Die sozialen Medien haben sich zu einem Raum des Hasses und der Unwahrheit entwickelt. Ohne diese digitalen Brandbeschleuniger sind die rechtsextremen Wahlerfolge ebenso wenig zu verstehen wie die jüngste Welle rechter Gewalt. Maik Fielitz und Holger Marcks gehen dieser fatalen Entwicklung und ihren Ursachen auf den Grund. Eindrücklich zeigen sie, mit welchen manipulativen Techniken rechtsextreme Akteure in den sozialen Medien versuchen, Ängste zu verstärken, Verwirrung zu stiften und Mehrheitsverhältnisse zu verzerren.
Fake News (Thema)
Wer sich mit Politik und gesellschaftlicher Meinungsbildung auseinandersetzen will, muss sich auch mit dem Thema "Storytelling" beschäftigen - sonst kann er einen wesentlichen Teil der Politik weder verstehen noch beeinflussen. Denn Geschichten und Narrative sind in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen und Prozessen allgegenwärtig - ob auf der Oberfläche sichtbar oder auf den ersten Blick unsichtbar und in den Strukturen verborgen.
Vom Klimawandel über Wahlmanipulationen und Covid-19 bis zum Krieg in Syrien: Über soziale Medien verbreiten sich Theorien und Meinungen schneller und erreichen mehr Menschen als je zuvor. Damit sind sie, stellt der Journalist Thomas Ammann fest, ein unkontrollierter Machtfaktor, der längst allgegenwärtig und sogar Teil der Politik geworden ist. Ammann hat den Aufstieg der sozialen Medien von Anfang an begleitet und zieht Bilanz: Sie bieten auf der einen Seite große Chancen für die Demokratie. Die effektive Nachbarschaftshilfe während der Pandemie oder der immense Erfolg von #fridaysforfuture und #blacklivesmatter basieren auf der Reichweite von Social Media. Auf der anderen Seite unterminieren sie aber zugleich die demokratischen Grundlagen: durch die Verbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien, vor allem aber auch, weil die global agierenden Betreiber sich nur an ihre eigenen Regeln halten.
Yuval Noah Harari, einer der aufregendsten Denker der Gegenwart, erzählt in seinen ersten beiden Büchern von Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt und von der Zukunft unserer Spezies. Nun schaut er auf das Hier und Jetzt und widmet sich den drängen Fragen unserer Zeit.
Die Wege der Ansteckung. Pandemien und ihre Ausbreitung.
Ein tödliches Virus hat die Welt in Aufruhr versetzt. Dabei folgt es durchaus bekannten Gesetzen, die auch viele andere Bereiche unseres Lebens prägen. Wie sich Ideen, Trends und Krisen in der Zeit hoher Vernetzung ausbreiten, erklärt der Epidemiologe Adam Kucharski mit faszinierenden mathematischen Ansätzen. Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie gehören Modellrechnungen und Wachstumsprognosen zu den täglichen Nachrichten. Kucharski hilft uns dabei, die Wege der Ansteckung zu begreifen.
Umwege sind die direktesten Wege zum Zentrum. Das neue Werk von Peter Sloterdijk ist ein Beleg für diese These: Außerhalb der Aktualität angesiedelt, handelt Theopoesie, auf den ersten Blick betrachtet, von den in der Bibliothek der Menschheit gespeicherten Versuchen, Gott oder die Götter zum Sprechen zu bringen: entweder reden sie unmittelbar selbst oder sie werden von den Dichtern mittelbar in ihrem Tun und Denken wiedergegeben. Damit ist für Sloterdijk die Einsicht unausweichlich: Religionen berufen sich in ihren theopoetischen Gründungsdokumenten auf mehr oder weniger elaborierte literarische Verfahren, auch wenn die begleitende Dogmatik dazu dient, diese Tatsache vergessen zu machen. Religionen sind »literarische Produkte, mit deren Hilfe die Autoren um Klienten auf dem engen Markt der Aufmerksamkeit von Gebildeten konkurrieren«.
Kann Fernsehen zu Demenz führen? Warum reduziert ein Smartphone unser Denkvermögen? Wie nutzen Kriminelle das Internet für ihre Machenschaften? Und was hat die digitale Infrastruktur mit den weltweiten Treibhausemissionen zu tun? Deutschlands bekanntester Hirnforscher Manfred Spitzer deckt die Gefahren von Handys, Gaming und Social Media auf und erklärt dabei gewohnt verständlich, welche Auswirkung das digitale Leben auf uns hat. Ein beeindruckender Blick in unsere Zukunft und ein Augenöffner, der zeigt, wie wichtig ein bewusster Umgang mit den neuen Medien ist.
Warum machen wir so viele Fehler im Umgang mit Pandemien? Wie reagiert unser Immunsystem, wenn wir keine körperlichen Kontakte mehr haben? Welche Auswirkungen hat es auf Kinder, wenn sie wochenlang alleine spielen? Warum kursieren so viele Fake-News? Die Corona-Pandemie schafft nicht nur medizinische und wirtschaftliche Probleme, sondern sorgt auch für Angst, Einsamkeit, sozialen Druck und Misstrauen.
Entsprechend ihrer Aktualität und gesellschaftlichen wie politischen Relevanz sind Verschwörungstheorien seit einiger Zeit im Blick geistes- und sozialwissenschaftlicher Analysen. Die Untersuchungen erstrecken sich über unterschiedliche Disziplinen, die sich diesem Gegenstand mit je eigenen Fragestellungen nähern. Der Band bietet einen Querschnitt von diskursorientierten Forschungen aus verschiedenen Perspektiven. Die Beiträge teilen den Ansatz, Verschwörungstheorien analytisch als sozial konstruierte Wissensordnungen zu fassen.
Fake News und Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur: Lügen werden als Informationen getarnt und fadenscheinige Theorien ziehen bisher anerkannte Wahrheiten in Zweifel. Und spätestens wenn mit dem Begriff "alternative Fakten" Wahlmöglichkeiten auf dem Feld der Tatsachen suggeriert werden, kommt die Frage nach der willkürlichen Manipulation der Wirklichkeit auf.
Doch was sind Fake News eigentlich? Wie funktionieren Verschwörungstheorien? Und warum sind wir dafür offensichtlich so anfällig?