Bereits 2003 schrieb die Philosophin Susan Bordo, dass wir in einem "Imperium der Bilder" leben. In den letzten Jahren wurde diese Theorie mehr und mehr zur Realität: Eine iPhone-Kamera in jeder Hand, und dank der weit verbreiteten Social-Media-Nutzung ertrinken wir in einer Flut der Bilder. Wir kommunizieren durch Bilder, wir verabreden uns mittels Bildern, wir berichten aus unserem Leben mit Bildern und wir erfahren über das Leben anderer durch Bilder. Wie hat sich unser Schönheitsempfinden dadurch verändert?
I:DES (Thema)
Nach über einem Jahr Pandemie bestimmen Fragen zu Corona weiterhin die Sprechstunden der Hausärzte. Wird uns die Impfung aus dem Dilemma herausführen? Ist sie ungefährlich? Wie steht es um meine Abwehrkraft? Welche Folgen hat das Geschehen für meine Gesundheit, mein soziales Leben, meine Zukunft? Sind wir gut durch die Krise geleitet worden? Bekommen wir alle Informationen? Spielen versteckte Interessen mit? Ist das Virus politisch geworden? Wird sich unser vertrautes Leben für immer verändern? Wie sollen die immensen gesamtgesellschaftlichen Schulden beglichen werden? Wie werden unsere Kinder leben? Das Buch nimmt Sie mit, die Phasen des Geschehens noch einmal aufmerksam zu durchwandern und nicht nur Antworten, sondern auch eine innere Haltung dazu zu finden. Denn heute ahnen wir, dass uns das Thema noch lange beschäftigen wird.
Über Jahrzehnte wurde nicht darüber gesprochen, was sich hinter verschlossenen Türen in sogenannten Kinderkur- und Erholungsheimen abspielte. Dabei wurden nach 1945 bis in die 1990er Jahre rund acht bis zwölf Millionen Kinder verschickt. Viele von ihnen kamen gedemütigt, misshandelt und traumatisiert zurück. Nun brechen sie ihr Schweigen. Ihre Geschichten sind detailreich, unsentimental und intensiv, sie bestechen durch ihre Unmittelbarkeit.
Kann der Secret Service den US-Präsidenten noch schützen?
Das erste Buch über den Secret Service überhaupt - Pulitzerpreisträgerin Carol Leonnig erzählt die Geschichte des Geheimdienstes, der vor allem dafür bekannt ist, den Präsidenten der USA zu schützen. Ihre Recherchen lassen die Erfolge und Skandale des Secret Service in völlig neuem Licht erscheinen. Sie erzählt von stolzen Agenten, die sich in den Kugelhagel werfen, der auf Präsident Reagan niedergeht, aber auch vom großen Versagen bei dem Mord an John F. Kennedy. Davon, wie das Selbstverständnis, die Demokratie und den Präsidenten zu schützen, im Laufe der Zeit immer weiter erodiert, wie internes Fehlverhalten und Budgetkürzungen bewirken, dass der Secret Service seiner Aufgabe zunehmend nicht mehr gerecht wird. Unter Obama und Trump eskaliert die Situation hinter den Kulissen schließlich.
Treten Sie ein in Lara Stolls Welt! Mit viel Herz, Wahnsinn und Humor verarbeitet die preisgekrönte Slam Poetin und Künstlerin ihr Leben, die Herausforderungen des Alltags und führt dabei gnadenlos ihre wohlbehütete Generation vor. «Ihre Texte sind oft ein einziges, kunstvoll gebautes Crescendo. Eine unverwechselbare Figur auf den deutschsprachigen Bühnen.» Jury des Salzburger Stiers
Eine Box mit sechs CDs lässt "Rudi Dutschke - Die Stimme der Revolution" wieder erklingen. Die Bandbreite der Beiträge ist groß: Von dem ersten Radio-Interview mit Dutschke im Dezember 1966 bis zu einer Diskussion über DDR und Sowjetunion nur einen Monat vor seinem viel zu frühen Tod an Heilig Abend 1979. Bekanntes wie die Rede auf dem Vietnamkongress findet sich auf den CDs, aber auch vieles, was lange Jahre in den Archiven der Rundfunkanstalten verstaubte. So ein Interview mit Hörerfragen aus dem Jahr 1976. Oder die kämpferisch-emotionale Rede bei der Beerdigung von Dutschkes Freund und Genossen Ernst Bloch im Jahr 1977. Und es gibt Unveröffentlichtes zu hören.
Der Begriff der Glokalisierung weckt unmittelbar positive Assoziationen. Glokalisierung wird gesehen als Verbindung von lokaler Subsidiarität mit einem globalen Bewusstsein. Doch eine nähere Betrachtung spezifisch glokaler Phänomene auf dem urban-lokalen und provinziell-regionalen Niveau lässt Entwicklungen im Sinne von identitären Regressionen hervortreten. Den Überbau der Glokalisierung wiederum bildet die angelsächsische Zivilisation. Deren massive kulturelle Dominanz führt zu problematischen Entwicklungen in Form von Monokulturalismen und -glottismen. Dieser Befund steht quer zu den wissenschaftlichen Thesen einer "Métissage" der Kulturen. Die Glokalisierung ist auch nicht an der deutschen Sprache spurlos vorbeigegangen, die sich zusehends in einem katatonischen Zustand der reinen Reduplikation englischer Sprachelemente befindet.
In seinem Klassiker "Die offenen Adern Lateinamerikas" stellte Eduardo Galeano bereits 1972 fest: »Wir Lateinamerikaner sind arm, weil der Boden, auf dem wir stehen, reich ist.« Galeanos Buch war ein Standardwerk für eine ganze Generation von Linken, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts in vielen Ländern Lateinamerikas die Macht übernahm, darunter Lula da Silva, Evo Morales, Rafael Correa oder Hugo Chávez. Was ist seither in diesen Ländern geschehen? Andy Robinson folgte einigen der Reiserouten, die Galeano vor 50 Jahren genommen hat, und ist mit einer Sammlung persönlicher Reportagen voller Humor und klarer Worte zurückgekehrt. Jede Geschichte nimmt einen Rohstoff in den Blick, etwa Eisen, Gold, Öl, Soja, Rindfleisch oder - neuerdings - Avocados.
Neun Jahre lang, von 1982 bis 1991, war Aydin "Gastarbeiter" in Deutschland. Kurz nach dem Mauerfall - und der Geburt des Autors - wurde er in die Türkei abgeschoben. Zunächst hielt seine Familie Aydin für verschollen. Doch dann fand man ihn: in Istanbul, wo er schon seit einem Jahr auf der Straße lebte. Aydin wurde "nach Hause" geholt, allerdings nur, um hier ein weiteres Mal abgeschoben zu werden - diesmal in die Psychiatrie, irgendwo in einem kleinen Ort am Schwarzen Meer. Gegen seinen Willen brachte man Aydin schließlich zurück in das Dorf, in dem er geboren wurde - und in dem er »nach Jahren der Scheinexistenz« am Ende auch starb.
Auch die Heimat kann ein Exil sein, und die Fremde eine Heimat.
Die Wiederentdeckung des Marxismus durch die Neue Linke: eine spannungsvolle Geschichte.Schon vor 1968, in den 1950er Jahren, entstand eine Neue Linke. Junge akademische Intellektuelle begannen jenseits der polarisierten traditionellen Arbeiterbewegung nach neuen Anknüpfungspunkten für ein linkes Denken zu suchen. Neu gegründete Theoriezeitschriften wurden dabei zu ihren Organisationskernen. In der Theorie fand die Neue Linke gemeinsame Überzeugungen und verschmolz auch hierdurch zu einer vorgestellten Gemeinschaft. Insbesondere marxistische Theorien wurden wiederentdeckt und neu interpretiert.