Hilfloser Antifaschismus (Thema)
Info
Dieses Dokument analysiert die zentralen Thesen und Diskussionen der Ausgabe 345 der Zeitschrift Das Argument. Es untersucht die Rekonfiguration des kapitalistischen Weltsystems, die Verknüpfung von Imperialismus und Faschisierung sowie die spezifischen Entwicklungen in der EU, Deutschland und den USA.
Dieser Beitrag basiert auf der Videoaufzeichnung „DAS ARGUMENT 345: "Imperialismen nach außen, Faschisierung im Innern?" | Autor:innen im Gespräch" und wurde mithilfe von NotebookLM (Gemini Notebook) erstellt.
Von Faschisierung ist einmal mehr allerorten die Rede. Doch wenn der Faschismus nicht gleich externalisiert und nur in Russland, dem Nahen Osten oder den Vereinigten Staaten verortet wird, bleibt seine Erklärung meist psychologistisch verkürzt.
»Das Argument 345« möchte dieser doppelten Konjunktur etwas entgegensetzen. Nicht nur fokussiert es in seinen Faschisierungsanalysen neben den USA auf Europa, die vermeintliche Trutzburg der Menschenrechte; vor allem rückt es den Hintergrund der Faschisierungen zu Hause – die weltweite Renaissance der Imperialismen – in den Fokus.
Wie drei aus dem Exil und den K.Zs den Dritten Reiches heimgekehrte Antifaschist: innen versuchen, die gebotenen politischen Konsequenzen aus 12 Jahren NS-Diktatur, Krieg und Völkermord zu ziehen.
Es geht um die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus Lebensmut schöpften aus der Zuversicht, dass die Finanziers und Wegbereiter der Nazis im neuen Deutschland nicht mehr Fuß fassen könnten. Es kam anders.
Editorial:
Bei den zurückliegenden Landtags- und Kommunalwahlen hat sich der politische Rechtstrend in der Berliner Republik weiter fortgesetzt. Wie ist dieser Entwicklung beizukommen? Wie ist sie theoretisch-kategorial zu fassen, in welchem Verhältnis stehen historischer Faschismus und die heutige internationale Rechtsentwicklung?
Der Faschismusbegriff stand in der bundesrepublikanischen Debatte über Jahrzehnte unter Ideologieverdacht. Wer ihn nutzte und dabei nicht an die »Phänomenologie« eines Ernst Nolte anknüpfte, gab sich als Anhänger materialistischer, womöglich sogar marxistischer Analyseansätze zu erkennen, was bis in die 1990er Jahre im akademischen Bereich noch schwere Nachteile mit sich brachte ...
