Über Jahrzehnte wurde nicht darüber gesprochen, was sich hinter verschlossenen Türen in sogenannten Kinderkur- und Erholungsheimen abspielte. Dabei wurden nach 1945 bis in die 1990er Jahre rund acht bis zwölf Millionen Kinder verschickt. Viele von ihnen kamen gedemütigt, misshandelt und traumatisiert zurück. Nun brechen sie ihr Schweigen. Ihre Geschichten sind detailreich, unsentimental und intensiv, sie bestechen durch ihre Unmittelbarkeit.
Anja Röhl (Jahrgang 1955) ist eine deutsche Autorin, Sozialwissenschaftlerin und Sonderpädagogin. Sie ist politisch aktiv in der Aufarbeitung der Geschichte sogenannter Verschickungskinder – Kinder, die von den 1950er bis in die 1990er Jahre in Kinderkur- und Erholungsheimen untergebracht wurden und dort vielfach Gewalt und Misshandlung erlebten; zu diesem Thema hält sie Vorträge, sammelt Zeitzeug*innenberichte und setzt sich für Anerkennung und öffentliche Aufklärung ein. Röhl arbeitet als freie Dozentin und publiziert zu pädagogischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie ist Initiatorin des Vereins Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e. V. und betreibt die entsprechende Initiative im Internet. Darüber hinaus schreibt sie Essays, Rezensionen und Beiträge für verschiedene Publikationen. Anja Röhl lebt in Deutschland.