-Zeit in Indien, dem Niedergang der Sui-Dynastie in China und dem Aufkommen des Islam.
Zwischen 600 und 1350 bot die Erde noch so viel Platz, dass Individuen, Gruppen und ganze Gesellschaften isoliert voneinander existieren konnten. Australien und Ozeanien standen noch gar nicht, der amerikanische Doppelkontinent kaum wahrnehmbar mit Entwicklungen in Europa, Afrika und Asien in Verbindung. Doch wurden in dieser Periode immer mehr Menschen in Netzwerke eingebunden, die Objekte, Praktiken und Ideen über Tausende von Kilometern verbreiteten und dabei Einfluss nahmen auf Entstehung und Zerfall von Herrschaftsräumen. Sie befeuerten in dieser Epoche der Geschichte der Welt eine Dynamik, welche die Isolation einander noch fremder Gesellschaften an ein Ende brachte.
In den Jahrhunderten zwischen 1350 und 1750 wird die Geschichte der Welt endgültig zu einer zusammenhängenden Weltgeschichte. Auf allen Kontinenten expandieren neue Großreiche, während westeuropäische Seefahrer den Atlantik in ein Binnenmeer verwandeln und der Islam die Handelssysteme vom Mittelmeer bis nach Südostasien beherrscht.
Zwischen 1750 und 1870 wurde aus einer Welt, die bei aller Vernetzung im Großen und Ganzen noch regional strukturiert war, eine immer enger zusammenhängende Einheit. Seitdem sind die unterschiedlichen Teile des Globus nicht nur über Kriege und Handel miteinander verbunden; auch kulturelle Entwicklungen, politische Reformen und soziale Veränderungen waren immer häufiger aufeinander bezogen.
Zwischen 1870 und 1945 wurde die Welt durch die rasanten Fortschritte in Kommunikation und Transportwesen größer und kleiner zugleich. Neue Technologien verkürzen Entfernungen und beschleunigen den Austausch von Menschen, Produkten und Ideen. Der Band behandelt ein Zeitalter, in dem die wachsende globale Vernetzung nicht nur neue Ambitionen weckte, sondern auch Ängste und Rivalitäten, die sich schließlich in zwei Weltkriegen entluden - den zerstörerischsten Konflikten in der Geschichte der Menschheit.
Theodoros Terzopoulos' Leben und seine Arbeit als Theatermacher sind eng verwoben mit der Politik und der griechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts: dem Griechischen Bürgerkrieg, der siebenjährigen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 und der bleiernen Zeit dazwischen. Sein Satz 'Ich bin immer auf der Seite der Verlierer der Geschichte und nicht auf der Seite der Sieger' könnte als Credo über seinen Arbeiten stehen.
Wolfgang Fritz Haugs 1971 erschienene Studie über die politökonomische Funktion der Werbung gilt weltweit längst als Standardwerk. Dabei erscheinen uns Haugs Beispiele, die noch den Geist des fordistischen Massenkonsums atmen, heute angesichts globalisierter Marken und Werbekampagnen geradezu als harmlos. Die Informationstechnologie hat den Produzenten des kommerziellen Imaginären neue, effizientere Zirkulationsmedien zur Verfügung gestellt. Daher hat der Autor seinen Klassiker nun um aktuelle Analysen zur Warenästhetik im transnationalen High-Tech-Kapitalismus ergänzt. Er zeigt, daß die Gedanken aus der Zeit nach 1968 nichts von ihrer Aktualität verloren haben.




