Wir wohnen in unseren Gefühlen wie in Häusern. Diese inneren Landschaften prägen unsere Entscheidungen und sind das Ergebnis zahlreicher Einflüsse von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Wenn gewohnte Sicherheiten bröckeln, eine als gegeben vorausgesetzte Welt verschwindet, verunsichert das die Menschen zutiefst, ohne dass sie recht wissen, warum. Das nutzen Antidemokraten aus und schüren Angst, denn Demokratie setzt Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht voraus.
Harald Welzer (Jahrgang 1958) ist ein deutscher Sozialpsychologe und Soziologe. Er studierte Sozialwissenschaften und promovierte im Bereich der Sozialpsychologie, bevor er Professuren unter anderem an der Universität Witten/Herdecke und an der Europa-Universität Flensburg übernahm. Welzer befasst sich in seiner Forschung mit Erinnerungskultur, Klimawandel, gesellschaftlicher Transformation und Zukunftsforschung. Er ist Mitbegründer und Direktor von FUTURZWEI – Stiftung Zukunftsfähigkeit, die sich mit nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweisen beschäftigt. In zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Sachbüchern untersucht er gesellschaftliche Lernprozesse, politische Kultur und ökologische Herausforderungen. Neben seiner akademischen Tätigkeit tritt er regelmäßig als Essayist und Kommentator in öffentlichen Debatten zu Klima, Demokratie und sozialem Wandel auf. Welzer veröffentlichte eine Vielzahl viel beachteter Bücher, darunter Arbeiten zu Täterschaft, Gewalt und gesellschaftlicher Verantwortung.
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