Hier gilt's der Kunst. Wieland Wagner 1941-1945. Von Anno Mungen

Im Oktober 1923, als Wieland Wagner sechs Jahre alt ist, erhalten die Wagners überraschenden Besuch in der Bayreuther Familienvilla. Adolf Hitler besucht die Eltern und den Onkel Houston Stewart Chamberlain, vor allem aber das Grab des Großvaters. Der aufstrebende Politiker pflegt eine ausgeprägte Leidenschaft für die Oper, Richard Wagner und die Idee des Gesamtkunstwerks. Mutter Winifred wird politisch aktiv und hält flammende Reden auf den Diktator in spe.
Im Sommer 1925 erlebt Hitler am 28. Juli seine erste Bayreuther Götterdämmerung, er ist wie berauscht: Oper als Droge. Wolf, wie die Kinder Hitler nennen, ist jetzt Teil des Clans, ein väterlicher Onkel, der ab 1930, dem Todesjahr von Siegfried Wagner, zum Ersatzvater avanciert.

ISBN 978-3-86489-329-2     18,00 €  Portofrei     Bestellen


1945 liegt Bayreuth in Schutt und Asche. Wagner ist dennoch schon 1951 wieder als Regisseur und Bühnenbildner tätig und zusammen mit Bruder Wolfgang leitet er nun die Festspiele. "Neubayreuth" findet mit dem Motto "Hier gilt's der Kunst!" eine Formel fürs Vergessen.
70 Jahre später wirft der Musik- und Theaterwissenschaftler Anno Mungen ein Licht auf die dunkelsten Jahre der Festspiele sowie der Opernhäuser in Nürnberg und Altenburg. Er beleuchtet das Zusammenspiel von Krieg und Kunst, von Politik und rücksichtslosem Streben nach Erfolg.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Hitler-Bayreuth? Wieland Wagner im Zwielicht. Die Festspiele im BRD-Kontext sollten die zwölf braunen Jahre unter der Ägide der Hitler-Verehrerin Winifred Wagner vergessen machen. Dieser künstlerische Aufbruch ist aufs engste mit Wieland Wagner verbunden, einem Enkel des Komponisten. Er leitete die Nachkriegsfestspiele (zusammen mit Bruder Wolfgang) bis zu seinem frühen Tod 1966. Nach wie vor genießt Wieland Wagner vielerorts einen legendären Ruf. Doch war dieser Mann wirklich die untadelige Lichtgestalt, als die er lange Zeit erschien? Von Ulrich Teusch → UT 02.08.2021

Presse:

"In zahlreichen Schlaglichtern entwickelt Anno Mungen in beeindruckendem Detailreichtum eine Chronik dieser Jahre in Bezug auf Wieland Wagner, schildert ihn als skrupellosen Karrieristen, der alles daransetzt, die Leitung in Bayreuth zu übernehmen. Geradezu erhellend." rbb Kultur

"Anno Mungens Buch ist ein vergleichsweise schmaler, aber gewichtiger Beitrag zum spannenden Thema und Menschen Wieland Wagner." der opernfreund

"Um solche Interna zu belegen, hat Anno Mungen eine entscheidende neue Quelle aufgetan: die NS-Tagebücher der Bayreuther Archivarin Gertrud Strobel, die während der Kriegsjahre in unmittelbarer Nachbarschaft der Wagnerschen Familienvilla Wahnfried wohnte. ... Vor allem durch indirekte Zitate aus diesem Tagebuch wird der kleine Band zu einem Psychogramm Wieland Wagners." Deutschlandfunk "Musikjournal"

"Mungen untersucht, welche Rolle vor allem Wieland Wagner in den letzten Jahren der Naziherrschaft gespielt hat." DLF Kultur "Tonart"

"Mungens Büchlein, wohl recherchiert, wühlt nicht nur in den Wunden der Hitler-Verbundenheit des Bayreuther Clans, sondern fragt auch nach Wurzeln späterer sogenannter Innovationen." Die Presse

"Das neue Buch "Hier gilt’s der Kunst. Wieland Wagner 1941-1945" von Anno Mungen schlägt eines der dunklen Kapitel Bayreuths auf." WDR3 Tonart

"Ein Text, der die Augen öffnet, wie unverfroren missbräuchlich man mit Mythos und deren archetypischen Figuren in Zeiten egoistischer Verblendung umgehen kann." Orpheus

"Dass die beiden Wagner-Enkel Wieland und Wolfgang während der Nazi-Herrschaft eng mit dem Regime und Hitler persönlich verbunden waren und davon profitierten, ist bekannt. Der Wagner-Forscher Anno Mungen hat jetzt allerdings neue Quellen entdeckt, die diese Verbindung genauer beleuchten." BR Klassik aktuell

"Der Musikwissenschaftler Anno Mungen beleuchtet jetzt in seinem neuen Buch Wieland Wagners Leben und Wirken in den Jahren zwischen 1941 und 1945." SWR2

Der Autor:

Anno Mungen, geboren 1961 in Köln, ist Musikund Theaterwissenschaftler an der Universität Bayreuth und Leiter des Forschungsinstituts für Musiktheater in Thurnau. Seine Arbeitsschwerpunkte sind das Musiktheater vom 18.–20. Jahrhundert, Musik und Film sowie Oper und Politik. Mungen, einer der Herausgeber des Bandes Music Theatre as Global Culture zum Wagnerjubiläum 2013, arbeitet aktuell viel zur Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient und lebt in Köln und Bayreuth.

 

Anno Mungen und Moshe Zuckermann zu "Hier gilt's der Kunst!"

Anno Mungen und Moshe Zuckermann zu "Hier gilt's der Kunst!"
Westend Verlag Youtube 20.07.2021

 

Erstellt: 09.11.2021 - 07:22  |  Geändert: 09.11.2021 - 07:27

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