Kein Tag hat sich stärker ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Die Bilder, die Geschichten, die Konsequenzen. Doch die Worte derer, die den 11. September tatsächlich erlebt haben, fehlten fast zwanzig Jahre lang. Garrett M. Graff hat diese Worte gefunden, er hat alle Dokumente, alle Interviews zusammengetragen, hat die Stimmen der Einsatzkräfte, der Zeugen, der Überlebenden versammelt und daraus eine überwältigende Erzählung kompiliert - vielstimmig, erfahrungsecht, im O-Ton.
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Man kennt die Synchronstimme am Ende von "Manche mögen's heiß", die aus dem Mund eines liebestollen Millionärs die Worte "Niemand ist perfekt " hervornäselt: Das ist Freddy Balthoff. Als jüdischer Schauspieler, schwul und mit Liebhaber in der Wehrmacht, überlebten er und andere die Nazizeit versteckt im Berliner Villenvorort Schlachtensee - in einer Bauhausikone, erbaut von Peter Behrens, eingerichtet von Marcel Breuer, die noch heute dort steht. Sie gehörte dem jüdischen Schauspieler Fritz Wisten und dessen Familie.
"Alte Kämpfer", regimetreue Überzeugungstäter oder skrupellose Profiteure - Karrieren im Nationalsozialismus hatten viele Gesichter. Gerade in München, der "Hauptstadt der Bewegung", boten sich Männern wie auch Frauen zahlreiche Möglichkeiten, die rechte Karriereleiter emporzusteigen. Aber aus welchen Gründen stellten sie sich in den Dienst dieses unmenschlichen Systems? Über welche Handlungsspielräume verfügten sie und wie nützten sie diese - zum Guten, zum Schlechten? Ob Franz Xaver Ritter von Epp, Reichsstatthalter Bayerns im Dritten Reich, Eleonore Baur, die berüchtigte‚ Blutschwester Pia‘ aus dem KZ Dachau, oder Dr. Heinrich Eymer, der als Leiter der Universitätsfrauenklinik an Zwangssterilisationen beteiligt war - sie alle profitierten auf die eine oder andere Weise vom NS-System.
Sommer 2017: Das Gipfeltreffen der G20-Staaten in Hamburg bestimmt die Schlagzeilen und spaltet die öffentliche Meinung. Auf den Straßen trifft der größte Polizeieinsatz in der Geschichte der Hansestadt auf vielfältigen, lauten, entschlossenen Protest aus aller Welt. "Das war der Gipfel" ist die umfassende und mit zahlreichen vierfarbigen Fotos aufwendig gestaltete Gesamtdarstellung jener dramatischen Tage, geschrieben aus der Perspektive der Aktivistinnen und Aktivisten der Protestaktionen.
Daniel Defoe war gerade einmal fünf Jahre alt, als 1664 und 1665 in London die Pest wütete. Fast 60 Jahre später - Defoe war als Autor des Robinson Crusoe (1719) mittlerweile in fortgeschrittenem Alter zu Weltruhm gekommen - veröffentlichte er dieses Buch mit dem Titel A Journal of the Plague Year, eine gleichermaßen ungeschminkte wie anschauliche Chronik der Epidemie und ihres verheerenden Fortschreitens. In einem Erlebnisbericht zwischen Roman und Reportage, für den er auf Dokumente und Überlieferungen zurückgriff, lässt er seine Leser einem fiktiven Erzähler in eine Welt des kalten Grauens folgen.
Das Ende des Ersten Weltkriegs läutete eine Zeit der Unsicherheit und Umbrüche ein. In Bayern bewegte eine Revolution die Menschen, die Monarchie endete und der Sozialist Kurt Eisner rief den Freistaat aus. 1919 folgte eine Räterepublik, die nur wenige Monate Bestand haben sollte. Jenseits dieser politischen Entwicklungen litten die Menschen weiterhin unter der Nahrungsmittelknappheit und durchlebten den Wechsel von Kriegs- auf Friedenswirtschaft. Gleichzeit sorgten die Elektrifizierung und der Einsatz von Maschinen nicht nur im Arbeitsleben für spürbare Erleichterungen.
Weder für die Zeitgenossen noch für die zurückblickenden Historikerinnen und Historiker bilden Revolution und Rätezeit isolierte Momentaufnahmen der bayerischen Geschichte. Die Ausrufung des "Freistaats" und die sozialistisch-kommunistischen Experimente hatten eine Vor- wie Nachgeschichte und stehen in einem weitreichenden zeitlichen Kontext.
Zehn Monate - von Oktober 1918 bis Juli 1919 - haben das Gesicht der Stadt München grundlegend verändert.
Max Weber, international bekannter Soziologe und Intellektueller, lebte nur zwölf Monate in München. Doch war es eine äußerst intensive Zeit und die Beziehung eine besondere: Bis zu seinem Tod am 14. Juni 1920 war Weber Bürger der Stadt, lehrte Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität und erlebte die Nachwehen der Münchner Räterepublik.
Legendär sind seine "Münchener Reden", die Weber schon vor der Sesshaftwerdung in der bayerischen Metropole hielt: "Wissenschaft als Beruf" trug er 1917 auf Einladung des Freistudentischen Bundes vor. In "Politik als Beruf" formulierte er 1919 drei Grundanforderungen an den Politiker. Dazu kamen scharfe politische Reden während des Ersten Weltkriegs.
Das Buch stellt die Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 in einen größeren Zusammenhang: Es dokumentiert Vorgeschichte, Ablauf des Angriffs, Leben in den Ruinen, Wiederaufbau, Spiegelung der zerstörten Stadt in der zeitgenössischen Kunst und den Wandel der Erinnerungskultur in den vergangenen 75 Jahren. Der dokumentarische Bildband würdigt die Wiederaufbauleistung der Würzburger und möchte vor dem Vergessen bewahren. Eine 3D-Brille zur Betrachtung der stereographischen Luftaufnahmen der zerstörten Stadt liegt bei.
Schicksale im Hamburg von 1945.
Eine wunderbare Liebesgeschichte im Hamburg der letzten Kriegstage.
In Erinnerung an seine Kindheit macht sich der Erzähler auf die Suche nach der ehemaligen Besitzerin einer Imbissbude am Hamburger Großneumarkt. Er findet die hochbetagte Lena Brücker in einem Altersheim und erfährt die Geschichte ihrer "schönsten Jahre" und wie es zur Entdeckung der Currywurst kam. Der Bogen spannt sich weit zurück in die letzten Apriltage des Jahres 1945 ...