In diesem Buch geht es um die Geschichte von Edith Miltenberger, die im Jahr 1941 vor aller Augen in den nordhessischen Orten Melsungen und Gensungen öffentlich gedemütigt und misshandelt wurde, weil sie Kontakt zu französischen Kriegsgefangenen hatte. Sie hatte etwas getan, was damals verboten war und was nach den Gesetzen des NS-Staates hart bestraft wurde. Kriegsgefangene waren Menschen zweiter Klasse, mit ihnen durfte man nicht reden oder ihnen gar schreiben. Edith wurde dafür nicht nur öffentlich gedemütigt, sondern anschließend auch in Haft genommen. Die ersten Tage verbrachte sie im berüchtigten Arbeitserziehungslager Breitenau bei Guxhagen, anschließend war sie im Kasseler Gestapo-Gefängnis und danach fast drei Jahre im Frauenzuchthaus Ziegenhain interniert.
Fremdenfeindlichkeit (Thema)
Hintergründe und Lösungen einer kontroversen Debatte
Islamfeindlichkeit ist in Mode gekommen. Aber woher kommt sie und wie drückt sie sich im Alltag aus? Welche politischen und akademischen Debatten stehen mit ihr in Verbindung? Welche Grenzen lassen sich zwischen einer sachlichen Debatte über ‚Islam‘ und ‚MuslimInnen‘ und einer in Rassismus verfallenden Generalisierung ziehen? Dieses Einführungsbuch beleuchtet institutionelle Formen des anti-muslimischen Rassismus und zeigt den Stand der Debatten zum Verhältnis von Antisemitismus und Islamophobie auf. Zum Schluss diskutiert der Autor Gegenstrategien für eine Gesellschaft mit weniger Ungleichheit.
Türkenfurcht und antiosmanische Kriegspropaganda als konstituierende Momente neuzeitlicher europäischer Geschichte bilden die Urform aktueller Xenophobie und Kampfmythologie. Diese "gemachte" Angst fußt auf einer langen, über Jahrhunderte geformten gesellschaftlichen Konstruktion von ungeheurer Tiefenwirkung. Sie steht an der Wiege der bis heute gültigen, wesentlich von Enea Silvio Piccolomini (alias Papst Pius II.) kreierten Europakonstruktion.
Auch die gegenwärtig erzeugte Russophobie wurzelt in den damals entwickelten Schemata und Zugangsmethoden.
Von den Werwölfen bis zum NSU: die erste umfassende Geschichte des Rechtsterrorismus
Als sich Beate Zschäpe am 8. November 2011 der Polizei stellt, spricht mit einem Mal ganz Deutschland über den NSU, das Versagen der Sicherheitsbehörden und die realen Gefahren des Rechtsterrorismus. Doch rechte Gewalt ist weder ein neues noch ein vereinzeltes Phänomen - vielmehr prägt sie die Bundesrepublik seit deren Gründung. Barbara Manthe beleuchtet die Aktivitäten des rechtsradikalen Untergrunds im Spiegel der gesellschaftlichen Debatten und Erschütterungen, die sie hervorriefen. Es ist eine lange, vielfach verdrängte Geschichte, die sich bis heute fortschreibt.
Eine hellsichtige Analyse des Antisemitismus von ungebrochener Aktualität
1927, im gleichen Jahr wie sein bekanntester Roman, "Der Streit um den Sergeanten Grischa", erschien auch dieser Essay von Arnold Zweig. Der Autor hatte zuvor in mehreren Aufsätzen auf die zunehmende Bedrohung von Juden in Deutschland und Osteuropa hingewiesen. In seiner Vorrede betont er, kein politisches Buch, kein Kampfbuch gegen, sondern ein Sach- und Kampfbuch über den Antisemitismus geschrieben zu haben.
Nur scheinbar ein Paradox: wie die AfD durch die strategische Einbindung von »Minderheiten« ihre kollektiven Identitätsnarrative stabilisert.
Die Alternative für Deutschland gilt als Partei klarer Ausschlüsse - besonders für Migrant_innen, Muslim_innen und queere Menschen scheint in ihrem Weltbild kein Platz zu sein. Trotzdem finden sich zunehmend Vertreter_innen dieser Gruppen als Mitglieder und Mandatsträger_innen oder organisieren sich in Vereinigungen der Partei.
Ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, Anschläge von Fundamentalisten auf Zeitungsredaktionen, die Angst vor den Fremden bei uns, gepaart mit dem Gefühl, sich selbst fremd zu sein: In drei großen Texten – „Die Schutzbefohlenen“, „Wut“ und „Unseres“ – macht Elfriede Jelinek den fortschreitenden Wahnsinn unserer Gegenwart unmittelbar erfahrbar. Wortmächtig und hellsichtig stellt sie westliche Grundwerte wie Humanismus, Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte auf den Prüfstand und scheut sich dabei nicht, ihre eigene Rat- und Fassungslosigkeit angesichts einer Welt zu artikulieren, in der sich politische Fronten immer mehr verhärten und zugleich anscheinend nichts mehr sicher ist.
»Der deutsche Weg der Holocaust-Erinnerung verhindert den Kampf gegen Antisemitismus.«
Jahrelang hat die in Cambridge lehrende Anthropologin Esra Özyürek die deutsche Erinnerungskultur erforscht. Während sich Antisemitismus-Prävention lange Zeit auf ethnische Deutsche konzentrierte, wird die Schuld am Holocaust mittlerweile an muslimische Minderheiten ausgelagert. »Stellvertreter der Schuld« erläutert, wie es zu dieser Entwicklung kam und warum sie den aktiven Kampf gegen Antisemitismus verhindert.
Das Thema Migration polarisiert. Die einen fordern mehr Arbeitskräfteeinwanderung, die anderen fürchten sozialen Unfrieden durch zu viele Fluchtmigrierende. Die einen verteidigen den Schutz der Fliehenden vor Verfolgung und Krieg, andere fordern strengere Grenzkontrollen. Vor allem rechtspopulistische Kräfte machen aus der komplizierten Wirklichkeit eine einfache Botschaft: Migration ist ein Problem und muss reduziert, mindestens aber gesteuert werden. Der Migrationssoziologe Ludger Pries zeigt in diesem Buch, dass die vollständige Kontrolle von Migration eine Illusion ist.
Ein Buch über Heimat. Und Liebe. Und Liebeskummer. Ein Buch über uns alle.
In »Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft« schreibt der Theologe und Autor Stephan Anpalagan über Heimat. Unsere Heimat. Es ist ein Buch über Menschen, die sagen »Ich liebe dieses Land so sehr. Aber dieses Land liebt mich nicht zurück.«