Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Habermas zeichnet nach, wie sich die Philosophie sukzessive aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und säkularisiert hat. In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Konflikte, Lernprozesse und Zäsuren heraus sowie die sie begleitenden Transformationen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft.
Philosophie (Thema)
„Jeder spricht über Spiritualität, doch fragt man eintausend Leute, was Spiritualität ist, bekommt man eintausend unterschiedliche Antworten. Ich denke, dass es jedoch ein darunter liegendes Motiv gibt, dem alle zustimmen können“, erklärt Tom Amarque, Philosoph, Autor und Podcaster. In seinem Buch „Der Krieg der Seele – Ursprung und Sinn der Spiritualität“ räumt er mit den Mythen, die die Spiritualität umgeben, auf. Er ist überzeugt: „Genauso, wie sich Kunst fast automatisch entwickelte, als sich in der Geschichte der Menschheit das Bewusstsein erhob, so ist auch unser Drang nach Spiritualität tief in der Architektur unseres Geistes verankert.“ Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit praktiziert Tom Amarque seit über 20 Jahren unterschiedliche Formen der Meditation. Doch er konnte sich nie weder mit New-Age, Esoterik noch mit Religion anfreunden.
Die gegenwärtige Debatte über Religion tritt auf der Stelle, und häufig beschleicht einen das Gefühl, dass Gläubige und Ungläubige einfach aneinander vorbeireden. Der britische Philosoph und Atheist Tim Crane bietet in seinem von der Kritik gefeierten Buch einen Ausweg aus dieser Pattsituation. Er zeigt, dass es einen grundlegenden Fehler im Ansatz der meisten Atheisten gibt: Religion ist nicht das, wofür sie es halten.
Eine der größten Herausforderungen für Religionen und Kulturen in der globalen Morderne liegt heute ohne Zweifel in dem, was man als ihre identitäre Versuchung bezeichnen kann. Diese Versuchung ist durch den Willen zu homogenen und eindeutigen Identitäten, die Betonung kollektiver (kultureller, nationaler und religiöser) Zugehörigkeit gegenüber individuellen Sinnkonstruktionen, ein patriarchales Gesellschaftsmodell sowie eine binäre Logik des entweder "drinnen oder draußen", "Wir oder die anderen" gekennzeichnet. Die identitäre Logik produziert notwendigerweise Feindbilder. Häufig verbindet sie sich mit apokalyptisch geprägten Szenarien, in denen angesichts eines endzeitlichen Kampfes zu entschiedener Parteilichkeit und heroischer Praxis aufgerufen wird. Die identitäre Versuchung zeigt sich heute in Religion, Politik und Kultur gleichermaßen.
Was ist Wirklichkeit? Existieren Raum und Zeit tatsächlich, wenn wir uns anschicken, die elementarsten Grundlagen unserer Existenz zu erforschen? Wieviel davon können wir überhaupt verstehen? Carlo Rovelli beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, die Grenzen unseres Verstehens zu erweitern. In diesem Buch nimmt er uns mit auf eine Reise, die von dem Realitätsverständnis der griechischen Klassik bis zur Schleifenquantengravitation führt.
Noch nie wurden Raum und Zeit so schön erklärt.
Unter Rückgriff auf die klassische Vertragstheorie von Locke, Rousseau, vor allem aber Kant, und mit Hilfe eines in den modernen Wissenschaften zunehmend bedeutsamen Denk- und Sprachrahmens, dem der Entscheidungs- und Spieltheorie, entwickelt Rawls zwei Prinzipien der Gerechtigkeit und wendet sie dann auf die Grundinstitutionen moderner Gesellschaften an. Dabei geht es (u.a. auch) um das politisch aktuelle Problem, ob und unter welchen Bedingungen man auch einer demokratisch gewählten Regierung Widerstand leisten dürfe.
"Jargon der Eigentlichkeit" setzt sprachkritisch an, ist aber ideologiekritisch im strengen Sinn, Untersuchung eines falschen Bewußtseins, wie es in einem sehr bestimmten neudeutschen Wortschatz sich offenbart. Dabei wird zunächst die Sprachform auf ihren Ausdrucksgehalt hin analysiert und dann dieser aus der Unwahrheit der Philosophie abgeleitet, die jenen Wortschatz prägt.
Zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins: Rüdiger Safranskis Biographie über den großen unbekannten Dichter
Dies ist die Geschichte eines Einzelgängers, der keinen Halt im Leben fand, obwohl er hingebungsvoll liebte und geliebt wurde: Friedrich Hölderlin. Als Dichter, Übersetzer, Philosoph, Hauslehrer und Revolutionär lebte er in zerreißenden Spannungen, unter denen er schließlich zusammenbrach. Erst das 20. Jahrhundert entdeckte seine tatsächliche Bedeutung, manche verklärten ihn sogar zu einem Mythos. Doch immer noch ist Friedrich Hölderlin der große Unbekannte unter den Klassikern der deutschen Literatur.
Die Idee des Kommunismus ist mehr als nur eine weitere Vertreterin in der Reihe der klassischen Utopien von Thomas Morus über Campanella bis William Morris. Sie ist heute aktueller denn je. Die globale Wirtschaftskrise hat die Frage nach einer neuen Gesellschaft jenseits des Kapitalismus wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Aber welchen Beitrag kann die kommunistische Idee bei der Suche nach Alternativen leisten? Was muss aus dem Scheitern im 20. Jahrhundert gelernt werden? Die Konferenz "Communism: A New Beginning" fand auf Einladung von Slavoj Zizek und Alain Badiou vom 14. bis 16. Oktober 2011 in New York statt und folgte auf die Zusammenkünfte in London 2009 und Berlin 2010. Ihre Debatten nehmen die Fäden der Vorgängerkonferenzen wieder auf. Es werden aber auch die turbulenten Ereignisse des Jahres 2011 reflektiert, darunter der Ausbruch des Arabischen Frühlings und das Auftreten der Occupy-Bewegung.
Die zweite internationale Konferenz u ber Sinn und Verwendung des Wortes "Kommunismus", organisiert auf Initiative von Alain Badiou und Slavoj Zizek, fand vom 25.-27. Juni 2010 in der Berliner Volksbu hne statt. Nach dem Erfolg der Eröffnungskonferenz in London ein Jahr zuvor ging es dieses Mal darum, die Diskussionen für die Erfahrung und die Reflexion der Philosophen aus anderen Weltregionen und besonders aus den Ländern des früheren Sowjetblocks zu öffnen. Ihr Beitrag zur Definition einer erneuerten Idee des Kommunismus wird entscheidend dafür sein, dass dieses Wort seinen Platz und seine "Aura" in den philosophischen Debatten, die das Problem der Emanzipation behandeln, wiederfindet.
Der vorliegende Band versammelt alle Referate, die während der Berliner Konferenz gehalten wurden.