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Toffee. Wie Glücklichsein von außen aussieht. Von Sarah Crossan. Rezension von Britta Kiersch

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Toffee. Wie Glücklichsein von außen aussieht. Von Sarah Crossan   Hanser Verlag   ISBN 978-3-446-27593-5

Diese Autorin bleibt sich treu: Auch ihren neuen Roman hat sie in der freien Versform verfasst – welch ein Glück für ihre Leser! „Toffee“ ist – wie z. B. „Eins“ und „Wer ist Edward Moon“ ein starkes Buch, mit einem irren Sog, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Aber warum sollte man auch? So stürzt man voller Vorfreude und Neugier hinein in die Geschichte der 15-jährigen Allison, die von ihrem unsäglichen, gewalttätigen und unbeherrschten Vater abgehauen ist, nachdem sie viel zu lang geblieben war, viel zu viel ertragen und entschuldigt hat.

Halber Löwe. Von Johannes Herwig. Rezension von Britta Kiersch

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Halber Löwe. Von Johannes Herwig   Gerstenberg Verlag   ISBN 978-3-8369-6205-6

Für Sascha beginnt das letzte Schuljahr und damit natürlich die Frage: Was kommt danach? Er und seine drei Freunde haben sich in einem Abbruchhaus so eine Art Clubraum eingerichtet. Hier hängen sie ab, quatschen, rauchen, saufen und kiffen. Hier schmieden sie aber auch ziemlich krasse Pläne, denn bei ihnen ist es üblich, dass in regelmä0igen Abständen eine Aktion läuft. Da wird schon mal ein Auto geknackt, was geklaut oder eine Rauchbombe im Schulhof gezündet. Sie überschreiten Grenzen, sie können sich aufeinander verlassen, aber sie sind nicht immer einer Meinung.

Wildesland. Von Cornelia Franz. Rezension von Britta Kiersch

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Wildesland. Von Cornelia Franz   Gerstenberg Verlag   ISBN 978-3-8369-6185-1

Mit diesem Buch ist der Autorin wieder etwas Besonderes gelungen. Sie hat eine spezielle Form der Dynamik entwickelt, die dieses Buch ausmacht. In „Wie ich Einstein das Leben rettete“ entstand die Spannung z. B. durch eine Art Zeitreisen- Wiederholungsschleife. Hier in „Wildesland“ erfolgt der Plot, das Ereignis das alles ins Rollen bringt, gleich zu Beginn und die Entwicklung des Jungen, die Selbsterkenntnis während eines ungewollten Abenteuers, nimmt ihren Anfang, und das ist sehr fesselnd. Matthis ist mit den Eltern und seinem kleinen Bruder in Norwegen im Urlaub. Sie haben eine abseits gelegene Ferienhütte gemietet und sind nach einem Ausflug gerade wieder auf dem Weg dorthin. Matthis ist gelangweilt und von allem genervt, er mault herum und gibt freche Antworten. Dann schießt er mit seiner Fletsche durchs geöffnete Fenster auf ein Straßenschild, freut sich über den Treffer und zielt als nächstes auf die Radkappe eines vorbeifahrenden Autos. Sein Vater bekommt das mit und flippt aus. Matthis muss aussteigen und soll, zusammen mit seinem Hund, den Rest des Weges laufen, die anderen fahren im Auto weiter.

Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Das Verschwinden der Amanda Kent. Von Oliver Schlick. Rezension von Antonia

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Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Das Verschwinden der Amanda Kent. Von Oliver Schlick. Ueberreuter Verlag ISBN 978-3-7641-5240-6

Es sind Herbstferien und Matilda würde gerne einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: dem allseits bekannten, schüchternen Detektiv Rory Shy beim Lösen seiner Fälle behilflich sein. Doch leider wird das dieses Mal nichts, denn ihre Eltern planen, zu Hause zu bleiben, und der Detektiv geht mit seiner ebenfalls schüchternen Freundin Charlotte Sprudel auf Wanderurlaub. Als der Detektiv und Charlotte gerade aufbrechen wollen und sich von Matilda verabschieden, ruft jedoch die verzweifelte Tochter der berühmten Autorin Amanda Kent an. Ihre Mutter ist verschwunden und ihr Zimmer ist in einem verwüsteten Zustand zurückgelassen worden. Natürlich können Rory und Matilda nicht „Nein“ zu einem so interessanten und drängenden Fall sagen und nehmen sofort die Ermittlungen auf. Matilda ist überglücklich, sich doch nicht die ganzen Herbstferien langweilen zu müssen.

Hannas Regen. Von Susan Kreller. Rezension von Johanna

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Hannas Regen. Von Susan Kreller   Carlsen Verlag   ISBN 978-3-551-58478-5

Hanna ist neu an Josefins Schule und nicht wirklich anwesend. Aber das ist Josefin ja auch nicht unbedingt. Natürlich leben sie und ihre Familie schon immer in der Stadt und alle Lehrer und Erwachsenen wissen, dass Josefin ein nettes, freundliches und vor allem verantwortungsvolles Mädchen ist, aber Freunde hat sie nicht. Niemand ruft unter der Woche auf dem Festnetztelefon daheim an und fragt nach Josefin. Wobei dies auch daran liegen könnte, dass niemand, außer ihrem Vater, welcher seines schier vergöttert, noch ein Festnetztelefon besitzt. Niemand fragt sie in der Schule, wie ihr Wochenende gewesen ist. Niemand schaut ihr in die Augen und vor allem sitzt auch niemand neben ihr. Aber jetzt halt dann Hanna.

Schnabeltier Deluxe. Von Sarah Jäger. Rezension von Johanna

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Schnabeltier Deluxe. Von Sarah Jäger   Rowohlt Verlag   ISBN 978-3-499-00911-2

Nachdem Kim aufgrund eines Wutausbruchs von der Schule geflogen ist, können nur noch die Kontakte des Ex-Freundes ihrer Mutter einen Direktor (der der Sandkastenfreund des besagten Ex-Freundes ist) überzeugen, sie an dessen Schule aufzunehmen. Einziges Problem: Kim muss notgedrungen beim Ex-Freund und dessen Tante auf dem Land einziehen, um nah genug an der neuen Schule zu sein. In einem Dorf kennt jeder jeden und daher fällt eine „Neue“ natürlich umso mehr auf. Wenn man dann auch noch an der einzigen Tankstelle weit und breit jobbt, ist man leichte Beute für Haarreif tragende Friseursalonlehrlinge, die bei einem Schokoriegelkauf unbedingt ein Gespräch anfangen müssen. So treffen Janne und Kim aufeinander und trotz ihrer fast gegensätzlichen Charaktereigenschaften merken sie bald, dass sie ziemlich gute „entfernte Bekannte“ werden könnten.

Der Geruch von Wut. Von Gabriele Clima. Rezension von Britta Kiersch

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Der Geruch von Wut. Von Gabriele Clima   Hanser Verlag   ISBN 978-3-446-27422-8

„Wenn einer sagt, dass er dir helfen kann, weil er dasselbe durchgemacht hat, dann lügt er, denn du bist du, und er ist jemand anderer, daher kann er nicht wissen, was du durchmachst. Der Beschiss ist, dass du es selbst herausfinden musst. Nur eins ist klar, dass es einen Weg gibt, dass es immer einen Weg gibt; also eigentlich sind es zwei, die leichte und die harte Tour. Und aus irgendeinem verdammten Grund ist es am Ende immer die harte Tour, die funktioniert.“

Schnabeltier Deluxe. Von Sarah Jäger. Rezension von Britta Kiersch

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Schnabeltier Deluxe. Von Sarah Jäger   Rowohlt Verlag   ISBN 978-3-499-00911-2

„Ich schaue aus dem Fenster des Lehrerzimmers, schaue auf die fliegende Kaffeemaschine und denke, dass ich mir die Sache mit dem Urknall genau so vorgestellt habe.“ Wie in ihrem Debüt-Roman „Nach vorn, nach Süden“ wählt die Autorin auch in ihrem neuen Buch die Perspektive ihrer jugendlichen Hauptfigur. Kim hat unkontrollierbare Wutanfälle und nach der Sechs im Physiktest musste halt die Kaffeemaschine der Lehrerin dran glauben. Daraufhin fliegt sie von der Schule, muss mit ihrer Mutter zu einem Beratungsgespräch ins Schulamt, aber das läuft auch nicht so toll.

Nächte im Tunnel. Von Anna Woltz. Rezension von Britta Kiersch

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Nächte im Tunnel. Von Anna Woltz   Carlsen Verlag   ISBN 978-3-551-58474-8

Als Buchhändlerin bin ich immer froh über Neuerscheinungen, die weniger als 250 Seiten umfassen. Wir sind ja immer auf der Suche nach Titeln, die sich auch gut als Klassenlektüre eignen, weil wir danach oft von Lehrern gefragt werden und die sollen möglichst nicht so dick sein. Anna Woltz tut uns diesen Gefallen häufig, und ihr neues Buch ist darüber hinaus auch noch thematisch gut dafür geeignet, weil es 1940 in London spielt und das Leben während der deutschen Bombenangriffe beschreibt. Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Ella, die lange in der Eisernen Lunge lag, weil sie an Polio erkrankt war und beatmet werden musste. Sie ist gerade erst wieder gesund geworden und leidet noch sehr unter der langen traumatischen Zeit. Außerdem hat sie ein Hinken zurückbehalten und braucht Spezialschuhe, worüber sie natürlich sehr unglücklich ist. An ihren heimlichen Traum, Schriftstellerin zu werden, kann sie gar nicht recht glauben.

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Sem und Mo im Land der Lindwürmer. Von Frida Nilsson. Rezension von Britta Kiersch

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Sem und Mo im Land der Lindwürmer. Von Frida Nilsson   Gerstenberg Verlag   ISBN 978-3-8369-6149-3  

Die Brüder Sem und Mo sind Waisen und leben bei ihrer Tante Tyra in großer Armut und müssen ihr den ganzen Tag bei der Arbeit helfen. Als die Tante wegen eines verlorenen Geldstücks Mo verprügelt, laufen die beiden weg. Bei ihrer Flucht treffen sie eine sprechende Ratte, die ihnen von ihrer Königin Indra erzählt, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Sie würden dort verwöhnt und umsorgt werden und dürften den ganzen Tag spielen.

Durch einen unterirdischen Gang gelangen die Brüder ins Land der Lindwürmer, denn Indra ist ein Lindwurm und lebt dort in einem uralten Schloss mit verschiedenen Tieren, die sie verzaubert und dadurch zu Dienern gemacht hat. Als die Ratte ihr den kleinen Mo bringt, ist Indra überglücklich und überschüttet ihn mit ihrer Liebe. Sem ist zuerst einfach nur froh, dass sie nicht mehr den ganzen Tag schuften müssen und in Sicherheit sind, aber schon bald fühlt er sich zunehmend unwohl.

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