Ein globaler Trend, der unser aller Leben verändert. Unsere Kommunikation entwickelt sich stetig von schriftlich nach mündlich. Nach der www-Schriftlichkeit - jeder Haushalt hat einen Drucker - sind wir längst in einem Zeitalter der Rede, sagt Sprechwissenschaftler und »Rede-Mechaniker« Stefan Wachtel, seit über dreißig Jahren Berater und Kreator bedeutender Reden und Antworten. Das Zeitalter dieser »Neuen Mündlichkeit« definiert Rede neu. Dieses Buch warnt aber auch vor Attacken auf unsere Redefreiheit. Es ist das Manifest für die Renaissance der Rhetorik.
Neu 2026-1.HJ (Thema)
Die Anatomie einer medial inszenierten Massenhysterie
Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert fegte ein Tsumani der Hexenverfolgung über das christliche Europa und insbesondere über Deutschland. Die Gründe für die gegenüber dem Mittelalter deutlich verstärkte massenhafte Verfolgung in einigen Regionen sind vielfältig. So gab es zu Beginn der Neuzeit eine Vielzahl an Krisen wie die Kleine Eiszeit, pandemische Seuchen und verheerende Kriege. Aber auch die hohe Kindersterblichkeit oder Viehseuchen, häusliche Gewalt sowie Erb- und Nachbarschaftsstreitigkeiten waren ein Treiber für den »Hexenwahn«.
Rechte Kräfte wie die AfD, Viktor Orbán oder Steve Bannon verfolgen seit einigen Jahren eine Strategie, die gefährliche Erfolge zeigt. Wenn ihnen vorgeworfen wird, sich rassistischer oder gar neofaschistischer Methoden zu bedienen, haben sie oft eine schnelle Antwort parat: Wer bedingungslose Solidarität mit Israel verkündet, kann kein Nazi sein. Die Beiträger_innen eruieren diese berechnende Rhetorik und zeigen, wie die Instrumentalisierung des Holocaust durch die Neue Rechte die demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft gefährdet.
Johanna Schellhagen hat jahrzehntelang überall auf der Welt Klimaproteste und groß angelegte Streiks filmisch begleitet und immer wieder festgestellt: Letztlich scheitern all diese Initiativen am System - dem Verbund von kapitalistischem Wachstumszwang und einer Politik, die sich diesem letztlich andienen muss.
Wer eine Wende zum Besseren für Mensch und Erde will, kommt deshalb nicht umhin, die Machtfrage zu stellen. Heißt: Machtverhältnisse neu zu ordnen und politische Abläufe zu demokratisieren. An zahlreichen ermutigenden Beispielen zeigt Schellhagen, wie das aussehen kann, was wir selbst tun können und was ein Protest braucht, um zu einer langfristigen Umwälzung zu werden.
Atemraubender Liebeskrimi, Schlüsselroman der "New Economy", Justizgroteske ...
Michael Sailers zweiter Roman verknüpft mehrere, scheinbar unvereinbare Bücher in einem. So entsteht ein unwiderstehlich faszinierendes Zeitbild einer Gesellschaft, die aus den Fugen gerät und den Verstand verliert.
»52 Wochen Wahnsinn« dokumentiert satirisch die Verwerfungen des Zeitgeschehens. Bitterbös, mit scharfsinniger sprachlicher Beobachtungsgabe und manchmal saulustig tragen die Münchner Enzyklopädisten des Wahnsinns selbigen pointiert zusammen.
Stefan A. Marx analysiert die globale Drogenökonomie im Spannungsfeld von Befreiung und Unterdrückung, immer weiter gesteigerter Ausbeutung und Drogenprohibition.
Drogen dienen dabei der Aufrechterhaltung des (Arbeits-)Alltags und bestehender Herrschaftsverhältnisse: Psychopharmaka sollen Schmerzerkrankungen und Depressionen lindern, ohne deren Ursachen zu beheben. Während Tech-Milliardäre ihre Existenz mittels Microdosing und dem Handel auf Kryptomärkten optimieren, bleibt für die Masse der Armen in den Herstellungsländern nur die Narcoculture, geprägt von Ungerechtigkeit und Gewalt.
Dokumente aus dem kollektiven Prozess, um den Ulrike Meinhof und ihre Genossinnen und Genossen aus der RAF über die Jahre im Knast gekämpft haben. Es sind Briefe aus der Diskussion der Gefangenen, Erkenntnisse aus der Zeit der Illegalität, Entwürfe zur Vorbereitung der Prozesse und öffentliche Erklärungen, die genau diesen Prozess vermitteln.
Wie ein roter Faden zieht sich durch Ulrikes Texte das Kollektiv, das ihr am Herzen lag und für das sie so unermüdlich gekämpft hat.
Der dritte Band der Gesammelten Schriften Friedrich Pollocks enthält Texte zu Nationalsozialismus und Antisemitismus sowie Überlegungen zur europäischen Nachkriegsordnung. Als Jude und Marxist in doppelter Hinsicht von Verfolgung bedroht, war Pollock 1933 nach Genf emigriert, wo er die Zweigstelle des Instituts für Sozialforschung leiten sollte. Schon 1934 ging er nach New York, um an der Columbia University zusammen mit Max Horkheimer das Institute for Social Research unter gänzlich neuen Bedingungen wiederaufzubauen. Als Co-Direktor und Verwaltungschef blieb Pollock nach der Emigration zunächst wenig Zeit für die wissenschaftliche Arbeit.
Ein Tatsachenthriller vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs
Am 8. September 2022 sticht von Rügen aus eine in die Jahre gekommene Segeljacht in die Ostsee. An Bord: fünf Männer, eine Frau und schweres Tauchgerät. Zweieinhalb Wochen später detonieren Sprengladungen an drei von vier Strängen der Nord-Stream-Pipelines. Die Druckwellen registrieren Seismografen in ganz Skandinavien. Die Bilder der Methangasblasen an der Meeresoberfläche gehen um die Welt.
Oliver Schröm und Ulrich Thiele rekonstruieren den Anschlag aus über hundert vertraulichen Gesprächen mit Ermittlern, Geheimdienstmitarbeitern, Ministern und früheren Regierungschefs, diesseits und jenseits des Atlantiks.