Geschichtsfälscher
Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges

Vorwort zur Neuausgabe 2025

Die vorliegende Broschüre erschien 1948 erstmalig in der Sowjetunion und wurde anschließend in deutscher Übersetzung beim Dietz Verlag in der DDR veröffentlicht. Dem vorausgegangen war eine Veröffentlichung der USA, Frankreichs und Großbritanniens mit dem Titel Nazi-Soviet-Relations 1939-1941. Darin veröffentlichten die Westmächte verschiedene Dokumente des deutschen Außenministeriums von 1939 bis 1941 – die dieser Phase vorangegangenen Jahre blieben jedoch unerwähnt. Die Westmächte versuchten so, die eigene Verantwortung für das Erstarken des deutschen Kriegskurses zu relativieren und die herausragende Rolle der Sowjetunion im Sieg über den Faschismus herunterzuspielen. Darauf reagierte das sowjetische Informationsbüro, das den hier vorliegenden Text verfasste und ihm den treffenden Titel Geschichtsfälscher. Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges gab.

2. Auflage Neuausgabe 2025 Kostenlos Download (PDF) von kommunistische-organisation.de

In der DDR und Sowjetunion war die vorliegende Broschüre zentral für die Befassung mit der eigenen Geschichte. Sie war die Entgegnung auf den Versuch der westlichen Imperialisten, die Geschichte umzudeuten und die eigene Unterstützung des deutschen Kriegskurses zu vertuschen. Seit 1990 konnte sich dieser Geschichtsrevisionismus dann jedoch fast unwidersprochen durchsetzen.

So manifestierte das EU-Parlament 2019 beispielsweise diese Geschichtsfälschung mit der Resolution Bedeutung der Erinnerung an die europäische Vergangenheit für die Zukunft Europas. Darin heißt es, „[…] dass der Zweite Weltkrieg, der verheerendste Krieg in der Geschichte Europas, als unmittelbare Folge des auch als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichneten berüchtigten Nichtangriffsvertrags zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der Sowjetunion vom 23. August 1939 und seiner geheimen Zusatzprotokolle ausbrach, in deren Rahmen die beiden gleichermaßen das Ziel der Welteroberung verfolgenden totalitären Regime Europa in zwei Einflussbereiche aufteilten“ (Hervorhebung durch KO)  weiter unter ...

Geschichtsfälscher: Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges  Kommunistische Kommunistische Organisation 01.09.2025

Infografik: Die Verheimlichte Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs

Image

Analyse der Hintergründe und Argumentationslinien zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges

Executive Summary

Dieses Dokument fasst die wesentlichen Thesen und Belege der sowjetischen Gegendarstellung "Geschichtsfälscher" zusammen, die 1948 als Reaktion auf westliche Publikationen zur Diplomatiegeschichte der Jahre 1939–1941 erschien. Die zentralen Erkenntnisse sind:

  • Wirtschaftliche Mitverantwortung des Westens: Die deutsche Rüstungsindustrie wurde maßgeblich durch US-amerikanische Kredite und industrielle Kooperationen (z. B. DuPont, Rockefeller, Morgan) nach dem Ersten Weltkrieg wiederaufgebaut.
  • Politik der Isolierung: Die westliche "Appeasement-Politik" wird als bewusster Versuch analysiert, die UdSSR diplomatisch zu isolieren und die deutsche Aggression nach Osten zu lenken.
  • Scheitern der kollektiven Sicherheit: Die Verhandlungen zwischen der UdSSR, England und Frankreich im Jahr 1939 scheiterten laut Dokumenten an der mangelnden Ernsthaftigkeit der Westmächte, die gleichzeitig Geheimverhandlungen mit Deutschland führten.
  • Strategische Notwendigkeit des Nichtangriffspakts: Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffspakt wird als letztes Mittel zur Selbstverteidigung in einer Situation der totalen Isolation dargestellt.
  • Die „Ost“-Front als Verteidigungswall: Die Besetzung des westlichen Bjelorußlands, der westlichen Ukraine und der baltischen Staaten diente der Schaffung einer strategischen Pufferzone, die den späteren Sieg über den Faschismus erst ermöglichte.

--------------------------------------------------------------------------------

I. Die ökonomischen Grundlagen der deutschen Aggression

Die Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges begann unmittelbar nach Hitlers Machtantritt, ermöglicht durch die Wiederherstellung der deutschen Schwerindustrie.

Finanzielle Unterstützung durch die USA

Nach dem Versailler Vertrag leisteten insbesondere die USA massive Schützenhilfe beim Wiederaufbau des deutschen Kriegspotentials:

  • Dawes-Plan: Ein System von Maßnahmen, das den Zufluss von 10–15 Milliarden Mark langfristiger und über 6 Milliarden Mark kurzfristiger Auslandskapitalien nach Deutschland ermöglichte (1924–1929).
  • Kapitalherkunft: Rund 70 % der langfristigen Anleihen stammten aus den USA.
  • Monopol-Verflechtungen: Führende US-Konzerne wie DuPont de Nemours, Standard Oil und die Morgan-Gruppe unterhielten engste Verbindungen zur IG-Farbenindustrie und anderen deutschen Rüstungsbetrieben.

Industrielle Kooperationen vor Kriegsausbruch

Auch britische Verbände arbeiteten mit Deutschland zusammen. Die Federation of British Industries schloss noch 1939 in Düsseldorf – nach der Besetzung der Tschechoslowakei – Abkommen zur industriellen Zusammenarbeit ab.

--------------------------------------------------------------------------------

II. Die Diplomatie der Isolation und der "Münchner Verrat"

Das Dokument legt dar, dass England und Frankreich die Strategie verfolgten, Hitler als "Bollwerk des Westens gegen den Bolschewismus" zu nutzen.

  • Viererpakt von 1933: Ein frühes Beispiel für den "Kuhhandel" zwischen England, Frankreich, Deutschland und Italien unter Umgehung der UdSSR.
  • Gespräch Hitler-Halifax (1937): Lord Halifax lobte Hitler für die Vernichtung des Kommunismus und signalisierte Einverständnis mit territorialen Veränderungen bezüglich Österreichs, der Tschechoslowakei und Danzigs, sofern diese "friedlich" verliefen.
  • Münchner Abkommen (1938): Dieses wird als "Kaufpreis" definiert, den die Westmächte zahlten, damit Deutschland einen Krieg gegen die Sowjetunion beginnt. Die Tschechoslowakei wurde dabei geopfert, während die UdSSR als einzige Macht zur militärischen Unterstützung bereit gewesen wäre.

--------------------------------------------------------------------------------

III. Das Scheitern der Dreier-Verhandlungen 1939

Im Frühjahr und Sommer 1939 führte die UdSSR Verhandlungen mit England und Frankreich, die jedoch aufgrund der "Doppelzüngigkeit" der Westmächte scheiterten.

Ungleiche Verpflichtungen

England und Frankreich forderten einseitige Hilfszusagen der UdSSR für Länder wie Polen und Rumänien, lehnten es aber ab, der UdSSR im Falle eines Angriffs über die baltischen Staaten beizustehen.

Militärischer Vergleich der Angebote (August 1939)

Die mangelnde Ernsthaftigkeit der Westmächte zeigte sich in der personellen und materiellen Ausstattung der nach Moskau entsandten Militärmissionen:

LandVorgeschlagene Streitkräfte
Großbritannien5 Infanteriedivisionen, 1 mechanisierte Division
Sowjetunion136 Divisionen, 5.000 Geschütze, 10.000 Panzer, 5.000 Flugzeuge

Britisch-deutsche Geheimverhandlungen

Während der offiziellen Gespräche in Moskau führten britische Vertreter (wie Hudson und Wilson) Geheimverhandlungen mit Hitlers Beauftragtem Wohlthat über die Aufteilung von Einflusssphären und eine Milliardenanleihe für Deutschland.

--------------------------------------------------------------------------------

IV. Der Nichtangriffspakt und die Schaffung der „Ost“-Front

In der Situation totaler Isolation und angesichts der drohenden Gefahr eines Zweifrontenkrieges (unter Einbeziehung Japans) sah die UdSSR den Nichtangriffspakt als einzige verbleibende Option zum Selbstschutz.

Die strategische Verteidigungslinie

Nach dem Zusammenbruch des polnischen Staates im September 1939 schuf die UdSSR die "Ost"-Front:

  • Territoriale Sicherung: Einmarsch in das westliche Bjelorußland und die westliche Ukraine (Curzon-Linie).
  • Baltikum: Abschluss von Beistandspakten und Stationierung von Truppen in Estland, Lettland und Litauen (Juni 1940).
  • Finnland: Nach dem sowjetisch-finnischen Krieg (1939/40) wurde die Grenze im Raum Leningrad um 150 km nach Norden verschoben, um die Stadt vor einem absehbaren deutsch-finnischen Angriff zu schützen.

Rechtfertigung der Maßnahmen

Das Dokument vergleicht diese präventiven Maßnahmen mit britischen Aktionen in Ägypten oder US-Landungen in Marokko: Es handelte sich nicht um Aggression, sondern um die Schaffung notwendiger Stützpunkte gegen die faschistische Weltgefahr.

--------------------------------------------------------------------------------

V. Die Antihitlerkoalition und die Kriegsschuldfrage

Trotz der Bildung der Allianz nach dem 22. Juni 1941 blieben die Spannungen zwischen den Verbündeten bestehen, insbesondere hinsichtlich der Eröffnung der Zweiten Front.

  • Zynismus der Alliierten: Das Dokument zitiert Harry S. Truman (24. Juni 1941): "Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, so sollten wir Rußland helfen, und wenn Rußland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen, sollen sie nur auf diese Weise möglichst viele totschlagen."
  • Zweck der "Geschichtsfälschung": Die Veröffentlichung der deutschen Akten durch die Westmächte im Jahr 1948 wird als Versuch gewertet, die eigene Verantwortung für das Erstarken Hitlers zu verschleiern, die UdSSR zu diskreditieren und die Geschichte für aktuelle politische Zwecke (NATO-Gründung, Kriegsvorbereitung) umzudeuten.

Fazit

Die vorliegenden Quellen definieren die Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges als einen Prozess, in dem westliche Imperialisten durch Finanzhilfe und diplomatische Sabotage der kollektiven Sicherheit die Weichen für den deutschen Angriff auf die Sowjetunion stellten. Die sowjetische Politik wird hingegen als konsequent defensiv und auf die Maximierung des Zeitgewinns für die Landesverteidigung ausgerichtet dargestellt.

Präsentation Die Geschichtsfälscher: Eine geopolitische Gegenerzählung

Strategisches Dossier: Die Transformation historischer Narrative und ihre geopolitische Instrumentalisierung (1945–2025)

1. Einleitung: Das Schlachtfeld der Geschichte

In der gegenwärtigen geopolitischen Konfrontation ist die Geschichte kein bloßes Archiv der Vergangenheit, sondern eine aktive Frontlinie. Als Senior-Experte für geopolitische Diskursanalyse konstatiere ich eine systematische Verschiebung von der wissenschaftlichen Aufarbeitung hin zu einer aggressiven Geschichtspolitik. Diese dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern ist eine operative Voraussetzung für die Mobilisierung von Gesellschaften innerhalb aktueller Konfliktszenarien. Die Kontrolle über das historische Narrativ ermöglicht es, die moralische Deutungshoheit zu beanspruchen und künftige Aggressionen präventiv zu legitimieren.

Basierend auf den Analysen der Neuausgabe 2025 des Dossiers „Geschichtsfälscher“ definieren wir Geschichtsfälschung als ein hochgradig funktionales Werkzeug der Machtpolitik. Es handelt sich um eine psychologische Operation, die durch selektive Deklassifizierung, gezielte De-Kontextualisierung und „chronologische Amputation“ arbeitet.

Dieses Dossier verfolgt drei strategische Kernziele:

  1. Dekonstruktion der Revisionismus-Mechanismen: Aufdeckung der Methoden, mit denen historische Fakten uminterpretiert werden, um heutige Feindbilder (insb. gegen Russland) zu stützen.
  2. Exposé der ökonomischen Verflechtungen: Analyse der Rolle des westlichen Kapitals bei der Aufrüstung des hitlerfaschistischen Deutschlands.
  3. Strategische Bewertung der NATO-Doktrin: Einordnung der aktuellen Kriegspolitik in die Kontinuität imperialistischer Geschichtsklitterung.

Die heutige „Wahrheitsproduktion“ der EU und der NATO ist kein neues Phänomen. Sie findet ihren Rosetta-Stein in der dokumentarischen Auseinandersetzung des Jahres 1948, als die Grundlagen für die heutige transatlantische Narrativ-Architektur gelegt wurden.

--------------------------------------------------------------------------------

2. Die Genese der „Geschichtsfälscher“: Der dokumentarische Gegenangriff

Die 1948 erschienene Broschüre „Geschichtsfälscher“ war die notwendige Antwort auf eine westliche Desinformationskampagne. Das US-Staatsdepartement hatte in Kooperation mit London und Paris die Sammlung „Nazi-Soviet Relations 1939–1941“ veröffentlicht. Diese Publikation war ein Musterbeispiel für narrative Manipulation: Sie isolierte den Zeitraum des Nichtangriffspaktes vollständig von seiner Vorgeschichte.

Diese methodische Einseitigkeit – eine bewusste Auslassung der Jahre vor 1939, insbesondere der Münchener Periode – zielte darauf ab, die eigene Mittäterschaft der Westmächte am Erstarken des Faschismus zu verschleiern. Während die UdSSR wiederholt eine gemeinsame Sichtung der Archivmaterialien forderte, um eine objektive historische Basis zu schaffen, wurde dies vom Foreign Office und dem US-Staatsdepartement systematisch sabotiert.

Die westliche Strategie war eine „chronologische Amputation“: Indem man den Pakt von 1939 zum isolierten Startpunkt des Krieges stilisierte, entzog man den ökonomischen Realitäten des vorangegangenen Jahrzehnts die öffentliche Aufmerksamkeit.

--------------------------------------------------------------------------------

3. Die ökonomische Basis der Aggression: US-Kapital und deutsche Aufrüstung

Die Wiederaufrüstung Deutschlands nach Versailles war kein deutsches „Wunder“, sondern das Resultat massiver transatlantischer Kapitalströme. Der sogenannte „Dollarregen“, gesteuert über den Dawes-Plan, modernisierte den deutschen Produktionsapparat auf ein Niveau, das expansionistische Aggression ökonomisch notwendig machte, um einen erneuten Kollaps zu verhindern – ein strategischer „So-was-Effekt“, der den deutschen Imperialismus erst kriegstüchtig machte.

Schlüsselakteure dieser Verflechtung waren:

  • DuPont de Nemours & Imperial Chemical Industries: Kartellpartner der IG-Farbenindustrie zur Aufteilung der Weltmärkte für Schießpulver.
  • Standard Oil (Rockefeller): Verträge mit der IG-Farben über Profite aus Flugzeugbenzin, die Hitlers Luftwaffe buchstäblich in der Luft hielten.
  • Morgan, Rockefeller und Lamont: Finanzielle Rückgrate der deutschen Schwerindustrie.
  • Dillon, Read & Co. (u.a. unter dem späteren US-Verteidigungsminister Forrestal): Wesentliche Finanzierung der Vereinigten Stahlwerke AG.
  • Sullivan & Cromwell (John Foster Dulles): Juristische Absicherung dieser Monopol-Verflechtungen.

Besonders brisant ist die „Düsseldorfer Erklärung“ von 1939, ein Abkommen zwischen der Federation of British Industries und der Reichsgruppe Industrie. Dies belegt, dass die britische Industrie noch mit den Nazis über eine „vollständige Zusammenarbeit“ verhandelte, als Hitler bereits die Tschechoslowakei verschlungen hatte. Die sowjetische Gegendarstellung nutzte hierfür die beißenden Karikaturen von Boris Jefimow, die den „Dollarregen“ und das von der Wall Street berechnete Blutgeschäft als narrative Waffe gegen die westliche Heuchelei einsetzten.

--------------------------------------------------------------------------------

4. Appeasement als strategische Isolation der UdSSR

Die „Politik der Nichteinmischung“ war kein diplomatisches Versagen, sondern eine kalkulierte Strategie zur Begünstigung der Aggression nach Osten. Das Ziel war die gegenseitige Erschöpfung von Deutschland und der UdSSR, während man selbst als lachender Dritter die Bedingungen diktieren wollte.

Den moralischen Abgrund dieser Strategie formulierte der spätere US-Präsident Harry S. Truman 1941 mit beispielloser Kälte:

„Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, so sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen, sollen sie nur auf diese Weise möglichst viele totschlagen.“

Die Chronologie des „Münchener Verrats“ von 1938 ist die logische Folge dieser Haltung. London und Paris torpedierten systematisch die sowjetischen Vorschläge für kollektive Sicherheit (Litwinow-Vorschläge). Stattdessen wurde Hitler die Tschechoslowakei als „Kaufpreis“ (Stalin) für den erwarteten Angriff auf die UdSSR überlassen. Lord Halifax signalisierte Hitler bereits 1937, dass England Änderungen der europäischen Ordnung (Österreich, Tschechoslowakei, Danzig) billigen würde.

--------------------------------------------------------------------------------

5. Mechanismen der Täter-Opfer-Umkehr im 21. Jahrhundert

Im 21. Jahrhundert erleben wir eine Rekonstruktion dieses imperialistischen Narrativs. Die EU-Parlamentsresolution von 2019 stellt den Gipfel der Geschichtsklitterung dar: Durch die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus (Totalitarismus-Theorie) wird die UdSSR vom Befreier zum Aggressor umgedichtet.

Diese Umkehrung manifestiert sich operativ:

  • Dekommunisierung: Zerstörung von Denkmälern der Roten Armee in Osteuropa bei gleichzeitiger Rehabilitierung von Nazikollaborateuren.
  • Rehabilitierung des Faschismus: In der Ukraine wurde der „Bandera-Faschismus“ zur Staatsräson erhoben. Ein erschütterndes Beispiel für die Normalisierung dieses Kurses war der Standing Ovation für einen Waffen-SS-Veteranen im kanadischen Parlament 2023.
  • Narrative Fraud: Der „Stalin-Hitler-Pakt“ wird als alleinige Kriegsursache isoliert, um die westliche Verantwortung (München 1938, ökonomische Aufrüstung) aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen.

--------------------------------------------------------------------------------

6. Aktuelle Geopolitik: Die NATO-Strategie und die Ukraine

Die aktuelle Geschichtspolitik ist die psychologische Flankenunterstützung für die heutige „Kriegstüchtigkeit“. Die Ukraine fungiert als Schauplatz eines Stellvertreterkrieges, dessen ideologisches Fundament auf eben jener Geschichtsfälschung beruht, die 1948 ihren Anfang nahm.

Die Kontinuität der Feindbildkonstruktion ist offensichtlich:

  • Johann Wadephul (CDU): „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“ (2025).
  • Boris Pistorius (SPD): Orientierung auf die Kriegstüchtigkeit bis 2029 – ein hochsymbolischer 90-Jahres-Zyklus zum Kriegsbeginn 1939.

Die NATO nutzt dieselben Mechanismen wie 1948: Entkontextualisierung der Vorgeschichte des Konflikts, willkürliche Faktenauswahl und ein moralisierendes Gut-Böse-Schema zur Delegitimierung Russlands. Die Geschichte wird erneut als Instrument eingesetzt, um die Weltöffentlichkeit auf eine direkte Konfrontation vorzubereiten.

--------------------------------------------------------------------------------

7. Fazit: Geschichte als Instrument der Vorherrschaft

Die Untersuchung belegt eine ungebrochene Kontinuität imperialistischer Logik. Die „Geschichtsfälscher“ von 1948 und jene von 2025 folgen demselben Drehbuch: Verschleierung der eigenen ökonomischen und politischen Verantwortung für Aggressionen durch die gezielte Verleumdung des Gegners.

Wer die Mechanismen des „Dollarregens“ von 1924 und die transatlantische Kollaboration von 1939 versteht, durchschaut auch die heutige Rhetorik der NATO. Eine faktenbasierte Rückkehr zur historischen Wahrheit ist kein akademischer Luxus, sondern eine existenzielle Notwendigkeit zur Friedenssicherung. Ohne die Demaskierung dieser narrativen Betrugsmanöver bleibt die Menschheit dazu verdammt, als Manövriermasse für neue imperialistische Kriegspläne zu dienen.

Mediathek

Geschichtsfälscher - Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges (Podcast #58)
Kommunistische Organisation YouTube (10.05.2026)

Erstellt: 20.05.2026 - 19:25  |  Geändert: 20.05.2026 - 19:30