Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit
Krieg heißt Töten
"Absolut mega!", "Baby", "erlebbar", "ganzheitlich", "lodernder Glutkern", "meinem Herzen folgen", "my favorite toy" oder "Sinnsuche" - wer würde bei diesen Begriffen als Erstes an Kriegstüchtigkeit denken? Pickelhaube und schnarrender preußischer Befehlston sind out. Der neue Militarismus gibt sich smart, gendergerecht und TikTok-kompatibel.
"Woke & wehrhaft" hat die postmoderne Truppe zu sein - sämtliche Minderheiten der bunt-diversen Gesellschaft all inclusive. Der Weg in den Krieg vollzieht sich nicht in harten Militärstiefeln, sondern auf sanften Sneakersohlen. Und das hat System: Für die Umkrempelung unserer gesamten Gesellschaft in Richtung "Kriegstüchtigkeit" ist die - aktuell noch im Hintergrund sich vollziehende - zivil-militärische Verzahnung nach dem "Operationsplan Deutschland" nur der Anfang. Parallel dazu wird offen und ungeniert ein "Mentalitätswechsel", eine "kulturelle Umprogrammierung" eingefordert.
Ein Mittel, dies möglichst elegant durchzusetzen, ist die Sprache. Dass Sprache das Bewusstsein und damit indirekt auch unser Handeln prägt, ist eine Binsenweisheit. Wie dies geschieht, wie unsere Sprache gerade kokett verwahrlost, wie wir alle, jeden Tag mehr, an das Undenkbare gewöhnt und möglichst geräuschlos umprogrammiert werden sollen, das zeigt - friedensfrech und "worteputzend" - das vorliegende "Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit".
Alle bisher erschienenen Folgen
Serie „Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit“ von Leo Ensel können Sie in dieser Übersicht finden und diese auch einzeln darüber aufrufen. NachDenkSeiten (ohne Datum, da fortlaufend aktualisiert; Stand 04.06.2026)
Rezensionen
Enzyklopädie der Kriegstüchtigkeit. In einem neuen Wörterbuch wurden Formulierungen zusammengetragen, mit denen die „Zeitenwende“ der Ära Scholz/Merz vorangetrieben wird. Es gibt Wörter, die klar mit dem Thema Krieg in Verbindung stehen und auch entsprechend verwendet werden. Natürlich gibt es auch zahlreiche Begriffe, die mit diesem Thema nichts zu tun haben. Und es gibt Wörter, die irgendwie zwischen den eben erwähnten rhetorischen Bereichen zu stehen scheinen. Sie klingen für das ungeübte Ohr zuerst recht harmlos, doch dabei haben sie durchaus einen kriegerischen Bezug. Gerade wenn es darum geht, die Gesellschaft mehr und mehr in eine kriegstüchtige Richtung zu drängen, werden Wörter gebraucht, bei denen der erwähnte Sinnzusammenhang nicht sofort erkennbar ist. Der Konfliktforscher Leo Ensel hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses, wie er es nennt, „Kriegstüchtigkeitsvokabular“ zusammenzutragen. Von Ronny Ebel Manova 15.05.2026
Das gute und das böse Leben: Im anthropologischen und philosophischen Bewusstsein ist der anthrôpos, das menschliche Lebewesen, darauf ausgerichtet und angewiesen, ein gutes, gerechtes, freies, friedliches, menschenwürdiges Leben führen zu können. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“. Friedenstüchtig sein¸ das ist Hoffnung, Wunsch und Zuversicht. Weil aber auch überall das Böse ist, ist der Mensch aufgefordert¸ nach Wahrheit, Frieden, Gerechtigkeit und globaler Ethik zu streben. Von Jos Schnurer socialnet.de 23.04.2026



