Ende der 1960er Jahre entstand in Frankfurt das Black-Panther-Solidaritätskomitee. Aktivistinnen und Aktivisten der Black Panther Party brachten weiße westdeutsche Linke und in Deutschland stationierte afroamerikanische Soldaten zusammen. In Untergrundzeitungen forderten GIs eine black revolution, skandalisierten die rassistische Diskriminierung innerhalb der US-Armee und beanspruchten, die Black Panther Party in Deutschland zu vertreten. Die Analyse dieser Zeitungen und ihrer Rezeption gibt Aufschluss über das Verhältnis zwischen afroamerikanischen GIs und ihrer deutschen Unterstützerszene und zeichnet das Bild einer spannungsvollen Protestdynamik.
Studentenbewegung (Thema)
1968 ... Jahre der Hoffnung ist das Ergebnis einer Umfrage bei ehemaligen Mitgliedern der Revolutionären Marxistischen Liga (RML), die sich später den Namen Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) gab. Ungefähr 110 Personen aus allen drei Sprachregionen der Schweiz, Frauen und Männer, haben auf die ihnen gestellten Fragen geantwortet, häufig sehr ausführlich. Die Autorin stützt sich zwar auf die umfangreiche Literatur, die sich sowohl in der Schweiz als auch im Ausland mit den sozialen Bewegungen der 1968er Jahre beschäftigt, doch stellt dieses Buch die Berichte der Zeuginnen und Zeugen in den Vordergrund.
Hans-Jürgen Krahl war ein unglaublicher Revolutionär: Um 1968 gab es niemanden, der den Versuch einer »historisch angemessenen Vermittlung von Theorie und Praxis« derart intensiv betrieben hat wie er. Als Vorstandsmitglied des SDS lieferte er wichtige Überlegungen zur Organisation der Studierendenbewegung. Er stellte sich nicht nur entschieden gegen eine autoritäre Wende der Bewegung, sondern setzte ihr ein Modell antiautoritärer Emanzipation entgegen. Als einer der Theorieköpfe von '68 debattierte er mit den Intellektuellen der Frankfurter Schule auf Augenhöhe und arbeitete an einer eigenständigen Weiterentwicklung der Kritischen Theorie. Trotz seines frühen Todes mit 27 Jahren hinterließ er ein faszinierendes Lebenswerk, das auch heute einen wichtigen Fundus für Theorie und Praxis der antiautoritären Linken bietet.
Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit: Über die Fallstricke der Identitätspolitik.
Es gärt im Wissenschaftsbetrieb. An den deutschen Hochschulen zeichnet sich eine Entwicklung ab, die den Spaltungsprozessen der Gesellschaft Vorschub leistet. Neue kollektive Identitäten verhängen Redeverbote und stellen den Universalismus infrage. Ulrike Ackermann plädiert für eine breite Debatte ohne Denkverbote und ideologische Scheuklappen.
Wie weit geht Cancel Culture an deutschen Universitäten? Sind Meinungsvielfalt und Pluralismus in Forschung und Lehre nicht längst in Bedrängnis geraten? Wie beeinflussen identitätspolitischer Aktivismus und die Neudefinition von Formen der Diskriminierung und des Rassismus unsere Gesellschaft?
Die Postmoderne gehört zu den umstrittensten Epochen der jüngeren Philosophie. Sie wird für Misstände der Gegenwart verantwortlich gemacht. Aber kennen wir die Postmoderne wirklich? Daniel-Pascal Zorn führt den Leser durch die deutsche, französische und amerikanische Postmoderne. Er entfaltet das Panorama eines verlorenen Denkens, das wir gerade jetzt am nötigsten hätten.
Alle vier Romane zum Sonderpreis: Ein Frühling irrer Hoffnung - Zwielicht - Sonnenflucht - Winterdämmerung» Ein vielstimmiges, detailliertes, sprachlich gelungenes Romandokument von Balzac'schen Ausmaßen.« Frankfurter Rundschau.Diese vier Romane Erasmus Schöfers sind phantasievolle und sprachmächtige Erzählungen aus einer heute noch wirksamen Vergangenheit: eine Geschichte der bundesrepublikanischen Linken von 1968 bis 1990. Jetzt in einer fünfbändigen Gesamtausgabe, inkl. neuem Begleitband mit ausführlichem Glossar (»Quellen des Widerstands. Die Welt der Kinder des Sisyfos 1968-1989« von Erasmus Schöfer und Jens Jürgen Korff).
Wir schauen uns Netflix-Produktionen über den Krieg gegen Drogen in Mexiko an und fragen uns vielleicht, ob das Drogengeschäft auch heute noch das einzige Business des organisierten Verbrechens ist. Wir lesen Medienberichte über die grausame Gewalt und fragen uns vielleicht, ob das alles nur tragische Einzelfälle sind. Wir erfahren, dass Mexiko ein G20-Land und beliebtes internationales Reiseziel ist und sich seit fast einem Jahrhundert über ein funktionierendes demokratisches Regierungssystem erfreuen kann.
Vielleicht fragen wir uns auch, wie ist das überhaupt möglich, diese Gleichzeitigkeit zwischen staatlicher Demokratie, organisiertem Verbrechen und Gewalt?
1968 ist das Symboljahr für das Abgleiten der politischen Intellektuellen in eine arbeiterfeindliche, gegen die Massen gerichtete und offen antiplebejische Haltung. Zu Grabe getragen wurde aber nicht nur die Arbeiterklasse. Mit ihr verschwand auch die bewusste menschliche Tat, die revolutionäre Praxis, als Voraussetzung von radikaler Umgestaltung. Es waren nunmehr die bürgerlichen Intellektuellen, die ihren alten systemkonformen Ansatz von Emanzipation wieder kultivierten und monopolisierten. Heute beherrschen sie die „linke Szene“, in der das Individuum, Selbstverwirklichung und Bewusstsein absolut zentral sind.
Staatsdiener der Diktatur, Anwälte der Demokratie.
Die Bundesanwaltschaft hat den Auftrag, den Staat zu schützen und zur Rechtseinheit beizutragen. In der frühen Bundesrepublik ging sie mit harter Hand gegen Kommunisten vor, war in die Spiegel-Affäre verwickelt und musste sich Anfang der 1970er-Jahre mit der Bekämpfung der aufkommenden RAF einer bis dahin unbekannten Bedrohung stellen. Zugleich scheute die Bundesanwaltschaft eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ihrer eigenen Mitarbeiter - obwohl viele bereits im »Dritten Reich« wichtige juristische Positionen bekleidet hatten. Erstmals wird in diesem Buch die Geschichte der Bundesanwaltschaft zwischen 1950 und 1974 erforscht. Es wirft ein Schlaglicht auf die heute hochaktuelle Frage, wie eine Demokratie den Staat schützen kann, ohne die eigenen Werte zu verraten.
Ein vielschichtiger Roman über politische Ideale und Freundschaft, Verrat und Treue - gegenüber anderen, aber auch gegenüber sich selbst.
Sie nennen sich der Spanier, der Franzose und der Alemán. Toni, Germain und Jürgen treffen sich Mitte der 70er Jahre in Barcelona, entschlossen, Widerstand gegen das faschistische Franco-Regime zu leisten. Sie planen eine Aktion, der Anschlag gelingt. Doch jemand muss sie verraten haben. Germain kann fliehen, Toni wird festgenommen und verurteilt. Und Jürgen? Viele Jahre später meint Toni den Deutschen auf der Hochzeit seiner Tochter gesehen zu haben. Er will endlich wissen, was damals geschehen ist, und kontaktiert Germain. Der wiegelt ab, um den aufgebrachten Toni zu beruhigen. Doch dann steht Germain selbst eines Abends unvermittelt vor Jürgens Tür.