Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge. Von Ulrich Herbert

Saisonarbeiter, Fremdarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge - jeder dieser Begriffe markiert eine Etappe in der Geschichte der deutschen Ausländerpolitik. Ausländer waren niemals nur willkommene Arbeitskräfte. Stets waren sie auch Objekte wirtschafts- und bevölkerungspolitischer Kalkulationen sowie Zielscheibe völkischer und rassistischer Diffamierungen.

ISBN 978-3-406-71553-2     24,95 €  Portofrei     Bestellen

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Inhaltsverzeichnis

Pressestimmen:

Rezension zu: Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge. [Auch als PDF herunterladbar] Von Lars MuellerMünchen → researchgate.net Juni 2002

Was der Freiburger Historiker Ulrich Herbert auf der Basis früherer Studien zum Thema Ausländerbeschäftigung und Fremdarbeit in Deutschland vorlegt, kann besondere Aktualität beanspruchen. Sie ergibt sich aus den vom Autor einleitend festgestellten Faktoren bzw. Fiktionen, welche die Debatte um die Ausländerpolitik der vergangenen drei Jahrzehnte kennzeichnen: Erstens die „Fiktion der Voraussetzungslosigkeit”, die tatsächlich langfristige Problemlagen als stets „neue”, bloß aktuelle Herausforderungen betrachtet; zweitens der „ideologisch-moralischen Fundamentalismus”, das heißt sich wechselseitig blockierende moralische Imperative im Pro und Contra der Zuwanderungsdebatte, drittens schließlich die „Fiktion der ‚Lösbarkeit‘”, die der Illusion anhängt, auftauchende Konflikte und Probleme seien durch radikale Maßnahmen schnell lösbar. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose, die mit Exaktheit bloßlegt, woran eine rationale Debatte über ausländerpolitische Fragen in Deutschland immer wieder scheitert, läßt der Verfasser etwa 120 Jahre Ausländerpolitik Revue passieren. Dabei weist er längerfristige Entwicklungen und Brüche ebenso klar aus wie die Frontlinien, die sich daraus ergeben. Von Andreas Wirsching → damals.de 26.03.2002

(...) Der Untertitel seines Buches bringt „Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge“ auf einen Nenner. Er sieht also von der vielbeschworenen „Singularität“ der NS-Verbrechen ab. (...) Herbert zieht eine Linie vom verspäteten Nationalstaat und dem deutschen Minderwertigkeitskomplex über den Antisemitismus in der Weimarer Republik bis hin zur Ausländerfeindlichkeit heute. Von Elke Suhr → Deutschlandfunk Archiv 04.02.2002

Die Wellen der deutschen Diskussion über Zuwanderung und Integration von Ausländern, über 'green cards' und 'Leitkultur', schlagen wieder einmal hoch. Dabei wird vor allem eines deutlich: Fast immer erscheinen die Fragen nach Nutzen und Schaden von Zuwanderung, nach den Möglichkeiten und Grenzen gesetzlicher Regelungen und den Voraussetzungen von Integration als etwas ganz Neues. Fast immer fehlt die historische Perspektive. Der Freiburger Zeithistoriker Ulrich Herbert nennt dies die "Fiktion der Voraussetzungslosigkeit". Alle vier, fünf Jahre, so Herbert, entbrenne diese Diskussion aufs Neue und man tue jedesmal so, "als seien plötzlich ganz neue Probleme aufgetaucht. Tatsächlich aber wird die Debatte um den Zuzug von Ausländern in Deutschland seit etwa 120 Jahren unter den im wesentlichen gleichen Fragestellungen und mit den gleichen Frontlinien geführt." Von Jan Philipp Sternberg → H-Soz-Kult 14.05.2001

Die Ausländerpolitik wird in den nächsten Wochen und Monaten eines der beherrschenden politischen Themen sein . Die öffentliche Diskussion läuft seit Jahren, wird sich aber in nächster Zeit zuspitzen, wenn die Kommissionen der Parteien und der Bundesregierung ihre Berichte vorlegen. Die Debatte schwankt zwischen Integration und Abwehr, zwischen Arbeitskräftebedarf und Überfremdungsangst, zwischen Toleranz und Ausgrenzung. Da ist Orientierung gefragt. Die bietet Ulrich Herbert mit seinem neuen Buch. Der Freiburger Zeithistoriker schildert in einer ersten Gesamtdarstellung Wege und Irrwege der deutschen Ausländerpolitik – von den Anfängen im Kaiserreich bis zur aktuellen Situation im wiedervereinigten Deutschland. Von Renate Faerber-Husemann → Deutschlandfunk Archiv 09.04.2001

Mehrere RezensionsnotizenPerlentaucher 2001

Der Autor:

Ulrich Herbert, geb. 1951, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Er ist u. a. Herausgeber der Reihe "Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert", in der sein großes Werk "Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert" erschienen ist. Es wurde 2014 mit dem erstmals verliehenen Bayerischen Buchpreis in der Kategorie "Sachbuch" ausgezeichnet.

Der Autor auf Wikipedia

Ulrich Herbert in der Uni Freiburg

 

Erstellt: 17.06.2024 - 08:12  |  Geändert: 17.06.2024 - 08:38

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